KATALOG 21 MUSIKTHEORIE 1562-1964
1 Zarlino, Gioseffo: Le istitvtioni harmoniche ... Nelle quali; oltra le materie appartenenti alla mvsica; Si trouano dichiarati molti luoghi di Poeti, d'Historici, & di Filosofi; Si come nelleggerle si potrà chiaramente vedere. In Venetia, Francesco Senese ... MDLXII. Fol., 6 Bll., 347 S. HPgt.-Bd. Mit Titelvignette, zahlr. Abb. im Holzschnitt u. Notenbsp. im Typendruck. - Teils leicht gebräunt und gering wasserrandig.
* Zweite Ausgabe. RISM B vi, S. 908; Davidsson 604. - Zarlinos zuerst 1558 in Venedig erschienener Traktat kann als das wichtigste musiktheoretische Lehrwerk des Cinquecento gelten. Zarlino benennt zum ersten Mal nicht mehr das Einzelintervall sondern den Dreiklang als Träger der Harmonie und schafft so die Grundlage für das moderne harmonische Denken.
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Erste Ausgabe. RISM B vi, S. 449; Hirsch I, 266; Wolffheim I, 732;
Eitner V, 369. - Hauptwerk Kirchers auf dem Gebiet
der Musik. - Der Jesuitenpater Athanasius Kircher (1602-1680) ist
der große Universalgelehrte des 17. Jahrhunderts, sein Interessens-
und Wirkungsgebiet reicht von Ägyptologie und Sinologie, Geologie,
Mathematik und Medizin bis zu Astronomie und
Musik. Bald nach seinem Tod gerieten seine Werke wegen ihres Eklektizismus
bald in Vergessenheit, doch gerade aus diesem Grunde erfahren sie seit Mitte
des 20. Jahrhunderts wieder verstärkte Aufmerksamkeit, verbunden mit
der Anerkenntnis der drucktechnisch und ästhetisch hochwertigen Ausstattung
seiner Bücher. Der besondere Wert der Musurgia Universalis liegt
daher in der reichhaltigen Überlieferung von Quellenmaterial zur Musik
seit der Renaissance (mit ausführlichen Zitaten aus Werken von Agazzari,
Frescobaldi, Froberger, Kapsberger, Monteverdi, Morales und anderen), den
instrumentenkundlichen Abhandlungen und den zahlreichen, hervorragenden,
blattgroßen Kupfertafeln.
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3 Werckmeister, Andreas: Musicae mathematicae Hodegus Curiosus. Oder Richtiger Musicalischer Weg-Weiser / das ist Wie man nicht alleine die natürlichen Eigenschafften der Musicalischen Proportionen / durch das Monochordum, und Ausrechnung erlangen / Sondern auch vermittels derselben / natürliche und richtige rationes über eine Musicalische Composition vorbringen könne. Franckfurt und Leipzig In Verlegung Th. Ph. Calvisii. Im Jahr 1686. 4 Bll., 160, (8 [statt 12]) S., Pbd. m. goldgepr. Rückenschild. Alt mit Leerseiten durchschossenes Exemplar. - Teils mit Eintragungen und Korrekturen von alter Hand. Es fehlen die ersten zwei Bll. des Registers. Papierbed. gering gebräunt. BV (Exlibris). * Sehr seltene erste Ausgabe. - RISM B vi, S. 884 (10 Ex.); Gregory / Sonneck, S. 289; Hirsch I, 607. - Die interessante Anmerkung Cortots: Probablement exemplaire de correcture de W." bezieht sich auf die Korrekturen, die von (sehr) alter Hand ein einigen Stellen im Text zu finden sind. Auf den alt mit eingebundenen Leerseiten wenige Anmerkungen von mindestens zwei Händen. - Aus der Sammlung A. Cortot (Exlibris und Stempel).
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Erste in Deutschland gedruckte Ausgabe. - RISM B vi, 262. - Descartes
(1594-1650) erste Schrift, entstanden bereits
1618, wurde erst nach seinem Tod 1650 gedruckt. Seine rationalistische Methode
ist, wenn nicht explizit formuliert, so doch im Keim schon im Compendium
musicae ... enthalten" (MGG2). Es war naheliegend,
daß Descartes bei seiner Beschäftigung mit ihr [der Mathematik]
die Beziehungen zum mathematisch-akustischen Teil der Musiktheorie
gefunden hat." (Brockt). Daneben hat Descartes die ersten
Weichen für eine grundlegende Musikästhetik gestellt" (MGG2).
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* Don Persio Della Porta war Kapellmeister in Benevent. Seine L'Arianne Musicale bietet im ersten Teil eine in Dialogform abgefasste gründliche Einführung in die Musiklehre (Moduslehre u.a.), der zweite befasst sich ausführlich mit Vortrag und Begleitung des Choralgesangs. - Selten, RISM weist 6 Exemplare nach. - RISM B vi, S. 257; Gregory / Sonneck, S. 214.
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6 Printz, Wolfgang C.: Phrynis Mitilenaeus, Oder Satyrischer Componist, welcher vermittelst einer Satyrischen Geschicht / die Fehler der ungelehrten / selbstgewachsenen / ungeschickten / und unverständigen Componisten höflich darstellet/ und zugleich lehret / wie ein Musicalisches Stück rein / ohne Fehler / und nach dem rechten Grunde zu componiren und zu setzen sey / worbey mancherley Musicalische Discurse / als de Proportionibus, Variationibus, Basso-Continuo, Generibus Modulandi, Temperatura, Musica Rhythmica, Variis Contrapunctis, von unterschiedlicher Prolation des Textes und dergleichen / wie auch eine Beschreibung eines Labyrinthi Musici, nebst eingemengten lustigen Erzehlungen gefunden werden. Dresden und Leipzig / Verlegts Joh. Chr. Mieth und Joh. Chr. Zimmermann / 1696. 4 Teile in 1 Bd., 4 Bll., 48, 116, 143, 239 S., Pbd. m. goldgepr. Rückenschild. Mit zahlr. Notenbsp. in Typendruck im Text und auf (teils mehrfach) gefalt. Tafeln. Titel in schwarz / rot. - Sehr schönes Exemplar. 3.ooo,- *
RISM B vi, S. 670; Gregory / Sonneck, S. 219; Hirsch I, 471. - Erste
vollständige Ausgabe. - W. C. Printz (1641-1717)
wirkte als Kantor in Sorau. Neben seinen musiktheoretischen Schriften
ist er auch als Verfasser einiger (Musiker-)Romane im Stil Grimmelshausens
bekannt. ________________________________
7 Werckmeister, Andreas: Cribrum Musicum Oder Musicalisches Sieb / Darinnen einige Mängel eines halb Gelehrten Componisten vorgestellet / und das Böse von dem Guten gleichsam ausgesiebet und abgesondert worden. Quedlinburg und Leipzig / Verlegts Th. Ph. Calvisius. 1700. 4 Bll., 60 S., Pgt.-Bd. Mit Notenbsp. im Typendruck. - BV (Exlibris). 2.5oo,- * Seltene erste Ausgabe. - Aus der Sammlung A. Cortots (Exlibris und Stempel). - RISM B vi, S. 883; Gregory / Sonneck, S. 288. - Das letzte Kapitel ist ein Auszug aus Kuhnaus Der musikalische Quack-Salber, der im gleichen Jahr in Dresden erschienen war.
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8 Mattheson, Johann: Das Neu-Eröffnete Orchestre, Oder Universelle und gründliche Anleitung / Wie ein Galant-Homme einen vollkommmenen Begriff von der Hoheit und Würde der edlen Music erlangen / seinen Gout darnach formiren / die Terminos technicos verstehen und geschicklich von dieser vortrefflichen Wissenschafft raisonniren möge. Mit beygefügten Anmerckungen Herrn Capell-Meister Keisers. Hamburg, auf Unkosten des Autoris, und zu finden in B. Schillers Wittwe Buchladen / 1713. Kl-8°, 7 Bll., 338, (11) S., Pgt.-Bd. (altes, farbig beschriebenes Antiphonar-Blatt). - FS fehlt. 2.ooo,- * Erste Ausgabe. - RISM B vi, S. 562; Gregory / Sonneck, S. 174; Hirsch I, 367. - Sein frühestes Werk ist das ,Neu eröffnete Orchestre' ... Hier zieht er ganz besonders gegen die Solmisation, das Hexachord und dessen umständliche Zusammenziehung zu Felde. [...] Mächtig schäumten die Wogen auf, als er sein Orchestre" in die Welt sandte und keiner der älteren Tonlehrer und Theoretiker wollte so leichten Kampsets das Alte aufgeben. Nur die Jugend hatte M. auf seiner Seite, denn sie begriff sehr leicht, daß der Federkrieg zu ihren Gunsten geführt wurde" (ADB).
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RISM B vi, S. 683; Eitner VIII, 120; Wolfheim I, 956; Hirsch I, 484.-
Erste Ausgabe. - Eines der grundlegenden Werke
der Musiktheorie im 18. Jahrhundert, auf das sich - zustimmend, weiterführend
oder ablehnend - fast alle Theoretiker der folgenden Jahrzehnte beziehen.
Rameau präsentiert das erste wissenschaftliche System der
musikalischen Harmonie, das statt
auf willkürlicher Schöpfung auf Vernunft und auf der Unfehlbarkeit
physikalischer Gesetze beruhte" (MGG). Die Bedeutung dieses Hauptwerkes
Rameaus läßt es zu den gesuchtesten Werken der französischen
Musikliteratur zählen" (Wolfheim).
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10 Mattheson, Johann: Grosse General-Baß-Schule. Oder: Der exemplarischen Organisten-Probe Zweite, verbesserte und vermehrte Auflage, Bestehend in Dreien Classen, Als: In einer gründlichen Vorbereitung, in 24 leichten Exempeln, in 24 schweren Prob-Stücken: Solcher Gestalt eingerichtet, daß, wer die erste wol verstehet; und in den beiden andern Classen alles rein trifft; so dann das darin enthaltene gut anzubringen weiß; derselbe ein Meister im General-Bass heissen könne Hamburg, J. C. Kißner 1731. 21 Bll., 484 S., Hldr. d. Zt. Mit zahlr. Noten im Typendruck, 2 gefalt. Tafeln. - Bestoßen, Rücken etwas beschädigt. 2.5oo,- *
Erste Ausgabe der Schrift, erweiterte und umgearbeitete Neuausgabe
der Exemplarischen Organistenprobe von 1719, eines
der wichtigsten musikhistorischen Grundlagen- und Quellenwerke des
18. Jahrhunderts, eines der wichtigsten Zeugnisse für den deutschen
Generalbaßstil des 18. Jahrhunderts: [it gives] organists
valuable assistance in learning how to improvise from a given bass,
an ability vital to the daily musical responsibilities of
organists at this period" (New Grove, 2nd ed. XVI, 142). - RISM B vi,
560; Hirsch I, 374; Wolffheim I, 820.
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11 Mattheson, Johann: Kleine General-Baß-Schule, worin nicht nur Lernende, sondern vornehmlich Lehrende, Aus den allerersten Anfangs-Gründen des Clavier-Spielens ... zu mehrer Vollkommenheit in dieser Wissenschaft richtig, getreulich und auf die deutlichste Lehr-Art kürtzlich angeführet werden. Hamburg, bey Johann Chr. Kißner. 1735. Gr-8°, 7 Bll., 253 S., 6 Bll. Mit überaus zahlr. Notenbeispielen im Typendruck, Abb. im Holzschnitt und mehreren schön ausgeführten Holzschnittvignetten. Zeitgenöss. Pergament-Band. Vorsätze mit Eintragungen von alter Hand. - Hint. Vorsatz Abriß ergänzt. 2.ooo,- *
Sehr schöne, gut erhaltene erste Ausgabe der
wichtigen Schrift. Mit dem schönen gestochenen Porträt Matthesons.
- Im Gegensatz zur Großen Generalbaß-Schule legt
Mattheson hier den Schwerpunkt nicht auf das solistische Spiel, sondern
auf die Rolle des Begleiters. - RISM B vi, S. 560; Wolfheim I, 821.
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12 [N.N.]: Kurtzgefasstes Musicalisches Lexicon, Worinnen Eine nützliche Anleitung und gründlicher begriff von der Music enthalten, die Termini technici erkläret, die Instrumente erläutert und die vornehmsten Musici beschrieben sind, Nebst einer Historischen Beschreibung der Music Nahmen, Eintheilung, Ursprung, Erfindung, Vermehrung und Verbesserung ... Alles aus derer besten und berühmtesten Musicorum ihren Schriften mit Fleiß zusammen gesucht. Chemnitz 1737, bey Joh. Chr. und Joh. Dav. Stösseln. 8 Bll., 430 S., zeitgenöss. Pbd. Titel in schwarz / rot. - Etwas bestoßen, papierbed. teils gering gebräunt. Wenige Marginalien von alter Hand. 1.7oo,- *
RISM B vi, S. 948; Gregory / Sonneck, S. 141; Eitner I, S. 345 (Aufl.
1749). - Erste Auflage. - Der ungenannte Herausgeber
wird von Eitner mit Barnickel" angegeben, in der zweiten
Auflage werden die Verleger Joh. Chr. und Joh. David Stößel
als Herausgeber genannt. - Dies Lexicon bildet einen guten Auszug
aus dem 1732 erschienenen Lexicon von Walther, ist recht selten und
wichtig für die biographische Litteratur." (Wolffheim I,
391).
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13 Rameau, Jean Ph.: Génération Harmonique, ou Traité de Musique theorique et pratique. Paris, Prault fils 1737. (16), 225 [recte: 227], (17) S., Ldr.Bd. m. Goldprg. Mit 12 Tafeln. - Bestoßen u. stärker berieben, Rücken u. vord. Gelenk beschädigt, vord. Ebd.-Deckel etwas lose. Titel leicht gebräunt. Einige Bll. mit kleinen Wurmspuren (kein Textverlust). 1.3oo,- *
Erste Ausgabe. - Hirsch I, 486; Eitner VIII, 129; RISM B vi, S. 683.
- Die Géneration [zeigt] Rameaus
Veränderungen und Weiterentwicklungen seiner früheren Anschauungen,
auf die Stufe reifer und abgeklärter denkerischer Meisterschaft
gebracht, in straffer, klarer und konzentrierter Form." (MGG).
Die wichtigsten hier dargelegten Errungenschaften sind die Ableitung
der Dur- und Mollharmonie aus Ober- und Untertonreihen, die Oktavidentität
und Oktaveinteilung in 12 gleiche Töne sowie die Regeln für
den basse fondamentale. - Mit schönen Vignetten und Initialen
im Stich und Holzschnitt. Im Anhang ein Index und ein Glossar.
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14 Kellner, David: Treulicher Unterricht im General-Baß, worinne alle Weitläufftigkeit vermieden, und dennoch gantz deutlich und umständlich allerhand sothane neu-erfundene Vortheile an die Hand gegeben werden. Dritte Auflage. Mit einer Vorrede des Herrn Daniel Solanders. Hbg., Herold 1743. 3 Bll., 98, (6) S., Pbd. 75o,- * Die dritte Auflage des berühmten Werks nennt zum ersten Mal den Namen des Autors. Kellner (1670-1748) wirkte als Organist und Theoretiker hauptsächlich in Stockholm. Sein Treulicher Unterricht, eine kurzgefasste und übersichtliche Generalbaß- und Kompositionslehre, erlebte bis 1791 zwölf Auflagen. In Schweden wurde sie bis in die 1830er Jahre verwendet. - Von besonderem Interesse ist die gestochene Darstellung S. 6, die mit ihrem drehbaren Mittelstück die Transposition und Intervalle erklärt. - RISM B vi, S. 444.
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* RISM B vi, S. 563; Gregory / Sonneck, S. 175; Hirsch
I, 380. - Aus der Sammlung A. Cortots (Exlibris). - Sehr selten.
16 Riepel, Joseph: Anfangsgründe zur musikalischen Setzkunst: Nicht zwar nach alt-mathematischer Einbildungs-Art der Zirkel-Harmonisten, Sondern durchgehends mit sichtbaren Exempeln abgefasset. Rgb., Montag 1754; Ff./M. u. Lpz. 1755 / 1757; Augsburg, Lotter 1765; Rgb., Krippner 1768. 5 Teile in 1 Bd., fol., Hldr.-Bd. des späteren 19. Jh. (Frankreich), Rü.-Goldprg. - Außen minimal bestoßen. Innen anfangs wenige, sehr kleine und unauffällige Randhinterhinterlegungen von alter Hand, sonst von hervorragender Erhaltung. 3.5oo,- * RISM B vi, S. 704f.; Hirsch I, 505; Wolffheim I, 973; Eintner VII, 230. - Originalausgabe eines der wichtigsten musiktheoretischen Werke der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Riepels Anfangsgründe bilden zusammen mit den Schriften Kochs und Niedts den Grundstock der zeitgenössischen Theoriebildung der Wiener Klassik. - Unter dem Haupttitel sind fünf getrennt erschienene Bücher, von Riepel als Capitel" bezeichnet, zusammengefasst: [1] De Rythmopoeia, Oder von der Tactordnung.[2. Auflage]; [2] Grundregeln zur Tonordnung insgeheim. Abermal Durchgehends mit musicalischen Exempeln abgefaßt und Gespräch-weise vorgetragen; [3] Gründliche Erklärung der Tonordnung insbesondere, Zugleich aber für die mehresten Organisten insgemein. Wieder Durchaus mit musikalischen Exempeln abgefaßt und Gespräch-weise vorgetragen; [4] Erläuterung der betrüglichen Tonordnung, nämlich das versprochene vierte Capitel. Abermal durchaus mit musicalischen Exempeln abgefaßt und Gespräch-weise vorgetragen; [5] Fünftes Capitel. Unentbehrliche Anmerkungen zum Contrapunct, über die durchgehend- verwechselt- und ausschweifenden Noten ect. Theils auf Borg und theils auf eigne Gefahr mit musikalischen Exempeln abgefaßt und wieder gesprächweise vorgetragen. - Sehr selten!
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* Erste Ausgaben von Teil I und II von Marpurgs großer Kompositionslehre, sowie des später erschienenen Anhangs. - Sehr selten in erster Auflage. - RISM B vi, S. 542f.; Hirsch I, 354; Wolffheim I, 806.
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18 Marpurg, Friedrich W.: Anleitung zum Clavierspielen, der schönern Ausübung der heutigen Zeit gemäß entworfen. Nebst XVIII. Kupfertafeln. Berlin, bey A. Haude und J. C. Spener, 1755. 6 Bll., 78, (6) S., Pbd. Mit 18 gest. Tafeln mit Notenbsp. - Etwas bestoßen. Innen gut. BV (Exl.). 1.6oo,- * Erste Ausgabe. - Aus der Sammlung Alfred Cortots mit schönem Exlibris. - RISM B vi, S. 541; Gregory / Sonneck, S. 167; Hirsch I, 353.
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19 Marpurg, Friedrich W.: Anfangsgründe der Theoretischen Musik. Leipzig, J. G. I. Breitkopf 1757. 4 Bll., 176 S., zeitgenöss. Pbd. Mit Holzschnitt-Titelvignette. - Papierbed. ganz gering fleckig, sonst innen vollkommen sauberes Exemplar. 7oo,- *
Erste Ausgabe. - Große Teile des Werks sind
der gleichschwebenden Temperatur gewidmet, deren Darstellung für
Marpurg zu den Grundlagen (Anfangsgründen") gehört, um
lehrbegierigen Anfängern den Weg zu den Werken anderer Scribenten
zu bahnen". Das gesteigerte Interesse seiner Zeit konstatiert
Marpurg zu Beginn seiner Vorrede: Die Zeiten haben sich merklich
geändert. Die Practici fangen an, den Wehrt der Theorie der Musik
zu empfinden, und die Theoretici bestreben sich, practische Einsichten
zu erlangen. - RISM B vi, S. 540f; Wolffheim I, 806; Hirsch I, 356.
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20 Bach, C. P. E.: Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen mit Exempeln. Erster Theil. Zweyte Auflage [und] Zweyter Theil, in welchem die Lehre von dem Accompagnement und der freyen Fantasie abgehandelt wird. Bln., G.L. Winter 1759 / 1762. 2 Bde. in 1, 4 Bll., 118 S. / 5 Bll., 341, (1) S., 1 Kupfertafel. Zeitgenöss. Hldr. mit goldgepr. Rückenschild. Mit zahlr. Notenbsp. im Typendruck. - Im Gelenk etwas locker. 2.3oo,- *
Sehr schönes, gut erhaltenes Exemplar von Bachs
berühmter Schrift, wohl das wichtigste Lehrwerk für Klavier
des 18. Jahrhunderts. - Erste Ausgabe des zweiten Teils und erste Ausgabe
der erweiterten, zweibändigen Fassung. Wie meist ohne die Probe-Stücke
des ersten Bandes. - Hirsch I, 42; RISM B vi, S. 105f.
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21 Marpurg, Friedrich W.: Kritische Einleitung in die Geschichte und Lehrsätze der alten und neuen Musik. Nebst acht Kupfertabellen. Berlin, bey G. A. Lange 1759. 6 Bll., 246, (10) S., Hldr., Rgp. Mit 8 gefalt. Tafeln in Stich, Frontispiz. - Kaum bestoßen, innen papierbed. minimal fleckig. Unbenutztes Exemplar. 1 Bl. Inhaltsverzeichnis falsch eingebunden (vor Register). 9oo,- * RISM vi, S. 544; Gregory / Sonneck, S. 168. - Erste Ausgabe, selten mit dem Porträt.
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* RISM B vi, S. 145; Hirsch I, 66. - Erheblich erweiterte Ausgabe der 1754 zuerst erschienenen Schrift, Ergebnis einer musiktheoretischen Kontroverse mit d'Alembert. In der (von Mattheson heftig kritisierten) Exposition stellt Béthizy (1709-1781) die Theorien Rameaus, dessen Schüler er war, allgemeinverständlich für les Musiciens & les Amateurs" dar.
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* Pierre Joseph Roussiers (1716-1792) Theorien fußen vor allem auf der Lehre Rameaus. Er geht in einigen Punkten jedoch über diesen hinaus, einige seiner theoretisch begründeten harmonischen Verbindungen wurden erst im 19. Jahrhundert musikalische Wirklichkeit. So ist auch zu verstehen, daß nicht alle Zeitgenossen seinen Theorien so verständnisvoll gegenüberstanden wie Laborde, der ihn als den bedeutendsten Musiktheoretiker Frankreichs bezeichnet hatte (Roussier hatte auch einen Teil des 3. Bandes von Labordes Essai sur la musique ancienne et moderne verfasst). - Mit Druckvermerk von Ballard. - RISM B vi, S. 739; Gregory / Sonneck, S. 238f.
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* Erste Ausgabe. - Die drei Teile (Observations", Notes" und der Extrait du Journal de Scavans") sind separat paginiert. Der Abdruck der Besprechung aus dem Journal vom Februar 1765 bestätigt die Vermutung, daß die endgültige Drucklegung erst später erfolgte. - RISM B vi, S. 739.
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* (Rousseau) Nahezu gleichzeitig mit der Erstausgabe erschienene Parallelausgabe des berühmten Lexikons im Oktavformat, im selben Verlag noch im selben Jahr veröffentlicht. Die zahlreichen Fehler der Quartausgabe sind hier teilweise bereinigt. - Lange war die Existenz zweier Ausgaben im gleichen Verlag unbekannt. Die Ausgaben sind vom Umfang her beinahe identisch (548 und 547 S.), Satzspiegel und Buchschmuck jedoch sind unterschiedlich. RISM B vi, S. 720 gibt nur die Quartausgabe an, das erste Faksimile (1969) jedoch reproduzierte vorliegende Oktavausgabe.
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26 Roussier, Pierre J.: Mémoire sur la Musique des Anciennes, Où l'on expose le Principe des proportions authentiques, dites de Pythagore, & de divers Systêmes de Musique chez les Grecs, les Chinois & les Egyptiens. Avec un Parallèle entre le Systême des Egyptiens & celui des Modernes. Paris, Lacombe 1770. Gr-8°, 2 Bll., XXIV, 252 S., 1 gest. Tafel mit Notenbesp., 1 gefalt. Tafel. Hldr. d. Zt. mit Rgp., Rotschnitt. Mit Initialen und Vignetten im Holzschnitt und mehreren Abb. im Text, davon 2 gestochen. - Kanten gering bestoßen, Vorsätze mit kleinen Eintragungen meist in Blei. Innen frisches, unbenutztes Exemplar. 55o,- * Pierre Joseph Roussier (1716-1792) gehört zu jenen Schriftstellern des 18. Jh., die dem zeitgemäßen `l'art et le génie' die Musik als `science' gegenüberstellten und von hier aus, wie auch Rameau, die Forderung nach ihrer Anerkennung als `philosophes' erhoben." (MGG). In seiner Mémoire befasst Roussier sich ausführlich mit antiken Stimmungen, er spricht sich für die Wiederaufnahme der pythagoräischen Stimmung aus (Grove). - RISM B vi, S. 738; Hirsch I, 528.
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27 Bemetzrieder, [Anton]: Leçons de Clavecin et Principes d'Harmonie. Paris, Bluet 1771. VIII, 362, (1) S., zeitgenöss. Lederband, reiche Rückengoldprägung, Stehkantenvergoldung. - Kanten etwas bestoßen, Gelenke leicht beschädigt. Zweites Vorsatz gebräunt. S. 101 mit kl. Fleck, sonst innen sehr gut. 1.2oo,- * Erste Ausgabe der berühmten Leçons von A. Bemetzrieder (1743-1817), dieser Presentation pratique, systematique et pedagogique des grandes idees du temps" (M. Couvreur). - Die Autorschaft Bemetzrieders, Clavecin-Lehrer von Diderots Tochter, wird angezweifelt: Wenn Diderot den Text nicht selbst verfasste, so überarbeitete ihn jedoch zumindest von Grund auf und steuerte ein Vorwort bei. - Die Notenbeispiele in den sauberen, klaren Typen Fourniers. - Mit zahlreichen, sehr schönen Vignetten im Holzschnitt (Huault [?] inv. et fecit). - RISM B vi, S. 132; MGG I, 1620; Eitner I, 430; Fétis I, 331; Gregory-Bartlett I, 28; Hirsch I, 56; nicht bei Wolffheim.
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28 Rollet [...]: Méthode Pour apprendre La Musique sans transcription, avec Quatre Vingt Lecons a deux Parties, sur toutes les Clefs, toutes les mesures, Et toutes les tons qui sont usités dans la Musique. Paris, Le Menu [1771]. 4°, 1 Bl., 98 S., zeitgenöss. Pgt.-Bd. Durchg. gestochen. - Etwas bestoßen, Vorsätze mit Eintragungen. Innen gut. 4oo,- *
Etwas späterer Abzug der Ausgabe von 1762,
mit Verlagsverzeichnis auf Titelrückseite. - RISM B vi, S. 714;
Gregory / Sonneck, S. 235 (dat. 1780, nach Fétis). - Fétis
bezeichnet Rollet ohne nähere Angaben als professeur de
musique à Paris dans la seconde molié du dix-huitième
siècle". - Nach einer ausführlichen Elementarlehre
folgen in aufsteigender Schwierigkeit 80 zweistimmige Übungssätze
für zwei Geigen (Premiere Dessus, 2e Dessus). Dies legt den Schluß nahe,
daß Rollet als Violinist tätig war.
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31 Kirnberger, Johann Ph.: Die Kunst des reinen Satzes in der Musik aus sichern Grundsätzen hergeleitet und mit deutlichen Beyspielen erläutert. Berlin, Voss 1771 / Berlin u. Königsberg, Decker u. Hartung 1776-79. 2 Teile in drei Bdn., 5 Bll., 250, (6) S. / 2 Bll., 153 S. / 1 Bl., 232, (2) S., 1 Bl., 188, (1) S., zeitgenöss. Ldr.-Bde., Rü.-Goldprg. Mit Notenbsp. auf gefalt. Tafeln. Die Titel des 2. Teil mit Vignetten. 1.8oo,- * Vollständige Ausgabe von Kirnbergers Hauptwerk, durchwegs in erster Auflage. - RISM B vi, S. 453; Hirsch I, 272. - Kirnberger (1721-1783) war Schüler von J. S. Bach. In seine Darstellungen dürften auch Erfahrungen von Bachs Lehrmethode eingeflossen sein ... doch können Kirnbergers Schriften nicht vorbehaltlos als eine Darstellung der Bachschen Kompositionslehre angesehen werden." (MGG2). Kirnberger wendet sich auch gegen das System Rameaus, was zu heftigen Kontroversen mit Marpurg, einem Verfechter der Rameau'schen Lehren, führte. - Von besonderer Bedeutung sind die enthaltenen Erst- und Frühdrucke Bach'scher Kompositionen: aus der Messe BWV 234 (Rezitativ Christe eleison"), 4 Canones aus dem Musikalischen Opfer (BWV 1079) und zwei Choralsätze (BWV 370 u. 288).
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29 Le Ronde d'Alembert, Jean-Baptiste: Élémens [!] de Musique théorique et pratique, suivant les principes de M. Rameau, éclaircis, développés et simplifés. Nouvelle Édition, Revue, corrigée & considérablement augmentée. Lyon, Bruyset 1772. 2 Bll., XXXVI, 236 S., 2 Bll., 10 gestochene Tafeln, mehrfach gefaltet, Ldr.-Bd. d. Zt. mit Goldprg, Goldschnitt. Titel in schwarz / rot gedruckt, schöne Vorsätze. - Etwas bestoßen, Rücken an den Gelenken mit Einrissen. Innen sehr gut. 45o,- * RISM B vi, S. 78; Hirsch I, 23. - Für d'Alembert (1717-1783), Mathematiker, Philosoph und einer der Herausgeber der Enzyclopédie, stellte zunächst Rameaus System den Ausgangspunkt seiner eigenen musiktheoretischen Darlegungen dar. Unter dem wachsenden Eindruck der italienischen Musik kam es zu einer kritischen Neubewertung Rameaus, die sich in zahlreichen, veränderten Artikeln der nouvelle édition äußert.
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30 Eximeno, D. Antonio: Dell'Origine e delle Regole della Musica colla Storia del suo progresso, Decadenza, e Rinnovazione ... Dedicata all'Augusta Real Principessa Maria Antonia Walburga di Baviera. In Roma MDCCLXXIV [1774] nella Stamperia di Michel'Angelo Barbiellini. 4°, Frontispiz, 6 Bll., 466 S., 23 ausfaltbare Tafeln mit Musik- und Notenbeispielen, Pgt.bd. d. Zt. mit Rückenschild. Mit zahlr. Kupferstichen und Holzschnittinitialen im Text. - Rücken mit Einriß, etwas bestoßen. Innen gut, wenige Anstreichungen in Blei, einige Seiten mit leichten Stockflecken. 65o,- * Erste Ausgabe des wichtigen Werks des Jesuiten Eximeno (1729-1808), dem in der ganzen Welt Bewunderung gezollt wurde, obwohl es an Gegnern nicht fehlte". Eximeno wendet sich in seinen Regole gegen die aus der Mathematik abgeleiteten abstrakten Regeln der Musiktheorie und fordert, daß der Komponist nur seinem Instinkt folge: Regeln sind zum Komponieren unnötig. Damit hat Eximeno der Musikkanschauung der deutschen Frühromantik (Herder, Heine, Wackenroder) vorgearbeitet, wohl ohne von ihr etwas zu wissen." (MGG). - Das gestochenene Frontispiz (von Catalano / Brunetti) zeigt die Widmungsträgerin Antonia Walburga mit einer Ausgabe der Regole. - RISM B vi, S. 299; Hirsch I, 162.
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32 Unger, Johann Fr.: Entwurf einer Maschine wodurch alles was auf dem Clavier gespielt wird, sich von selber in Noten setzt. Im Jahr 1752. an die Königl. Akademie der Wissenschaften zu Berlin eingesandt, nebst dem mit dem Herrn Director Euler darüber geführten Briefwechsel, und einigen andern diesen Entwurf betreffenden Nachrichten. Braunschweig, Fürstl. Waisenhaus-Buchhandlung 1774. 4 Bll., 52 S., zeitgenöss. Pbd., 8 gefalt. Tafel im Stich. - Vord. Vorsatz mit Exlibris und Eintragungen in Blei. 1.5oo,- *
(Unger) Seltene erste Ausgabe dieser originellen Schrift, einziges gedrucktes Werk Ungers. - J. F. Ungers (1716-1781)
Erfindung realisiert den alten Wunsch, Klaviermusik im Augenblick ihres
Erklingens automatisch aufzuzeichnen. Mittels eines feinfühlig
reagierenden Hebelsystems" wurden die Spielbewegungen einschließlich
Agogik und Dynamik auf einen Papierstreifen übertragen. Die Maschine
wurde 1752 mit Erfolg der Berliner Akademie vorgeführt, Ungers
Maschine ist damit noch vor Engramelles Tonotechnie der erste
funktionierende derartige Versuch. Das Prinzip konnte sich aber nicht
durchsetzen, da die Übertragung in normale" Notenschrift
zu langwierig war. Zeitgenössische Komponisten und Musiker standen
der Maschine skeptisch gegenüber, Scheibe bezeichnet solche Maschinen
als "ganz und gar unmöglich" (in seiner Anhandlung
vom Ursprunge und Alter der Musik, S. XLIV). - RISM B vi, S. 851;
Gregory / Sonneck, S. 277.
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33 Sulzer, Johann G.: Allgemeine Theorie der Schönen Künste in einzeln, nach alphabetischer Ordnung der Kunstwörter auf einander folgenden, Artikeln abgehandelt. Zweyte verbesserte Auflage. Leipzig, bey M. G. Weidmanns Erben und Reich. 1778 / 1779. 4 Teile in 2 Bdn., zeitgenöss. H.-Pgt. Mit zus. 7 teils mehrfach gefalt. Tafeln mit Abb. u. Notenbsp. - Wenig bestoßen, Besitzvermerke gelöscht (in Bd. 2, Vorrede mit ganz geringem Textverlust). Bd. 1 Vorsatz mit Eintragungen von alter Hand. 2.2oo,- * RISM B vi, S, 812. - Wichtigste, erweiterte Ausgabe von Sulzers Hauptwerk. Die musikalischen Artikel stammen von J. A. P. Schulz und J. P. Kirnberger. - Das allegorische Frontispiz ist von D. Chodowiecki gestochen. Mit schönen Titelvignetten und Kopfleisten.
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34 Laborde, Jean Benjamin de: Essai sur la musique ancienne et moderne. Paris, Ph-.D. Pierres 1780. 3 Bde. [von 4]. Mit Holzschnitt-Titelvignetten, zus. 58 Kupfertafeln, 39 Holzschnitt- u. 6 Kupfervignetten, 6 Notenkupfern, 7 Tabellen (Tafeln teils mehrfach gefaltet). 4°. Lederbände der Zeit mit Rücken- und Kantenvergoldung. - Außen etwas bestoßen, Gelenke und Kapitale gering beschädigt. Innen von sehr guter, frischer Erhaltung. 1.8oo,- * Erstausgabe der berühmten, ersten französischen Musik-Enzyklopädie, zugleich eines der besten und schönsten illustrierten Musikbücher des 18. Jahrhunderts. _ Neben der Darstellung der europäischen Musikgeschichte ab der Antike werden ausführlich auch die außereuropäische Musik und ihre Instrumente behandelt. Neben der intensiven Beschäftigung mit der Geschichte der griechischen und asiatischen Musik beruht der Wert des Werks in teilweisen Erstveröffentlichung von Musik des 16. und 17. Jahrhunderts. Auch drucktechnisch stellt Labordes Essai ein Meisterwerk dar, die fein gestochenen Abbildungen sind Meisterwerke ihrer Art. Die Vignetten wurden von Malapeau and Masquelier graviert, die Tafeln von Bouland, Chenu, Piquenot, Mme Ponce & Mme Moria nach Vorlagen von Bouland, Myris und Paris. _ Schönes, breitrandiges Exemplar in recht gutem Erhaltungszustand. In Bd. 2 sind die Choix de chansons mises à Quatres Parties und die dazugehörigen Stimmen mit eingebunden. Es fehlt der vierte Band, der neben Index und kleineren Ergänzungen sich inhaltlich ausschließlich mit den Poetes Lyriques Francaises" befasst. _ Jean-Benjamin de la Borde (1739- 22. Juli 1794, guillotiniert), eine Zeitlang Gouverneur des Louvre, war Schüler von Dauvergne (Violine) und Rameau (Komposition, Theorie). _ Fétis II, 26; RISM B vi, 466; Hirsch I, Anh. 36.
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35 [Diderot, D. & J. le Ronde d'Alembert]: [Encyclopédie ou Dictionnaire raisonne des sciences, des arts et des metiers]. Musique. Contenant 19 Planches. [Lausanne, Sociétés Typographiques 1780 - 1782]. 40 S., 17 gest. Tafeln (davon 2 mit Doppelzählung), geheftet. - Aus Bindung gelöst. 13o,- * Text- und Tafelteil Musique aus dem Lausanner Nachdruck der Enzyklopädie, hier im Oktavformat. Identisch mit der großen Ausgabe.
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36 Kirnberger, Johan [!] Philip: Grundsätze des Generalbasses als erste Linien zur Composition. Nebst XXXXV Kupfertafeln. Bln., Hummel [1781] / Hildesheim, Olms 1974. 2 Bde., Noten- und Textband. Gr-8°, 3 Hefte in 1, Titel, 13; 18; 15 S. Zeitgenöss. Pbd. / 13, 18, 15, 88, 31 S., Oln., Goldprg. - Notenband außen leicht bestoßen, innen sehr frisch. 27o,- * Separat gebundener Band mit den gestochenen Musikbeispielen. Vorgebunden der Titel des Textbandes mit der schönen Vignette. - RISM B vi, S. 452. - Textband als Reprint der Ausgabe Berlin 1781, beigeb.: [Reprint von:] ders. Gedanken über die verschiedenen Lehrarten in der Komposition. Bln., Decker 1782.
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37 Pizzati, Giuseppe: La Scienza de'Suoni e dell'Armonia diretta specialmente A render ragione de'Fenomeni, ed a conoscer la Natura e le Leggi della medesima, ed a giovare alle pratica del Contrappunto. Opera divisa in cinque parti. Venezia, Giov. Gatti 1782. 4°, VIII, 358, (1) S., zeitgenöss. Pgt.Bd. - Etwas bestoßen, innen gutes Exemplar. 3oo,- * RISM B vi, S. 656 / 657; Gregory / Sonneck, S. 210. - Ohne den Notenbeiband. - Pizzati (1732-1803) war Abt und Mathematiker" (Becker), gelehrter Venezianer" (Mendel / Reissmann). - In den zahlreichen Anmerkungen gibt Pizzati als Quellen: Martini, V. Galilei, Mersenne, Zarlino, Rameau, Kircher, Coferati, d'Alembert, Tartini, Bontempi, Fux u.a.
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38 Koch, Heinrich Chr.: Versuch einer Anleitung zur Composition. Leipzig, Böhme 1782 / 1787 / 1793. 3 Bde., XXIV, 374 / VII, 469 / XII, 464, (1) S., Bd. 1 zeitgenöss. Hldr. m. Rü.-Goldprg., Bde. 2+3 zeitgenöss. Ppbde. Mit zahlr. Notenbsp. in Typendruck. - Etwas bestoßen, Bde. 2 u. 3 Ebd. beschäd., Rücken abgeplatzt. Mit ausführl. Eintragungen auf Vorsätzen von alter Hand. Innen saubere Exemplare. 1.5oo,- * RISM B vi, S. 458; Gregory / Sonneck, S. 138; Hirsch I, 282. - Kochs Versuch stellt nicht geringeres dar, als eine an angehende Komponisten adressierte Kompositionslehre mit dem Anspruch, die lehrbaren Hauptteile der ,Setzkunst' (nach Kochs Verständnis Harmonie und Melodie) exemplarisch und extensiv darzustellen [...] Als der eigentlich bedeutendste Teil ... muß die im dritten Band entwickelte Melodielehre gelten" (MGG2). Seine Bedeutung erhält Kochs Versuch als das einzige Buch, das halbwegs als theoretisches Äquivalent des frühklassischen Stiles gelten kann" (Dahlhaus). - Sehr selten komplett.
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39 Albrechtsberger, Johann G.: Gründliche Anweisung zur Composition, mit deutlichen und ausführlichen Exempeln, zum Selbstunterrichte, erläutert; und mit einem Anhange: Von der Beschaffenheit und Anwendung aller jetzt üblichen musikalischen Instrumente. Leipzig, bey J. G. I. Breitkopf, 1790. Gr-8°, 2 Bll., 440 S., Hldr. m. Rgp., Rotschnitt. Mit zahlr. Notenbeispielen. - Kanten gering bestoßen, Gelenke oben und unten mit kl. Einriß. Ebd.-Papier etwas beschabt und leicht fleckig. Innen unbenutztes, frisches und sauberes Exemplar. Schönes Vorsatz im Stil der Zeit, vorne mit eingekl. kleinem Notizblatt. 1.6oo,- * RISM B vi, S. 76 / 77; Eitner I, S. 93, Gregory / Sonneck, S. 11. - Nicht bei Hirsch und Wolfheim. - Seltene erste Auflage des berühmten und lange beliebten Lehrwerkes. Albrechtsberger (1736-1809), neben und in der Nachfolge von Fux, Bach und Marpurg einer der wichtigsten Theoretiker des 18. Jahrhunderts, ist heute vor allem für seine Compositionslehre" bekannt. Von seinen musikalischen Werke erschien hingegen nur ein kleiner Teil im Druck. Im Wien des ausgehenden 18. Jahrhunderts war er ein erfolgreicher Lehrer, zu seinen Schülern zählen unter anderen Beethoven, Czerny, Weigl und Hummel. - Beil.: 6 Bll. Exzerpt, ital. Sprache (inkomplett?).
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40 Marpurg, Friedrich W.: Neue Methode allerley Arten von Temperaturen dem Claviere aufs bequemste mitzutheilen; auf Veranlaßung einer von dem Herrn Baron von Wiese zu Dresden vorgeschlagenen neuen Stimmungsart. Bln., G. A. Lange 1790. 6 Bll., 40 S., späterer Hln. mit eingeb. Umschl. d. Zt. 98o,- * RISM B vi, S. 546; Eitner VI, 341. - Letzte selbständige Schrift Marpurgs. - Genaue Darstellung der neuen ungleichschwebenden Stimmung des Baron von Wiese mit einem Vergleich mit den älteren Kirnbergerschen Stimmungen. Marpurgs Buch erscheint zu einer Zeit, da der Streit um die richtige Stimmung bereits entschieden war, nicht zuletzt durch sein eigenes Zutun, in seinem Versuch über die musicalische Temperatur von 1766 hatte er die gleichschwebende Temperatur als die idealste dargestellt. So liest sich die Neue Methode mehr wie eine Zusammenfassung und als ein nochmaliger Versuch, die Kirnbergschen Positionen zu schwächen. Besonders wertvoll ist hier der große zweite Abschnitt mit genauen Anweisung, wie beim Stimmen vorgegangen werden soll ohne alle andere Hülfsmittel als durch das bloße Gehör".
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41 B. de W. [d.i. Wiese, Christian L. G., Freiherr von]: Discours Analytique sur la Cohérance Imperturbable de l'Unité du Principe des Trois Premieres Principes Intégrantes de la Théorie Musicale, et qui sont: 1) La partie canonique ... 2) La partie mélodique ... 3) La partie harmonique. Dresden, Walther 1795. 38 S., Pbd. Mit 5 mehrfach gefalt. Tafeln. 26o,- * Seltene erste Ausgabe. - RISM B vi, S. 891; Eitner X, 256f. Nicht bei Hirsch u. Wolffheim. - Anonym erschienener Traktat über akustische und mathematische Probleme der Musik. - Der in Ansbach geborene Baron von Wiese (1732-1800) war seit 1757 Kammerherr, Oberhofmeister und Geheimer Rat in Dresden. Friedrich Wilhelm Marpurg beschäftigte sich in seiner Schrift Neue Methode allerley Arten von Temperaturen dem Claviere aufs bequemste mitzutheilen mit den Theorien Wieses, die in Berlin offensichtlich lange diskutiert worden waren.
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42 Knecht, Justin H.: Kleines alphabetisches Woerterbuch der vornehmsten und interessantesten Artikel aus der musikalischen Theorie. Ulm, Wohler 1795. VIII, 117 S., 1 Bl., Pbd. d. Zt. In mod. Schuber. - Bestoßen, letzte Seiten mit kl. Loch, min. Textverlust. Ebd. fleckig. 35o,- * RISM B vi, S. 456; Eitner V, 391. - Erste Ausgabe des seltenen Handbuches zur musikalischen Terminologie. Mit der Anzeige von Knechts Elementarwerk der Harmonie auf der letzten Seite. - Als Einband diente ein beschriebenes Notenblatt der Zeit.
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43 Hiller, Johann A.: Anweisung zum musikalisch-richtigem Gesange, mit hinlänglichen Exempeln erläutert. Zweyte, verbesserte Auflage. Leipzig, bey J. G. Feind 1798. 6 Bll., 220, (4) S., Pbd. d. Zt. Mit zahlr. Noten im Typendruck. - Bestoßen, 1 Zwischentitel stärker fleckig. Gelöschter BV (Stempel). 85o,- * RISM B vi, S. 413; Eitner V, 148; Wolffheim I, 706. - Nahezu unveränderte Wiederauflage der Ausgabe von 1771, offenbar war Hillers eröffnende Feststellung nach wie vor berechtigt: Jedermann singt, und der größte Theil singt - falsch".
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44 Kirnberger, Johann Ph.: Die Kunst des reinen Satzes in der Musik aus sichern Grundsätzen hergeleitet und mit deutlichen Beispielen erläutert. Erster Theil [und] Zweyter Theil. Erste Abtheilung. Wien 1798. 2 Bde. in 1, 2 Bll., 256, VI S. / 2 Bll., 153 S., zeitgenöss. Pbd. Mit zahlr. Notenbsp. im Typendruck. - Bestoßen, Rücken leicht beschädigt. Innen papierbed. teils leicht fleckig. Ehem. Bibl.-Ex. (mehrfach gestempelt, entwidmet). 7oo,- * Zweiter Wiener Nachdruck. - Wiederauflage des (wohl unrechtmäßigen) Drucks der musikalisch-typographischen Gesellschaft, jetzt ohne Verlagsangabe. - RISM B vi, S. 454 (nur Teil 1).
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45 Gervasoni, Carlo: La Scuola della Musica in tre parti divisi. Milano, Niccolo Orcesi 1800. 2 Bde., 552 S. / 100 Bll., zeitgenöss. br. Notenband mit gest. Tafeln. - Unbeschnitten, Bd. 1 nicht aufgeschnitten. Gering bestoßen, innen frisches, unbenutztes Exemplar. 35o,- * RISM B vi, S. 361. - Der Notenband mit eigenem Titel Esempi della Scuola della Musica wurde erst einige Zeit später (1801?) veröffentlicht. - Carlo Gervasonis (1762-1819) Hauptwerk war in der ersten Hälfte des 19. Jh. ein weit verbreitetes Lehrbuch in Italien, 1836 adaptierte Choron die ersten zwei Teile daraus in seinem Manuel complet. Heute ist die Scuola della Musica eine wichtige Quelle für die Aufführungspraxis, vor allem wegen des zweiten Kapitels Introduzione alla Pratica della Musica".
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46 Klein, Johann J.: Lehrbuch der theoretischen Musik in systematischer Darstellung. Lpz. u. Gera, W. Heinsius 1801. 2 Bll., XVI, 200, (1) S., Pbd. d. Zt. Mit zus. 10 gest. Tafeln u. gest. Titelvignette. - Etwas bestoßen, oberes Kapital gering beschädigt. Titel mit mehrfachen BV u. Stempel auf Rückseite. Sonst sehr sauberes, offensichtlich unbenutztes Exemplar. 8oo,- * Original-Ausgabe der dem Verleger Johann Anton André in Offenbach gewidmeten Schrift. _ Die Lehre der theoretischen Musik" gliedert sich in drei Hauptstücke. Zuerst wird die Lehre von dem Schalle [nach den] Lehrsätzen berühmter Naturforscher" dargestellt, es folgt die Lehre von der Bestimmung der Größe der Töne", den größten Teil nimmt die Behandlung der Beschaffenheit der Werkzeuge, auf welchen die Töne hervorgebracht werden" ein. Am ausführlichsten geht Klein auf die Tasteninstrumente ein, vor allem auf die Orgel" (MGG). _ Kleins Schrift liegt in zwei nahezu identischen Ausgaben vor, über deren Priorität keine völlige Klarheit besteht. RISM B vi, S. 455 kennt nur die Ausgabe Offenbach (datiert mit ca. 1800"), TNG (X, 102) nur die vorliegende Ausgabe, dagegen MGG (VII, 1205) und Eitner (V, 383) mit dem Zusatz einige Exemplare ersch. mit verändertem Titelblatt bei André (o. J.), bzw. nebst einer Ausg. s.a. Offenb. André". _ J. J. Klein (1740 _ 1823), im Hauptberuf Jurist, daneben nahezu Zeit seines Lebens Organist an der Stadtkirche zu Eisenberg, war mit dem Widmungsträger gut bekannt, so daß ein Erscheinen in dessen Verlag wohl nahelag. Der Hauptverleger scheint jedoch Heinsius gewesen zu sein, dessen zweiter Verlagsort Gera für Klein jedenfalls geographisch näher lag.
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47 Rodolphe, Jean Jos.: Solfége [!] Ou Nouvelle Méthode de Musique Divisée en Deux Parties la Premiere Contient la Théorie de cet Art la Seconde les Lecons Avec la Basse et les Gradations Nécessaires pour parvenir Aux Difficultés. Seconde Edition. Paris, Leduc (PN 2) [um 1803]. Verlagsangabe überklebt mit Paris, Bonjour. Fol., 1 Bl., 168 S., Pbd. d. Zt., mit 1 doppelseit. Abb. Gestochen. - Bestoßen und berieben, Rücken mit Einriß. Buchblock gut. Innen gutes Exemplar. 45o,- * RISM B vi, S. 710. - Seltene zweite Auflage des bekannten und lange verwendeten Theoriebuches, in erster Auflage erschienen 1784. - J. J. Rodolphe, eigentlich Johann J. Rudolph (1730-1812) wirkte als Geiger, Hornist und Komponist in Parma und Stuttgart, ab 1766 in Paris. Am neugegründeten Conservatoire war er einer der ersten Harmonielehrer (solfège).
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48 Choron, Alexandre: Principes de Composition des Ecoles d'Italie Adaptés par le Gouvernement Francais pour servir à l'instruction des Elèves des Maîtrises de Cathédrales. Ouvrage Classique. Paris, Aug. Le Duc & Comp. (PN 163) [1808]. 3 Bde., fol., zeitgenöss. Hpgt. Durchg. gestochen. - Etwas bestoßen, Bezugpapier an den Kanten etwas beschädigt. Bd. 1 Titel mit kl. Ausschnitt (ohne Textverlust). 8oo,- * Chorons Principes de Composition sind eine großangelegte Kompositionslehre mit zahlreichen Beispielen, sie umfassen Generalbaß, Kontrapunkt- und Fugenstudien. Die hauptsächlichsten Quellen stellen die die Lehrwerke Martinis, Marpurgs und Fux' dar. - Alexandre Choron (1771-1834) ist als Lehrer, Theoretiker, Komponist und Verleger hervorgetreten. Als einer der ersten verlegte er ältere Musik von Josquin und Palestrina bis Bach. Die von ihm gegründete Ecole de Musique Religieuse Classique, eine wichtige Institution für die Wiederbelebung älterer Kirchenmusik, wurde später von Niedermayer zu großem Erfolg geführt.
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49 Koch, Heinrich Chr.: Handbuch bey dem Studium der Harmonie. Lpz., Hartknoch 1811. Qu-4°, X S., 484 Sp., zeitgenöss. Pbd. - Bestoßen, rechte untere Ecke leicht gestaucht. 8oo,- * Erste Ausgabe. Selten - Kochs Handbuch stellt
eine Umarbeitung des ersten Buches seiner berühmten Anleitung
zur Komposition dar. Laut Vorwort war eine Neufassung nötig
geworden, da erstens die Chladnyschen Forschungen das alte Harmoniesystem,
das Koch seinen Ausführungen zugrunde gelegt hatte, überwunden
hätten und nächst diesem ... sich 2) seit der Erscheinung
jenes Werkes die dissonirenden Verbindungsarten der Töne im Satze
dergestalt vemehrt, daß auch bei diesem Gegenstande ein anderer
Weg eingeschlagen werden mußte" (Vorwort).
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50 Pfeiffer, M. T. / Nägeli, H. G.: Gesangbildungslehre nach Pestalozzischen Grundsätzen pädagogisch begründet von Michael Traugott Pfeiffer, methodisch bearbeitet von Hans Georg Nägeli. Erste Hauptabtheilung der vollständigen und ausführlichen Gesangschule [und] Beylage A [bzw. B und C] zur neuen Gesangschule [und] Chorgesangschule. Zweyte Hauptabtheilung. Zür., Nägeli 1810 / 1821. 2 Teile in 3 Bdn., 4°, XVI, 250, (1) S., Hldr. mit goldgepr. Rückensch. / 7; 17; 41 S., zeitgenöss. Broschur. / 2 Bll., 66, (33-) 88 S. [von 135]. Bd. 1 mit zahlr. Notenbsp. im Text, Bd. 2 mit Notenanhang. - Bd. 1 von gelegentlichen Anstreichungen abgesehen sehr gut erhaltenes Exemplar. Bd. 2 unbeschnitten und nicht aufgeschnitten in losen Lagen. Etwas bestossen. Erste und letzte zwei Lagen des Notenanhangs fehlen. 1.25o,- * Sehr seltene vollständige Originalausgabe der berühmten musikpädagogischen Schrift, mit den musikalischen Beilagen (fehlende Lage aus Bd. 2 in Kopie ergänzt). - Nägeli (1773-1836) ist als Verleger Beethoven'scher und vor allem Bach'scher Werke hevorgetreten, von letzterem veröffentlichte er die Erstausgaben des Wohltemperierten Klaviers und der h-moll-Messe. Als Komponist widmete er sich vorrangig dem Solo- und vor allem dem Chorlied. Angeregt durch die Erziehungsideale Heinrich Pestalozzis veröffentlichte er zahlreiche Sammlungen zu didaktischen Zwecken, so gemeinsam mit Michael Traugott Pfeiffer die beiden ersten Hauptteile der mehrbändigen Gesangschule, des ersten Lehrbuches für Chorgesang überhaupt.
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51 Gerber, Ernst L.: Neues historisch-biographisches Lexikon der Tonkünstler, welches Nachrichten von den Leben und Werken musikalischer Schriftsteller, berühmter Komponisten, Sänger, Meister auf Instrumenten, kunstvoller Dilettanten, Musikverleger, auch Orgel- und Instrumentenmacher, älterer und neuerer Zeit, aus allen Nationen enthält. Leipzig, bey A. Kühnel 1812-14. 4 Bde., XXXII S., 874 Sp. / VI S., 824 Sp. / VI S., 942 Sp. / (6) S., 844 Sp., Pbde. vor Mitte des 19. Jh. m. Rü.-Sch. - Etwas bestoßen und berieben, unteres Kapital teils stärker. Vorsätze gering fleckig, mit Exlibris. Sonst innen frische, unbenutzte Exemplare, einige Seiten seitl. leicht unsauber aufgeschnitten. 1.4oo,- * Erheblich erweiterte Neuausgabe des 1790 zuerst erschienenen Musikerlexikons. - Band 2 mit einem großen Anhang welcher Nachrichten von Bildnissen, Büsten und Statuen berühmter ... Tonkünstler ... und ein Instrumenten-Register" enthält. - Eitner IV, 204; Wolffheim I, 226.
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52 Türk, Daniel G.: Anweisung zum Generalbaßspielen. Wien, Steiner & Comp. [ca. 1816]. 2 Bll., 389 S., blaue Obr. Mit zahlr. Notenbsp. im Typendruck. Schöne Titelvignette. Ebd.-Innenseite mit Verlagsverzeichnis. - Vord. Ebd. lose, etwas bestoßen. Innen gutes Exemplar mit wenigen Anmerkungen (in Blei). 28o,- *
Seltene Auflage des Wiener Nachdrucks der erfolgreichen Generalbaßschule, nun im Verlag Steiners. Wiederholter Nachdruck
der 1800 erschienenen zweiten Leipziger Auflage. Der erste Wiener Nachdruck
war bereits 1808 auf Kosten der Typographisch-Musikalischen Gesellschaft" erschienen.
Eine neue verbesserte Auflage" erschien bei Steiner 1822
mit einer geringeren Seitenzahl, nochmals aufgelegt 1827 von Steiners
Nachfolger Haslinger. - Offenbar wurde bei der Inverlagnahme durch
Steiner bei den noch vorhandenen Exemplaren nur das Titelblatt ersetzt,
jetzt im Stich mit einer schönen Vignette. - Türk war Schüler
des Dresdner Kreuzkantors und Bach-Schülers G.A. Homilius. Grundlage
des Unterrichts bei war u.a. C.P.E. Bachs Versuch, auf den Türk
in seiner Anweisung öfter verweist. Die 1791 erschienene Anweisung war
ein echter Verkaufsschlager, weil ihr Erscheinen offensichtlich
einem echten Bedürfnis entsprach. Auch Beethoven benutzte sie.
Dank der Überarbeitung durch F. Naue war sie noch Mitte des 19.
Jh. in Gebrauch" (MGG).
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53 Reicha, Antoine: Cours de Composition Musicale ou Traité Complet et Raisonné d'Harmonie Pratique. Paris, Gambaro (ohne PN) [1816-1818]. Fol., 2 Bll., 269 S., Hldr., Rgp. Durchw. gestochen. - Ebd. berieben und bestoßen. Titel leicht angestaubt, sonst innen gut. 6oo,- * Erste Ausgabe. - Anton Reichas (1770-1836) berühmtes erstes Lehrbuch der Kompositionslehre zeichnet sich auch durch sein unkonventionelles Vorgehen aus. Weder scheut er zurück vor Kritik an einer althergebrachten Komponistenausbildung, noch vor einem im engeren Sinne untheoretischen Vorgehen, etwa bei dem von ihm exemplifizierten System von dreizehn Akkorden, die seiner Harmonielehre zugrunde liegen: was liegt im Grunde daran, ob man einem Accord diesen oder jenen Ursprung zuschreibt, wenn man ihn nur wohl anzuwenden weiß" (dt. Übers., nach MGG2). - Im Jahr des Erscheines kam Reicha als Kompositionslehrer an das Pariser Conservatoire, dort zählten u. a. Liszt, Berlioz und Franck zu seinen Schülern. - Zu Reichas Stellung am Conservatoire gegenüber den eher konservativeren Fétis und Cherubini vgl. R. Groh, Die franzöische Kompositionslehre des 19. Jahrhunderts.
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54 Schneider, Friedrich: Elementarbuch der Harmonie und Tonsetzkunst. Ein Leitfaden beim Unterricht und Hülfsbuch zum Selbststudium der musicalischen Composition. Lpz., Peters (1820). Qu-4°, 112 S., zeitgenöss. Hpgt. m. Titel-Sch. Noten im Typendruck, gestochener Titel. - Minimal bestoßen, innen gut. 29o,- * F. Schneider (1786-1853) war Anhalt-Dessauischer Kapellmeister. Von seinen Werken (über 600 Lieder, 23 Sinfonien, 7 Opern u.v.a.) ist heute wenig bekannt, lediglich sein Elementarbuch erlebte eine zweite Auflage. Schneider verweist im Vorwort auf die guten grössern Werke von Albrechtsberger, Kirnberger, Marpurg, Sulzer ... vorzüglich aber Gottfried Webers Theorie der Tonsetzkunst" und begreift sein Werk ausdrücklich als Vorschule der musikalischen Composition", die manches angeführt, was in frühern sogenannten Generalbass-Schulen vergeblich gesucht wurde."
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55 Rousseau, Jean J.: Dictionnaire de Musique. Paris, Lequien 1821. 2 Bde., 3 Bll., 454 S., / 2 Bll., 264 S., Pbde. d. Zt. m. goldgepr. Rü.-Schild. Mit 14 mehrfach gefalt. Tafeln. - Etwas bestoßen. 1oo,- * Bde. 14 + 15 der Gesamtausgabe Lequiens.
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56 Türk, Daniel G.: Anweisung zum Generalbaßspielen. Vierte, verbesserte Auflage. Halle, Hemmerte und Schwetschke 1824. XI, 388 S., Hldr. d. Zt. m. Rückenschild, Goldprg. - Gering bestoßen, innen leicht stockfleckig. 2oo,- * Eitner IX, 469. - Von Interesse ist die (hier enthaltene) Vorrede zur zweiten Auflage, in der Türk sich gegen eine Rezension der Allgemeinen Deutschen Bibliothek wendet, für dessen Verfasser er auch im folgenden recht deutliche Worte findet (mein vielleicht etwas blödsichtiger Recensent Bsw."). - Eine fünfte Auflage erschien noch 1841.
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57 Weber, Gottfried: Versuch einer geordneten Theorie der Tonsetzkunst zum Selbstunterricht. Zweite durchaus umgearbeitete Auflage. Mainz, Schott 1824. 4 Bde., Hldr. / Opbde. Mit zus. 65 gefalt. Tafeln. In Bd. 4 beigeb.: Alphabetisches Wort- und Sachregister. Von M. K. Mainz, Schott 1825. - Bd. 1 abweichend gebunden, Titel und FS fehlen. Bde. 2-4 bestoßen, Bezugpapier teils beschädigt. Bd. 3 Ebd. und erste Seite mit abnehmendem Braunfleck, Bde. 2 u. 3 vord. Gelenk beschädigt. Innen saubere Exemplare. 7oo,- * J. C. Weber (1779-1839) war im Hauptberuf Jurist, er wirkte in Mannheim, Mainz und Darmstadt. Seine Hauptbedeutung erlangte er mit seinem Versuch einer geordneten Theorie der Tonsetzkunst (zuerst 1817-1821), sowie durch die Gründung und Leitung der Caecilia. Eine Zeitschrift für die musikalische Welt. Mit seinem Namensvetter C. M. von Weber war er gut befreundet. - Weber führte in seinem Versuch die Stufenbezeichnung und die Kennzeichnung der Akkorde durch Zahlen ein, was von Friedrich Schneider (in seinem Elementarbuch, s.d.) fortgeführt und leicht modifiziert von Hugo Riemann in dessen System übernommen wurde. Die Einflüsse Webers reichen bis Heinrich Schenker.
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58 Albrechtsberger, Johann G.: Sämmtliche Schriften über Generalbaß, Harmonie-Lehre, und Tonsetzkunst zum Selbstunterrichte. Systematisch geordnet mit zahlreichen, aus dessen mündlichen Mittheilungen geschöpften Erläuterungs-Beispielen, und einer kurzen Anleitung zum Partitur-Spiel, nebst Beschreibung aller jetzt gebräuchlichen Instrumente, vermehrt und herausgegeben von seinem Schüler Ignaz Ritter von Seyfried. Wien, A. Strauss (1826). 3 Bde., 8 Bll., 218 S. / 4 Bll., 264 S. / 4 Bll., 224, (4) S., Pbde. d. Zt. m. Rü.-Sch., FS. Mit zahlr. Notenbsp. - Gering bestoßen, Kapitale etwas stärker. Bd. 1 mit leichtem Wasserrand. 380,- *
Eitner I, S. 94; Hirsch I, 20. - Erste Ausgabe der von seinem Schüler Ritter von Seyfried nach Albrechtsbergers Tod
herausgebenen gesammelten Schriften. Bd. 1 enthält die Generalbaß-
und Harmonielehre, die Bde. 2 u. 3 die Compositions-Lehre. Im Anhang
eine Beschreibung aller jetzt üblichen ... Instrumente",
eine kurze Anleitung zum Partiturspiel", die Biographie
Albrechtsberger sowie ein Verzeichnis seiner Werke und seiner Schüler.
- Das Porträt nach dem Originalgemälde" gestochen
von Seb. Langer.
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59 Schneider, Friedrich: Elementarbuch der Harmonie und Tonsetzkunst. Ein Leitfaden beim Unterricht und Hülfsbuch zum Selbststudium der musicalischen Composition. Zweite verbesserte und vermehrte Auflage. Leipzig, im Bureau de Musique von C. F. Peters (1827). Qu-4°, 2 Bll., VI, 172, (2) S., 1 gefalt. Tabelle. Hln. d. Zt., gelber OU mit eingeb., Dreikantgoldschnitt. Noten im Typendruck. - Etwas bestoßen. 22o,-
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60 Czerny, Carl: Systematische Anleitung zum Fantasieren auf dem Pianoforte. 200tes Werk. Wien, Diabelli (PN 3270) [1829]. Fol., 111 S., geheftet. Gestochen. - Unbeschnitten, leicht unfrisch, mit kl. Wasserrand. Ebd. fehlt. 45o,- * Wichtiges pädagogisches Werk Czernys. - Als zweiter Teil seiner Fantasie-Schule erschien 1833 Die Kunst des Präludierens Op. 300. - Mit Stechervermerk am Ende Hodik", die Titelvignette von Blaschke nach Axmann.
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61 Weber, Gottfried: Versuch
einer geordneten Theorie der Tonsetzkunst zum Selbstunterricht.
Dritte durchaus umgearbeitete
Auflage. Mainz, Schott 1824. 4 Teil in 2 Bdn., Hldr. m. Rü.-Goldprg.
Mit zus. 65 gefalt. Tafeln. 6oo,- ________________________________
62 Haydn, Michael: Michael Haydn's Partitur-Fundament. Hg. von M. Bischofreiter. Salzburg 1833. Verlag der Obererschen lithographischen Anstalt. Qu-fol., 2 Bll., 74, (1) S., Pbd. d. Zt. Großer lith. Titel. - Minimal bestoßen. Kl., zeitgenöss. BV. verkauft * Das Michael Haydn zugeschriebene (fast 30 Jahre nach seinem Tod erschienene) Partiturfundament, eine umfangreiche Sammlung vierstimmig gesetzter Generalbassbeispiele, dokumentiert die Generalbaßpraxis um 1800, also einer Zeit, in der diese Spielpraxis außerhalb der Kirchenmusik bereits keine Rolle mehr spielte.
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63 Cherubini, Luigi: Theorie des Contrapunktes und der Fuge. Aus dem Französischen übersetzt von F. Stoelzel. Cours de Contre-point et de Fugue. Lpz., Kistner (VN 1100) ]1836]. 4°, Titel, 191 S., Hln. - Stark bestoßen, etwas lose, Rücken beschädigt, rechte untere Ecke durchgehend beschädigt, ohne Textverlust. 12o,- * Erste deutsche Ausgabe von Cherubinis großem Lehrwerk, erschienen ein Jahr nach der Originalausgabe.
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64 Albrechtsberger, Johann G.: Sämmtliche Schriften über Generalbaß, Harmonie=Lehre, und Tonkunst; zum Selbstunterrichte [...] und einer kurzen Anleitung zum Partitur=Spiel, nebst Beschreibung aller bis jetzt gebräuchlichen Instrumente, vermehrt und herausgegeben von seinem Schüler, Ignaz Seyfried. Zweyte, sorgfältig revidirte Auflage. Wien, Haslinger [1837]. 208 S. / 5 Bll., 273 S. / 4 Bll, 192 [statt: 208] S., Hldr. d. Zt. Mit zahlr. Notenbeispielen im Typendruck. - Ebd. berieben und bestoßen. Seitenränder und Schnitt fleckig. Erste Lage (Vorwort und Inhaltsverzeichnis) in alter Kopie ergänzt, SS. 193-208 fehlen. Vorsätze mit Eintragungen von älterer Hand. 16o,- * Zweite Ausgabe der gesammelten Schriften. - Albrechtsbergers Schriften sind vollständig enthalten, es fehlen im Anhang die Biographie und das Werkverzeichnis. - Mit umfangreichen Verlagsanzeigen Haslingers zwischen den Bänden.
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65 Marx, Adolph B.: Die Lehre von der musikalischen Komposition, praktisch theoretisch, zum Selbstunterricht, oder als Leitfaden bei Privat Unterweisung und öffentlichen Vorträgen. Erster [und zweiter] Band. Lpz., B&H 1837 / 1838. 2 Bde. [von 4], XVI, 445, (3) / XVI, 583, (1) S., Hldr. / Ohldr., Rgp. - Etwas bestoßen. 25o,- * Die Eröffnungsbände der berühmten Schrift in erster Auflage, wohl die wichtigste und folgenreichste Kompositionslehre des 19. Jh. - Marx studierte zusammen mit Loewe bei D. G. Türk, später bei Zelter, seine Kompositionen haben sich, im Gegensatz zu seinen theoretischen Schriften, jedoch als nicht lebensfähig erwiesen.
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66 Schütze, Friedrich W.: Generalbass für Dilettanten. Die Harmonielehre faßlich und nach pädagogischen Grundsätzen, für sich bildende Piano-forte-Spieler und deren Lehrer dargestellt. Nebst einem Beispielbuche. Dresden u. Lpz., Arnoldi 1837. XVI, 208 S., Pbd. d. Zt. - Gering bestoßen, innen papierbed. leicht fleckig. 19o,- * Der Verfasser war Lehrer am Freiherrlich von Fletcherschen Schullehrer-Seminar in Dresden. - Das Beispielbuch in 3. Auflage (1860), die erste Auflage ist in keiner deutschen Bibliothek vorhanden.
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67 Schilling, Gustav: Encyclopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften oder Universal-Lexikon der Tonkunst. Stgt., F. H. Köhler 1838 - 1842. 7 Bde., Hldr.-Bde. d. Zt. mit goldgepr. Rü.-Sch. Mit Notenbeilagen und mehreren, teils gefalt. Tafeln. - Etwas bestoßen und berieben, BV. Bd. 1 Rücken beschädigt. Vorsätze teils mit kl. Flecken (Ebd.-Spuren). Innen gut, insgesamt schönes Exemplar. 1.1oo,- * Komplette Ausgabe des berühmten Musiklexikons, mit dem erst 1842 erschienenen (von F. S. Gaßner hg.) Supplementband, der auch das General-Register für alle Bände enthält. Einige der Bände (1-4), die vor 1840 erschienen waren, liegen in der (unveränderten) neuen / zweiten Ausgabe von 1840 vor. Der Nachdruck war also bereits vor Erscheinen des Supplementbandes 1842 notwendig! Als Mitarbeiter zeichnen unter anderen Fink, de la Motte Fouqué, Grosheim, Marx, Rellstab und Seyfried. _ Seltenes und für das frühe 19. Jahrhundert unverzichtbares Lexikon.
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* Erste Ausgabe. - Gute Kompilation aus zahlreichen Vergleichswerken.
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69 Marx, Adolph B.: Allgemeine Musiklehre. Ein Hülfsbuch für Lehrer und Lernende in jedem Zweige musikalischer Unterweisung. Lpz., B&H 1839. VIII, 358, (2) S., Ln. d. Zt., Rü.-Goldprg. Mit zahlr. Notenbsp., mehrere Abb. - Bestoßen. 15o,- * Erste Auflage des bis zur Jahrhundertwende öfter aufgelegten Buches.
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* Inhalt: Musikalische Organographie; Begriff und
Wesenheit der Musik; Musikalische Didaktik; Allgemeine Tonlehre; Musikalische
Semiotik; Rhythmik; Melodik und Harmonik; Dynamik; Vortragslehre; Formenlehre,
Musikalische Terminologie.
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* Uniform gebundene, vollständige Ausgabe. - Band 1 und 2 in dritter, Band 3 in zweiter und Bd. 4 in erster Auflage.
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72 Fenaroli, Fedele: Cours Complet d'Harmonie et de Haute Composition. Ouvrage adopté au conservatoire de musique de Naples et de Paris dédié à N. Zingarelli. Nouvelle édition soigneusement corrigée. Paris, Vve. Launer (VN 500) [vor 1849]. Fol., IX, 167 S., Hldr., Rgp. Lith. Umdruck. - BV. 18o,- * Mit italienischem und französischem Paralleltext, übersetzt und hg. von E. Imbimbo. Fenarolis Traktat war 1775 mit dem Titel Regole musicali per principianti di cembalo in Neapel erschienen, die französische Ausgabe erschien zuerst um 1814. - Aus dem Besitz des Geigers Henri Marteau mit mehrfachem (handschr. u. gestempeltem) Besitzvermerk.
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* Spätere Ausgaben der beiden wichtigen Theorietraktate. - Aus dem Besitz des Geigers Henri Marteau mit mehrfachem Besitzvermerk und dem handschriftlichen Hinweis Offert de la Societé philharmonique de Beziers 1889". - Im ersten Teil (Cherubini) teils weitreichende Eintragungen, die, laut handschriftlichen Vermerk auf der Titelseite, von Marteaus Unterricht am Pariser Conservatoire bei Th. Dubois stammen: Toutes les notes à l'oeuvre rouge sont les feuilles supplémentaires de Contrepoint faits par Th. Dubois à sa classe (1891-1892)".
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74 Hauptmann, Moritz: Die Natur der Harmonik und der Metrik. Zur Theorie der Musik. Lpz., B&H 1853. XII, 394, (1) S., Hln., Rgp. Mit Notenbsp. u. Abb. - Kanten gering bestoßen. Wenige Anstreichungen und Marginalien von alter Hand, BV. 35o,- * Seltene Erstausgabe des theoretischen Hauptwerks
Hauptmanns. - Moritz Hauptmann (1792-1868) wirkte von 1820 bis zu seiner
Berufung zum Thomaskantor 1842 als Geiger und Kompositionslehrer in
Kassel. - Die Natur der Harmonik ist eines der großen
Theoriewerke des 19. Jahrhunderts und übte einen kaum zu
unterschätzenden Einfluß auf die Theoriediskussion von Helmholtz
bis Riemann aus. [...] Hauptmann dürfte der erste und in dieser
Konsequenz einzige Musiktheoretiker gewesen sein, der auf die große
Philosophie seiner Zeit, den deutschen Idealismus ... mit einem musiktheoretischen
System reagiert hat, [auf einem Gebiet, dessen Theorie] bis dahin kaum
auf diesen Namen Anspruch erheben konnte" sondern das eher
ein mehr oder weniger systematisches Konglomerat von Anweisungen und
Regeln zur Erlernung des kompositorischen Handwerks" war. Seine
Schrift befasst sich daher nur mit natürlichen Bildungsgesetzen,
nicht mit Anweisung zur praktischen Composition". Vor allem die
Lösung des Dur-Moll-Problems, der Erklärung des Moll-Akkordes,
der sich nicht auf die Obertonreihe zurückführen läßt,
war für ihn ein logisches Problem. Mit dessen (in der Tradition
Rameaus und Tartinis stehenden) Definition als nach unten hängendem
Gegensatz des Dur-Akkordes wurde
er zum Stammvater des harmonischen Dualismus" (Rummenhöller
in MGG2, VIII), sein Ansatz blieb jedoch nicht ohne Kritik, die bis
dahin unerhörte philosophische Form, in die Hauptmann seine Lehre kleidete,
verhinderte zudem eine allgemeine Verbreitung" derselben.
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75 Berlioz, Hector: Grand Traité d'Instrumentation et d'Orchestration Modernes. Oeuvre 10eme. Nouvelle Edition revue, corrigée, augmentée de plusieurs chapitres sur les instruments récemment inventes et suivie de l'Art du chef d'Orchestre. Paris, Lemoine (VN 14518.H. / S 996) [um 1860]. Fol., 312 S., Hln. m. aufgez. OU. - Etwas bestoßen. 3oo,- * Titelauflage der endgültigen, erweiterten, zweiten Fassung. - Diese Ausgabe nicht bei Hopkinson, Variante zu 30 B (a) und 30 B (b).
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* Spätere Ausgabe des berühmten Lehrbuches, gedruckt von den Platten der Original-Ausgabe. - Aus dem Besitz des Geigers Henri Marteau (1874-1934) mit mehrfachen handschr. und gestempelten Besitzvermerken.
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* Der Herausgeber Oskar Paul (1836-1898) war Schüler von Hauptmann. 1872 wurde er zum Professor in Leipzig berufen. Bekannt ist seine Kontroverse mit H. Riemann, dessen erste Dissertation er 1873 ablehnte.
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78 Hanslick, Eduard: Sammlung seiner Schriften. Bln., Allgemeiner Verein für Deutsche Literatur / Hofmann / Lpz., Barth u.a. 1874-1900. 14 Teile in 15 Bdn., Oln. / Ohldr., Rgp. - Ebde. berieb. und teils stärker best., Kapitale z.T. etwas beschädigt. Vereinzelt mit Eintragungen. Teils mit BV (Exlibris Kitty Hanfstaengl", H. W. v. Waltershausen"). 7oo,- * Enthält: [1] Vom Musikalisch-Schönen. Ein Beitrag zur Revision der Aesthetik der Tonkunst. Vierte, verb. Auflage. Lpz. 1874. [2] Die moderne Oper. Kritiken und Studien. Bln. 1875. [3] Musikalische Stationen. Neue Folge der Modernen Oper". Bln.1880. [4] Aus dem Opernleben der Gegenwart (Der Modernen Oper" III. Theil.) Neue Kritiken und Studien. Bln. 1880. [5] Suite. Aufsätze über Musik und Musiker [1877-1884]. Wien / Teschen 1884. [6] Concerte, Componisten und Virtuosen der letzten 15 Jahre. 1870-1885. Kritiken. Bln. 1886. [7] Musikalisches Skizzenbuch (Der Modernen Oper IV. Theil). Bln. 1888. [8] Musikalisches und Litterarisches (Der Modernen Oper" V. Theil.) Kritiken und Schilderungen. Zweite Auflage. Bln. 1889. [9] Aus dem Tagebuche eines Musikers (Der Modernen Oper" VI. Theil.) Kritiken und Schilderungen. Bln. 1892. [10] Aus meinem Leben. 2 Bde. Bln. 1894. [11] Fünf Jahre Musik [1891-1895] (Der Modernen Oper VIII. Teil). Bln. 1896. [12] Aus dem Concert-Saal. Kritiken und Schilderungen aus 20 Jahren des Wiener Musiklebens 1848-1868. Nebst einem Anhang: Musikalische Reisebriefe aus England, Frankreich u.d. Schweiz. Zweite durchgesehene und verbesserte Auflage. Wien / Lpz. 1897. [13] Am Ende des Jahrhunderts. (1895-1899). Der Modernen Oper"VII. Teil. Musikalische Kritiken und Schilderungen. Bln. 1899. [14] Aus neuer und neuester Zeit. (Der modernen Oper IX. Teil). Musikalische Kritiken und Schilderungen. Bln. 1900. Vollständige Sammlung von Originalausgaben des wichtigen und bis heute wohl einflußreichsten Musik-Kritikers und -Ästhetikers, zumeist in erster Auflage. - Nr. 7 mit eigenhändiger Widmung und Unterschrift Hanslicks an seinen Bruder, Nr. 2 aus dem Besitz des Komponisten H. W. v. Waltershausen, mit gelegentl. Anstreichungen.
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79 Riemann, Hugo: Musikalische Syntaxis. Grundriß einer harmonischen Satzbildungslehre. Lpz., B&H 1877. XVI, 123 S. - Ebd. fehlt, Rücken geklebt. 12o,- * Frühe Schrift Riemanns.
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80 Riemann, Hugo: Studien zur Geschichte der Notenschrift. Habilitationschrift. Lpz., B&H 1878. VIII, 316 S., Ln., Obr. mit eingeb., Rü.-Goldprg. Mit 12 teils gefalt. Tafeln. 17o,- * Seltene Original-Ausgabe der Habilitationsschrift (Leipzig). - Der mit eingebundene Originalumschlag lädt zugleich zur öffentlich zu haltenden Probevorlesung: das formale Element in der Musik" am Dienstag den 15. October Mittags 12 Uhr" ein.
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81 Helmholtz, Hermann von: Die Lehre von den Tonempfindungen als physiologische Grundlage für die Theorie der Musik. Fünfte Auflage. Braunschweig, Vieweg 1896. XXII, 675 S., Hldr., Rü.-Goldprg. Mit zahlr. Notenbsp. u. Abb., FS. - Etwas bestoßen. 12o,- * Das grundlegende Werk zur Akustik und Physiologie des Hörens und des Gehörs, mit wichtigen Erkenntnissen über die Reizung der Nerven (Resonanztheorie des Hörens") und die Übertragung des Schalls nebst der physikalischen Theorie des Klanges. Die besondere Leistung liegt in der Verbindung von physikalischer und physiologischer Akustik mit Musikwissenschaft und Ästhetik. Helmholtz (1821-1894) lehrte an den Universitäten von Königsberg, Bonn, Heidelberg und (ab 1871) in Berlin.
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82 Busoni, Ferruccio: Versuch einer organischen Klavier-Noten-Schrift praktisch erprobt an Joh. Seb. Bachs Chromatischer Phantasie in D moll. Lpz., B&H (VN 26449) (1909). Fol., 1 Bl., 15 S., OU (lose). - Etwas bestoßen. 1oo,- * Interessanter Versuch, mittels einer neukonzipierten Notenschrift vor allem neuere Musik (wie manche ungestüme Seite der populären `Salome' und einige anarchistische Klavierstücke des gar nicht populären Wiener Komponisten Arnold Schönberg") leichter lesbar zu machen. - Busoni beschäftigte sich zu dieser Zeit auch theoretisch intensiv mit Neuerungen auf allen Gebieten der Musik, 1907 war die erste Fassung seines Entwurf einer neuen Aesthetik der Tonkunst erschienen, die überarbeitete, heute bekannte Fassung erschien 1916.
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83 Rimsky-Korsakow, Nikolai: Traité de l'Harmonie. Théorique et pratique. Traduction francaise. Paris, Leduc © 1910. 105 S., 4°, Obr. - Rücken geklebt. 15o,-
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84 Schönberg, Arnold: Harmonielehre. Drittes Tausend. Wien-Lpz., UE (No. 3370) 1911. X, 475, (1) S., Obr. - Nicht beschnitten, etwas bestoßen. 12o,- * Erste Auflage von Schönbergs berühmtem theoretischen Hauptwerk. - Die Ausgaben sind ein Spiegelbild seiner kompositorischen Entwicklung: Gegen Ende berührt Schönberg zwar bereits die schwebende und aufgehobene Tonalität", die Erwähnung aber der 12-Ton-Reihe findet sich erst in der dritten Auflage, nach der Komposition der ersten 12-Ton-Werke.
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85 Stumpf, Carl: Die Anfänge der Musik. Lpz., Barth 1911. 209 S., Obr., Goldprg. - Rücken unauffällig verstärkt. Etwas bestoßen, Ebd. verblasst. Innen sehr gut. 2oo,- * Standardwerk, eine der Gründungsurkunden" der Musikethnologie.
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86 Halm, August: Von zwei Kulturen der Musik. München, G. Müller 1913. XXXII, 253 S., Obr. Mit mehreren Notenbsp. - Nicht beschnitten, etwas bestoßen, Ebd.-Rücken verstärkt. 1oo,- * Erste Ausgabe. - Mit eigenhänd. Widmung Halms: Marie Wyneken mit herzlichem Gruß. A. H. Ulm, 26. Mai 13." - Ihrem Mann, dem Reformpädagogen und Gründer der Freien Schulgemeinde Wickersdorf Gustav Wyneken (1875-1964), ist Halms Buch gewidmet. Halm wirkte an dessen Institut als Musiklehrer, zu seinen Schülern dort zählte u.a. Walter Benjamin.
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87 Kurth, Ernst: Grundlagen des Linearen Kontrapunkts. Einführung in Stil und Technik von Bach's melodischer Polyphonie. Bern, Max Drechsel 1917. XII, 525 S., Oln. Mehrere Notenbsp. - Etwas berieben, Rück. besch., Titelblatt mit Abschnitt, Eintr. in Blei. 1oo,- * Erstausgabe.
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* Erstausgabe des wichtigen Werkes.
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89 Schönberg, Arnold: Harmonielehre. III. vermehrte und verbesserte Auflage. Wien, UE (Nr. 3370) © 1922. XII, 516 S., gr-8°, Oln., Goldprg. - Etwas berieben. 13o,- * Erste Ausgabe der endgültigen Fassung. Erste Erwähnung der Reihe von 12 Tönen".
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90 Rimsky-Korsakow, Nikolai: Principes d'Orchestration avec exemples notés tirés des ses propres oeuvres. Red. de M. Steinberg. Traduite du russ. par M.-D. Calvocoressi. Bln. u.a., Edition Russe de Musique 1922. 2 Bde., XIII, 168 / 333, III S., Hln. m. aufgez. vord. OU. - Etwas bestoßen, Rückenbezug an einigen Stellen leicht schadhaft. Vorsätze minimal gebräunt. 18o,- * Text- und Notenband.
91 Wolf, Johannes: Musikalische Schrifttafeln. Für den Unterricht in Notationskunde. Bückeburg und Lpz., Siegel 1923. 4°, 4 Bll. Text, 100 Abb. auf ca. 90 Tafeln, in Ohln.-Mappe. - Mappe leicht bestoßen, 1 Tafel mit geringem Wasserschaden. 12o,- * Veröffentlichungen des Fürstlichen Instituts für musikwissenschaftliche Forschung zu Bückeburg. Zweite Reihe. Zweite Veröffentlichung. - Erste Ausgabe. - Exemplar eines Musikwissenschaftlers mit zahlr. Beilagen mit teils farbigen Tafeln u. Abb. zur Notationskunde.
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92 Schümann, Hans: Monozentrik. Eine neue Musiktheorie. Stgt., Grüninger Nachf. Klett 1924. 208 S., ill. O-Kart. Mit Abb., Anlagen mit teils ausfaltb. Tafeln, Tabellen-Anhang auf teils mehrfach gefalt. Tafeln. - Nicht beschnitten. 49o,- *
Sehr gut erhaltenes Exemplar der seltenen theoretischen Schrift.
- Hans Schümann gilt als wichtiger Vorläufer und
Anreger der harmonikalen Schriften Hans Kaysers. - Die Anlagen und
Tabellen teils mit übereinandergelegten Transparentpapieren, mehrfarbigen
Darstellungen und Grafiken.
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* Erste Ausgabe der zweiten, wesentlich veränderten, endgültigen Fassung. - Busonis Entwurf löste schon nach seinem Erscheinen (1907) weitreichende Diskussionen aus. Nach dem Erscheinen der zweiten, erweiterten Auflage 1916 erreichten diese mit Hans Pfitzners polemischer Kampfschrift" (MGG) Futuristengefahr ihren Höhepunkt.
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94 Hornbostel, Erich Moritz von: Musik des Orients. Bln., C. Lindström A.G., Kulturabteilung [ca. 1930]. Qu-4°, 25 S., O-Kart. Mit Notenbsp. u. Abb. Mit 12 Schellackplatten. 1.2oo,- * Einzigartige Publikation mit Schallaufnahmen aus dem Archiv des Berliner Phonogramm-Archivs. - E. M. v. Hornbostel (1877-1935) war in der ersten Hälfte des 20. Jh. einer der Pioniere der Musikethnologie, gemeinsam mit C. Stumpf gründete und leitete er das Phonogram-Archiv. Die vorgelegte Auswahl wurde von der Absicht bestimmt, in engstem Rahmen eine möglichst vollständige Übersicht über die wesentlichen musikalischen Erscheinungen aller orientalischen Hochkulturen zu geben. Neben dem musikwissenschaftlichen mußte auch das kulturhistorische und völkerkundliche Moment berücksichtigt werden." - Enthalten sind Aufnahmen von Ensembles und Solisten aus Japan (2 Platten), China (2 Platten), Java (1 Platte), Bali (3 Platten), Vorderindien (1 Platte), Ägypten (2 Platten), Tunis (1 Platte).
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95 Hensel, Walther: Musikalische Grundlehre. Ein Wegweiser für Laien. Kassel, Bärenreiter 1936. 132 S., Oln. Mit Abb. u. Notenbsp. - Etwas bestoßen, oben mit abnehmendem leichtem Wasserrand, hint. Vorsatz etwas fleckig. 5o,- * Mit Widmung und Unterschrift Hensels, Weihnachten 1942" auf dem vorderen fliegenden Vorsatz.
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96 Hindemith, Paul: Unterweisung im Tonsatz. Theoretischer Teil l [und] II Übungsbuch für den zweistimmigen Satz. Mainz, Schott 1937 / 1939. 2 Bde., 252 / 189 S., Oln. / O-Kart., Goldprg. Mit beil. Tafeln. - Bd. 2 nicht beschnitten. 14o,- * Erste Auflage. - Hindemiths Unterweisung ist keine Kompositionslehre, sondern eine musikalische Materiallehre. Sie untersucht akustisch-physikalisch den musikalisch brauchbaren Ton und erfaßt die harmonischen und melodischen Beziehungen zwischen Tönen. [...] Die Unterweisung ist ausdrücklich durch eine Kritik traditioneller Harmonie- und Kontrapunktlehren motiviert, die Hindemith als historische Stillehren kritisiert" (MGG2, Bd. 9).
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97 Hindemith, Paul: Elementary Training for Musicians. NY, AMP © 1946. XIII, 237 S., Oln., OU. - Leicht unfrisch, Umschlag beschädigt. 14o,- * Erste Ausgabe. - Mit eigenhänd. Widmung Hindemiths: Eta Harich-Schneider vom Komponisten. Weihnachten 1947".
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98 Kayser, Hans: Akróasis. Die Lehre von der Harmonik der Welt. Basel, Schwabe 1946. 157 S., Oln. Mehrere Falttafeln. 8o,-
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99 Kayser, Hans: Ein harmonikaler Teilungskanon. Analyse einer geometrischen Figur im Bauhüttenbuch Villard de Honnecourt. Zür., Occident-Verlag 1946. Gr-8°, 41, (6) S., O-Kart. Mit zahlr. Abb., teils montiert, teils farbig. - Ebd. gering verfärbt. 12o,- * Harmonikale Studien Bd. 1.
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100 Godjevatz, Velizar: The New Musical Notation. Without clefs, without sharps, without flats, without naturals. NY 1948. Fol., 31 S., O-Kart. Mit Notenbsp. 9o,- * Mit handschriftlicher Widmung u. Unterschrift des Autors an E. Harich-Schneider, New York 1951. - Beil.: Xerokopie eines Briefes von G. B. Shaw (Oktober 1949) mit einer positiven Stellungnahme zu Gojevatz' Buch.
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101 Hindemith, Paul: Aufgaben für Harmonieschüler (Traditional Harmony) [und] Harmonieübungen für Fortgeschrittene. Mainz, Schott (ED 3602 / 3603) 1948 / 1949. 2 Bde., 144 / 70 S., gr-8°, O-Kart. - Etwas bestoßen. 4o,- * Aus dem Besitz des Komponisten G. Frommel, teils mit Eintragungen.
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102 Kayser, Hans: Lehrbuch der Harmonik. Zürich, Occident Verlag 1950. Fol., XLVIII S., 2 Bll., 328, (2) S., Ohpgt. Mit 7 gefalteten Tafeln, zahlr. Abb., Grafiken teils in Farbe und Notenbsp. - Nahezu verlagsfrisch. 1.1oo,- * Das Hauptwerk Kaysers, Grundlegung der harmonikalen Lehre. - Kayser (1891-1964) studierte bei Humperdinck und Schönberg. Er steht mit seinem Werk in der pythagoreischen Tradition, die in J. Kepler zu letztem Aufleuchten kam und im 19. Jh. durch A.v. Thimus im Lichte neuer philologischer Erkenntnisse wiedererstand. Er baute die Lehre von der Weltenharmonie auf ak.-mus. Basis unter Hinzunahme neuzeitlicher wiss. Erkenntnisse neu auf als Harmonik" oder Akroasis" ... Eines der Hauptanliegen ist es die Funktion von Proportionen als kosmische Normen nachzuweisen .., die auf dem Wege über mus. Klänge dem Gefühl zugänglich gemacht werden können" (MGG). - Bibliophile Ausgabe. Gemsbergdruck der Geschwister Ziegler und Co., Wintherthur. Der Text wurde in Walbaumantiqua", die roten Initialen in Alte Schwabacher" gedruckt.
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103 Schönberg, Arnold: Style and Idea [engl.]. NY, Philosophical Library 1950. VII, 223 S., Oln., Goldprg. - BV, ehem. Bibl.-Exemplar. 15o,- * Erste Ausgabe. - Schönbergs zumeist in Deutsch geschriebene Aufsätze wurden übersetzt und herausgegeben von D. Newlin.
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104 Schönberg, Arnold: Die formbildenden Tendenzen der Harmonie. Aus dem Englischen übertragen v. Erwin Stein. Mainz, Schott (ED 4210) 1957. VIII, 191 S., Oln., Rgp., OU. 7o,- * Deutsche Erstausgabe der wichtigen Schrift. - Die englischsprachige Erstausgabe war 1954 unter dem Titel "Structural Functions of Harmony" in Amerika erschienen.
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105 Eimert, H. / Stockhausen, K. (Hg.): Die Reihe: Information über serielle Musik. Wien, UE 1955-1964. 9 Bde., O-Kart. 45o,- *
Vollständige Folge der bekannten Reihe. - Bd.
1. Elektronische Musik; Bd. 2. Anton Webern; Bd. 3. Musikalisches Handwerk;
Bd. 4. Junge Komponisten; Bd. 5. Berichte - Analysen; Bd. 6. Sprache
und Musik; Bd. 7. Form - Raum; Bd. 8. Rückblicke; Bd. 9.
Grundlagen der musikalischen Reihentechnik.
ANHANG
106 Kirnberger, Johann Ph.: Die Kunst des reinen Satzes in der Musik aus sichern Grundsätzen hergeleitet und mit deutlichen Beyspielen erläutert. Bd. 1. Berlin, Rottmann o. J. [ca. 1774]. 3 Bll., 252, VI S., zeitgenöss. Ldr.-Bd., Rü.-Goldprg. 45o,- *
Früher Berliner Nachdruck, die Erstausgabe
war ebd. 1771 erfolgt (siehe Nr. 31). - Vorsatzblatt mit einer ausführlichen
handschriftl. Widmung von 1816 für den Organisten u. Lehrer Möller
in Glücksburg von der Schleswig Holsteinischen patriotischen Gesellschaft
zu Altona (mit deren Papiersiegel und den goldgepr. Initialen S.H.P.G." auf
dem Vorderdeckel). Titelbll. mit Besitzvermerken von Möllers.
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107 Albrechtsberger, Johann G.: Kurzgefasste Methode den Generalbass zu erlernen. Wien und Mainz, Artaria (o. PN) [1792]. Qu-fol., 1 Bl., 36 S. Durchwegs gestochen. - Gering bestoßen. Titel leicht fleckig, letzte (leere) Seite mit Tintenflecken. Kräftiger Abzug auf festem Papier 5oo,- * Zweite Auflage der Kurzgefassten Methode, eine Gründliche Anweisung war 1790 in Leipzig erschienen. - Titel signiert S. Munsfeld". - Selten!
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108 Türk, Daniel G.: Anweisung zum Generalbaßspielen. Wien 1808, Gedruckt auf Kosten der Typographisch-Musikalischen Gesellschaft. 2 Bll., 389 S., Pbd. d. Zt. m. goldgepr. Rü.-Sch. Mit zahlr. Notenbsp. im Typendruck. 35o,- * Sehr seltene Auflage des Wiener Nachdrucks der erfolgreichen Generalbaßschule (vgl. Nr. 52).
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* Eitner I, S. 94; Hirsch I, 20. - Erste Ausgabe der von Seyfried nach Albrechtsbergers Tod herausgebenen gesammelten Schriften. - Das Porträt nach dem Originalgemälde" gestochen von Seb. Langer.
* Mit zwei Faksimiles von Notenhandschriften des 10. und 11. Jahrhunderts.
111 Singer, Peter: Metaphysische Blicke in die Tonwelt, nebst einem dadurch veranlaßten neuen System der Tonwissenschaft. Hg. von G. Phillips. Mchn., Literarisch-artist. Anstalt 1847.VIII, 224 S., Hln., Rü.-Goldprg. Mit Notenbsp. im Typendruck und 3 ausfaltbaren Tafeln. - Etwas bestoßen. Innen teils gering fleckig. 17o,- * Der Franziskaner-Pater Josef Anton Singer (1810-1882)
wurde zu seiner Zeit bekannt als Erfinder des Pansymphonikons (1845),
das den Klang verschiedener Orchesterinstrumente nachahmen konnte.
Sein theologisch-philophisch untermauertes Theoriesystem leitet die
gesamte Tonkunst funktional auf den Tonikadreiklang (,Urharmonie'),
sowie die beiden ,Hilfsharmonien' Oberdominante mit Sept und
Unterdominante mit Sext zurück" (MGG2), ...hier
wird Singer derart fortschrittlich, daß man ihn recht als DEN
Musiktheoretiker der Wagnerzeit bezeichnen könnte" (Schneider). |
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Raab - KATALOG 21 MUSIKTHEORIE
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