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1 Aiblinger, Kaspar: Sechs [recte: 3] Messen für Sopran- und Alt-Stimmen, mit Begleitung der Orgel, Basso und Violoncello, ad libitum. Partitur [und Stimmen]. Rgb., Pustet 1859 / 1860. Fol., 183 S., Hldr. d. Zt. m. Titelschild. Mit beil. Vokal-Stimmen in OU. In Typendruck. Mit Titelvignette. - Etwas bestoßen. Stimmen nicht aufgeschnitten. BV (Max Hellmuth). 45o,oo * Erste Ausgabe der Messen Messa Santa Clara, Messa Santa Philomena, Messa Santa Theresia. - Johann Kaspar Aiblinger (1779-1867) war ab den 1820er Jahren Opernkapellmeister in München, ab 1827 Kapellmeister der Allerheiligen-Hofkirche. Er gilt als einer der Vertreter der Restauration in der Kirchenmusik.
2 Albert, Eugen d': Tiefland. Musikdrama in einem Vorspiel und 2 Aufzügen [Partitur]. O.O., o.V. [B&B ?] [ca. 1903/04]. 2 Bde., fol., zus. 628 S., Hldr. In Autographie. - Stärker bestoßen, deutliche Gebrauchspuren, Bd. 1 Ebd. teils lose. 12oo,oo * Große Dirigierpartitur der ersten Fassung von d`Alberts 1903 uraufgeführter Oper. Selten, nicht in den Handel gelangt. Die vom Umfang erheblich abweichende Partitur der zweiten Fassung erschien erst 1924. - Tiefland wurde 1903 an der Deutschen Oper Prag uraufgeführt, die deutsche Erstaufführung in Leipzig (1904) war ein Mißerfolg. Auf Anraten seines Verlegers entschloß d'Albert sich zu einer Umarbeitung und (erheblichen) Kürzungen. In dieser zweiten Fassung (UA Magdeburg 1905) wurde Tiefland schließlich d'Alberts populärste Oper (Piper Enzyklopädie). - Ehemaliges Bühnenmaterial mit zahlreichen theaterpraktischen Eintragungen, Zeugnis von 100 Jahren Theatergeschichte. Die autographierte Partitur wurde durch Striche und teilweise Überklebungen an die zweite Fassung angepasst. Neben den rein musikalischen Änderungen weichen auch Vortragsangaben und Text an zahlreichen Stellen von der späteren Umarbeitung ab. - Äußerst seltene Quelle der nur kurze Zeit gespielten ersten Fassung. | ||||
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3 Alday, Les Fils: Grande Méthode pour Le Violon. Deuxième Edition, revue et corrigee. Lyon, Nalès / Paris (PN 200) [ca. 1833]. Fol., 1 Bl., 152 S., Hldr. d. Zt. m. Rückengoldprg. Gestochen. - Etwas bestoßen, BV. 3oo,oo * Schöne Ausgabe der großen Violinschule. - Mit mehreren, teils ganzseitigen Abbildungen in Lithographie (H. Brunet et C. of Lyon). _ Ihren größten Beitrag zur Musikgeschichte leisteten [die Brüder Alday] durch ihre Violinschule" (MGG2). Der Vater Francois Alday (1761-ca. 1835), dem die Violinschule in erster Ausgabe gewidmet ist, wirkte wie seine Söhne als Geiger in Lyon. Über die einzelnen Mitglieder der Familie Alday herrscht Unklarheit, da einige die selben Initialen besitzen und mehrere Drucke wie vorliegender als Gemeinschaftsarbeit erschienen. Gesichert ist nur , daß der älteste Bruder Francisque (ca. 1800-ca. 1846) an der Redaktion [der Violinschule] entscheidenden Anteil hatte." | ||||
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4 Anna Amalia - Goethe, J. W. v.: Erwin und Elmire ein Schauspiel mit Gesang von Goethe komponiert von Anna Amalia Herzogin zu Sachsen-Weimar-Eisenach 1776. Nach der in der Weimarer Landesbibliothek befindlichen Partitur bearbeitet und zum erstenmal herausg. von M. Friedländer. Leipzig, Siegel (Linnemann) 1921. 4°, 1 Bl., 178 S. verz. Oldr., Goldprg., Innenkantenvergoldung, Kopfgoldschnitt. Durchwegs gestochen, Seiten mit Seidenpapier getrennt. - Stehkante gering berieben. 8oo,oo * Nach dem Übergang der Regentschaft 1775 an ihren ältesten Sohn Carl August widmete sich die Herzogin Anna Amalia dezidiert den schönen Künsten. Die die nicht zuletzt von ihr selbst forcierte Legende vom Weimarischen Musenhof" ist inzwischen einer differenzierteren Betrachtung gewichen, die ihre Rolle als Mäzenin und Mittelpunkt eines kunstbegeisterten und -anregenden Fürstenhofes gebührend würdigt. - Anna Amalia war vielseitig interessiert und gebildet, zu ihrem musikalischen Oeuvre zählen neben Kammermusikwerken zwei Singspiele nach Texten Goethes. Ihre Vertonung von Goethes Erwin und Elmire wurde zur Säkularfeier der Ankunft Goethes in Weimar" am 6. November 1875 im Großherzoglichen Hof-Theater Weimar mit dem Vermerk: zum ersten Male" öffentlich aufgeführt. Der Theaterzettel weist das Stück, das nach dem Trauerspiel Clavigo erklang, als Schauspiel mit Gesang". Friedlaenders 1921 vorgelegte, mit einem ausführlichen Kommentar und Anmerkungen versehene Prachtausgabe des Klavierauszugs, eine bemerkenswerte spätere Annäherung" (Busch-Salmen), war der Auftakt zu einigen Wiederaufführungen der Oper. - Gestempeltes Exemplar IV" der ledergebundenen Vorzugsausgabe von 50 Stück, unter der Leitung von Walter Tiemann mit der Hand von den Platten gedruckt. Der Einband signiert von B. A. Enders, Leipzig.
5 Bach, Johann S.: Motetten in Partitur. Erster [! u.] Zweites Heft. Lpz., B&H [1802/03]. Fol., 2 Hefte in 1, 1 Bl., 48 S.; 1 Bl., 50S., zeitgenöss. Pbd. m. Titelschild. - Gering bestoßen, innen von bester Erhaltung. 19oo,oo * Erste Ausgabe der Motetten BWV 225-229 und Anh. III, 159. - RISM B 447; Slg. Hoboken 7. - Bachs Motetten sind die einzigen unter seinen Gesangscompositionen, welche zu keiner Zeit völlig aus dem Musikleben verschwunden waren. Die Thomascantoren nach ihm haben sie stets in Ehren gehalten und sie singen lassen" (Spitta). - Als sechste Motette erscheint die mit aller Wahrscheinlichkeit von Joh. Chr. Bach komponierte Motette Ich lasse dich nicht, der abschließende, von Joh. Seb. Bach stammende Choralsatz wurde wohl von Schicht für die Ausgabe hinzugefügt (BWV, S. 637). - Der (ungenannte) Herausgeber Johann Gottfried Schicht (1753-1823), wirkte seit 1776 in Leipzig, zuerst als Geiger bei Hillers Großen Concerten, später am Gewandhaus, wo er 1785 Kapellmeister wurde. 1802 war er Mitbegründer und Leiter der Singakademie, von 1810 bis zu seinem Tode bekleidete er das Amt des Thomaskantors. - Mit einem Besitzvermerk des Gothaer Kantors Joh. G. Schade. | ||
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6 Bach, Johann S.: [BWV 244] Passio Domini Nostri J. C. Secundum Matthaeum. Faksimile-Ausgabe der Handschrift nach dem im Besitze der Preußischen Staatsbibliothek befindlichen Original. Lpz., Insel-Verlag 1922. Fol., (164) S. Faksimile, 1 Bl., verz. Ldr.Bd. mit reicher Goldprg. u. goldgepr. Rückenschild. In Hldr.-Schuber mit Buntpapierbezug. 11oo,oo * Handschr. numeriertes. Exemplar einer einmaligen Auflage von 500 Stück, hergestellt von der Graphischen Kunstanstalt Albert Frisch, Berlin. - Ausnehmend schöner, reich verzierter Band, mit sehr schönem Vorsatzpapier. - Sehr seltenes Faksimile eines der Hauptwerke Bachs.
7 Beeke, Le Major: Marche Pour le Clavecin faite à la Gloire der [!] armés des Prussiens et Hesoia [!] à leur Entrée à Francfort. Heilbronn chez Amon (PN W) [um 1795]. Qu-4°, 3 S., gestochen. - Bestoßen, beinahe ganz lose. 2oo,oo * Der Kopftitel nennt die hessische Armee korrekt Hessois". - Sehr selten. - RISM B[B] 1644. - Notger Ignaz Franz von Beecke (1733-1803) war zunächst Offizier, im Jahr 1759 kam er an den Hof von Oettingen-Wallenstein. Hier hatte er seine ersten Erfolge als Pianist, ebenso entstanden in dieser Zeit seine ersten Kompositionen. Im Jahre 1763 wurde er Intendant der Hofmusik, als Leiter der Hofkapelle verhalf er dieser zu hohem Ansehen. Unter seiner Leitung wirkten in Wallerstein u.a. Antonio Rosetti, Joseph Fiala und Joseph Reicha.
8 Beethoven, L. v.: Partitions des 6 premiers Quatuors (Oeuvre 18). No. 1. Offenbach, André (VN 5262) [1829]. 8°, 31 S., Obr. m. Titelschild (Bibliothèque musicale). - Gering fleckig. 25o,oo * Erste Partitur-Ausgabe. - Kinksy / Halm, S. 44.
9 Beethoven, L. v.: I.re Grande Simphonie en Ut majeur (C dur). Oeuvre XXI. Partition. Bonn et Cologne chez N. Simrock (PN 1953) [1822]. Gr-8°, 108 S., Hln. m. Rü.-Goldprg. - Etwas bestoßen, innen leicht stockfleckig. Mit gelegentl. Eintragungen in Blei. BV. 13oo,oo * Deutsche Partitur-Erstausgabe. - Die am 2. April 1800 uraufgeführte erste Sinfonie erschien im Dezember 1801 bei Hoffmeister & Comp. in Wien in einer Stimmenausgabe, eine erste englische Partiturausgabe erschien Anfang 1809 innerhalb einer Sammlung von Sinfonien Mozarts und Haydns. Diese Ausgabe scheint jedoch wenig Verbreitung gefunden zu haben, Beethoven selbst hat mit aller Wahrscheinlichkeit nie einen Abzug davon gesehen. - Ab 1822 plante Simrock die bisher nur in Stimmen veröffentlichten Sinfonien in Partitur herauszugeben: ... habe ich mir vorgenommen, Ihre | ||
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6 Symphonien in Partitur herauszugeben,, welches schon mehrmals geschehen sollte - sogar öffentlich anzeigt worden, aber nicht geschehen; weil nichts dabei zu gewinnen ist, das weiß ich zwar auch recht gut, allein ich wollte meinem würdigen alten Freund ein würdiges Denkmal stiften" (Brief Simrocks an Beethoven vom 13. Mai 1822). Simrock publizierte die ersten vier Sinfonien 1822 und 1823, einige Zeit später erschienen die fünfte und sechste bei Breitkopf und Härtel. - Kinsky-Halm, S. 52-55.
10 Beethoven, L. v.: [Op. 27, op. 31, 3] Deux Sonates Pour Le Piano Forte. [Hs.: 11.] Suite du Répertoire des Clavecinistes. Zürich, Nägeli (o. PN) [1804]. Qu-fol., 2 Bll., 40 S. Gestochen. Mit dem schönen, blattgroßen Reihentitel in Aquatintamanier (sign. Lips). - Gering fleckig. 9oo,oo * Erste Ausgabe der Es-Dur-Sonate op. 31, 3, erschienen in Näglis Reihe Répertoire des Clavecinistes. - Beethoven hatte Nägeli 1802 insgesamt fünf Sonaten für dessen neues Periodikum zugesagt. Von den drei (erst später mit der Opuszahl 31 versehenen) Sonaten wurden die ersten beiden 1803 | ||||
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gedruckt, die dritte folgte, zusammen mit dem Nachdruck der Sonate pathetique (op. 13) ein Jahr später. Beethoven war über die zahlreichen Stichfehler und Eigenmächtigkeiten Nägelis derart erbost, daß er die Sonaten umgehend auch Simrock für eine édition très correcte zukommen ließ. - Kinsky-Halm, S. 78f.
11 Beethoven, L. v.: Gli Uomini di Prometeo. Ballo per il Clavicembalo o Piano-Forte dedicato à Sua Altezza la Signora Principessa Lichnowsky nata Contessa Thunn. Opera 24 [recte: 43]. In Vienna presso Gio. Cappi (PN 872) [1802]. Qu-fol., 56 S. - Titel etwas angegraut, Rücken gering beschädigt. 13oo,oo * Originalausgabe des Klavierauszugs. Erste Titelauflage, gedruckt von den Platten der Erstausgabe Artarias (Juli 1801), noch mit der erst später korrigierten Schreibweise Luiggi van Beethoven" und der Verlagsadresse Piazza St. Michele No. 4". - Sehr früher, kräftiger Abzug. - Kinsky-Halm, S. 102f. - Selten. - Die erfolgreiche Uraufführung des Balletts fand am 28. März 1801 statt. Sowohl die Choreographie Salvatore Viganòs (dem Ballettmeister am Wiener Hoftheater) als auch das Originallibretto sind verschollen, außer Beethovens Musik ist von dem Ballett nichts erhalten geblieben. Das Prometheus-Sujet - die Auflehnung eines Einzelnen zum Wohl der Menschen gegen ein bestehendes Herrschaftssystem _ lag Beethoven sehr nahe, musikalisch reichen die Spuren bis zum Schlußsatz der dritten Sinfonie und den Eroica-Variationen op. 35. | |||
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12 Beethoven, L. v.: [Op. 43]. Quatuors pour deux Violons, Viole et Basse tirés du Ballet intitulé Die Geschöpfe des Prometeus. Wien, Artaria et Comp. (PN 1620) [1803]. 4 Stimmhefte, fol. In Hln.-Mappe m. aufgez. Titel. - Ehem. Bibl.-Ex. 9oo,oo * Erste Ausgabe der Quartettbearbeitung. - Kinsky-Halm, S. 103. | ||||
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13 Beethoven, L. v.: Sinfonia eroica Composta per festeggiare il sovvenire di un grand'uomo dedicata a sua Altezza serenissima Il Principe di Lobkowitz. Op. 55. No. III. Partizione. Bonna e Colonia presso N. Simrock (PN 1973) [1822]. Gr-8°, 2 Bll., 231 S., zeitgenöss. Hln. m. Rü.-Goldprg. - Wenig bestoßen. Innen papierbedingt teils gering fleckig, mit gelegentl. Eintragungen in Blei. Insgesamt sehr schönes, wohlerhaltenes Exemplar. BV. 14oo,oo * Deutsche Partiturerstausgabe der Eroica. - Die bereits 1804 fertiggestellte Sinfonie erschien, nach ergebnislosen Verhandlungen mit Breitkopf, 1806 beim Kunst- und Industriekomptoir in Wien in einer Stimmenausgabe. Die Anfang 1809 erschienene englische Partiturausgabe hat Beethoven selbst mit aller Wahrscheinlichkeit nie gesehen. - Ab 1822 wurden die bisher nur in Stimmen veröffentlichten Sinfonien Beethovens in Partitur herausgegeben, die ersten vier von Simrock, einige Zeit später erschienen die fünfte und sechste Sinfonie bei Breitkopf und Härtel. - Kinsky-Halm, S. 131 u. 54. | ||||
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14 Beethoven, L. v.: [op. 72] Fidelio. Oper in zwey Aufzügen nach dem Französischen bearbeitet von F. Treitschke. Clavierauszug. Bonn, Simrock (PN 1136) [1815]. Qu-fol., 159 S., zeitgenöss. Pbd. Gest. Noten, Titel in Lithographie. - Etwas bestoßen, Rücken beschädigt. Innen gut. 55o,oo * Sehr frühe (= 2.) Ausgabe des Klavierauszugs der dritten Fassung der Oper, erschienen kurz nach Artarias Ausgabe. - Selten. - Slg. Hoboken 322; Kinsky-Halm, S. 184; Hirsch IV, 1138.
15 Beethoven, L. v.: Gesänge und Zwischenacte zu Egmont Trauerspiel von Göthe für das Pianoforte. 84tes Werk. Leipzig, Bey Breitkopf & Härtel (VN 1752) [Mai 1812]. Qu-fol., 27 S. In Lithographie. 9oo,oo * Erste Ausgabe des Klavierauszugs. - Kinsky-Halm, S. 230.
16 Beethoven, L. v.: Wellingtons Sieg oder Die Schlacht bei Vittoria. 91tes Werk für 2 Violinen, 2 Violen und Violonzello. Wien, Steiner und Comp. (PN 2366) [1816]. Fol., 5 Stimmhefte. - Nicht beschnitten, schöne, kräftige Abzüge. 9oo,oo * Erste Ausgabe der Bearbeitung, gleichzeitig mit der Originalausgabe erschienen. - Vl.-1 Stimme mit Pränumerations-Anzeige auf zwey neue grosse Sinfonien (in A. und F. dur)." - Kinsky-Halm, S. 252, 254.
17 Beethoven, L. v.: [Op. 121a] Adagio, Variationen und Rondo für Pianoforte, Violine und Violoncell. 121tes Werk Wien, Steiner und Comp (PN 4603) [Mai 1824]. Fol., 3 Stimmhefte. Gestochen. - Nicht beschnitten, mininal bestoßen. Titel gering unfrisch. 12oo,oo * Erste Ausgabe der Variationen über Wenzel Müllers Ich bin der Schneider Kakadu. - Kinsky-Halm, S. 353. - Die genaue Entstehungszeit der Variatonen ist unbekannt, wird aber mit 1816 datiert, also geraume Zeit vor der Veröffentlichung liegend. Der seinerzeit sehr beliebte Gassenhauer" aus Wenzel Müllers erfolgreichem Singspiel Die Schwestern von Prag wird von Beethoven nicht einfach als Ausgangspunkt genommen, sondern im Verlauf der außergewöhnlich ausgedehnten und in entlegene Tonartenbezirke abschweifenden langsamen Einleitung" gleichsam neu erschaffen (Forster). Dieser Widerspruch _ Neuerbringen von Altbekanntem _ prägt den gesamten Zyklus bis in den (von Beethoven selbst so bezeichneten) Anhang" nach der letzten Variation. Folgerichtig fehlt im Titel jeder Hinweis auf das Thema. Wie wichtig Beethoven selbst das Werk einschätzte, geht aus der Tatsache hervor, daß es zu den wenigen Variationszyklen gehört, die er mit einer Opus-Zahl versehen hat. - Selten. | ||
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18 Beethoven, L. v.: Grand Quatuor en Partition pour deux Violons, Alto et Violoncelle ... dedié à son Altesse Monseigneur Le Prince Nicolas de Galitzin. Oeuv. 127 [Partitur]. Mainz, Schott (VN 2426) [1826]. Gr-8°, 1 Bl., 48 S., blauer OU m. Titelsch. - Minimal bestoßen. 95o,oo * Erste Ausgabe. - Kinsky-Halm, S. 385; Slg. Hoboken Nr. 510. - Op. 127 ist das erste der ,letzten' großen Quartette" (Kinsky-Halm), es gehört mit op. 130 und 132 zu den drei auf Veranlassung des Fürsten Galitzen entstandenen Quartetten. Nach Vorarbeiten im Jahr 1823 setzte Beethoven nach Beendigung der 9. Symphonie im Sommer 1824 die Arbeit, die Komposition wurde jedoch erst im Frühjahr 1825 abgeschlossen. |
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19 Beethoven, L. v.: Quatuor pour 2 Violons Alto & Violoncelle ... Dédié à Son Altesse Monseigneur le Prince Nicolas de Galitzin. Oeuvre posthume. Oeuv 132. No. 12 des Quatuors [Stimmen]. Berlin, chez Ad. Mt. Schlesinger (PN 1443) [Sept. 1827]. Fol., 4 Stimmhefte. 15oo,oo * Erste Ausgabe. - Kinsky-Halm, S. 402. - Op. 132, in der bei Beethoven recht seltenen Tonart a-moll, ist das zweite der Trias der dem Fürsten Galitzin gewidmeten Quartette. Es entstand nach Abschluß des Quartetts op. 127 im Frühjahr 1825. Zunächst erlebte das Quartett unter Beethovens Anwesenheit zwei Probeaufführungen für den Verleger Maurice Schlesinger. Dieser übernahm das Quartett in seinen Verlag, die Herausgabe verzögerte sich aber um volle zwei Jahre, so daß es als ,Oeuvre posthume' erst einige Monate nach den später geschaffenen Opera 130 und 131 erschien." (Kinsky-Halm). Über die öffentliche Uraufführung am 6. November 1825 vom Schuppanzigh-Quartett in Wien schrieb die AMZ die bekannten Sätze: Was unser musikalischer Jean Paul hier gegeben hat, ist abermals gross, herrlich, ungewöhnlich, überraschend und originell, muss aber nicht nur öfters gehört, sondern ganz eigentlich studirt werden." | ||||
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Nr. 19 | |||||
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20 Beethoven, L. v.: Sammelband Symphonien für Klavier zu vier Händen bearb. von C. Czerny. Lpz., Kistner (PN 352-360) [nach 1836]. 9 Bde. in 1, qu-fol., verz. Ldr.-Bd. d. Zt., mit rotem, goldgepr. Titelschild (mit Aufschrift Symphonieen")., Goldprg. - Stärker berieben, Moiréevorsätze etwas fleckig. Noten teils gering fleckig, insgesamt sehr gut. 45o,oo * Schöne vollständige Sammlung aller Sinfonien Beethovens in der vierhändigen Bearbeitung durch Carl Czerny. Teils in Titelauflage der Ausgaben Probsts. - Die Edition stellt einen frühen Versuch einer regulären (Teil) Gesamtausgabe dar. Kistner und sein Vorgänger Probst, bei denen keine Sinfonie original erschienen war, hatten sich bei allen Original-Verlegern die Rechte der Czerny'schen Bearbeitung sichern können. Die Sinfonien 1, 2, 4-6 und 9 sind mit Nouvelle Edition als Titelauflagen Probsts gekennzeichnet bei den Sinfonien 3, 7 und 8 fehlt dieser Zusatz. Die durchgängigen Plattennummern zeigen die planmäßige Anlage dieser Gesamtausgabe. | |||||
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21 BEETHOVEN - Klein, F. / Danhauser, J.: Lebendmaske Ludwig van Beethovens mit Lorbeerkranz und Totenmaske Beethovens. Wien, Goldscheider [1900/10] / Bln., Großberliner Gipsformerei [ca. 1930]. Ca. 17x23x15, Gips / ca. 20x25x16, glasierte Keramik. 1ooo,oo * Schönes Ensemble der beiden bekannten Beethoven-Masken. - Die Totenmaske stammt aus der traditionsreichen und heute noch als Teil der Berliner Museen bestehenden Großberliner Gipsformerei. Die in schlichtem Gips gehaltetene Maske weist geringe Alterspuren auf. Das Original wurde gleich nach Beethovens Tod von dem Bildhauer J. Danhauser abgenommen. - Ein imposantes Gegenstück stellt die Goldscheider-Version der Lebendmaske dar. Wie die im Beethoven-Haus Bonn vorhandene Maske, dort als anonymer Nachguß der von Franz Klein im Jahr 1812 abgenommenen Maske. Ende 19. / Anfang 20. Jahrhundert" beschrieben, ist die Maske farbig gefasst, allerdings den Vorstellungen des Wiener Jugenstils folgend mit grünem Lorbeerkranz, die weißen Gesichtspartien mit fein ausgeführter Krakelee. Goldscheider gehörte im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts zu den führenden Wiener Porzellan-Manufakturen.
22 Berlioz, Hector: Eigenhänd. Brief m. U. [Paris], o.D., dat. jeudi soir". 8°, 2 Bll., 1 S. beschrieben. - Knickfalte. 135o,oo * An einen nicht genannten Monsieur, J'aurai l'honneur de vous recevoir Samedi prochain à 1 heure, et de vous remercier des oeuvres interessantes que vous avez bien voulu m'envoyer...". | ||||
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23 Bochsa, Nicolas Ch. Fils: Nouvelle Méthode de Harpe en deux Parties. La 1re. contient les principes généraux du doigté et donne l'explication générale de la harpe. La 2me. est composée de leçons progressives, préludes, sonates, fugues et divers morceaux. Oeuvre 60. Paris, Dufaut et Dubois (V.D. et D. 435 / 435) [Ende 1823]. Fol., 2 Bll., 38, 255 S., 2 Tafeln (1 mehrfach gefaltet). Zeitgenöss. Hldr.-Bd. m. Rü.-Goldprg. Durchwegs gestochen. - Bestoßen und etwas fleckig, jedoch offensichtlich unbenutzt. 2ooo,oo * Erste Ausgabe des berühmten Lehrwerks. - Händlerstempel von Dufaut et Dubois auf Titel. Mit großem Widmungsblatt an den Grafen Montesquiou. - Bochsas (1789-1856) Harfenschule war im 19. Jahrhundert lange das Standard-Lehrwerk, seine Méthode galt Mendel-Reissmann (um 1870) als immer noch die beste Schule in dieser Art". - Der erste Teil über die Geschichte der Harfe und Elementarlehre, der zweite Teil mit 50 im Schwierigkeitsgrad fortschreitenden Lektionen mit Originalkompositionen Transkriptionen von Stücken von M. Clementi, J. S. Bach und G. Fr. Händel. - Die beiden Tafeln zeigen ein Porträt des Verfassers am Instrument und eine Seitenansicht einer Harfe mit Bezeichnung der einzelnen Elemente und Saiten, mit einer kleinen Detaildarstellung der Pedale. | ||||
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24 Boieldieu, F.A.: Beniowsky. Opéra en trois Actes en Prose. Paroles de Duval. Représenté pour la Premiere fois sur le Théatre de l'Opéra Comique de la rue Favart le 19. Prairael an 8. Dédié à Mesdemoiselles Erard [Partitur]. Paris, Mlles. Erard (PN 2. 1-14) [1800]. 3 Bde., getrennte Zählung für jede Szene, neuere Ln.-Bde. Gestochen. 13oo,oo * Erste Ausgabe der Partitur. - Boieldieus am 8. Juni 1800 uraufgeführte Oper beruht auf Kotzbues Schauspiel Die Verschwörung von Kamtschatka, dem eine Episode der Lebenserinnerungen des ungarischen Abenteurers Moritz Beniowski (1711-1786) zugrundeliegt. - Eines der frühesten Verlagswerke der im ebenfalls Juni 1800 gegründeten Firma. Zu Beginn jeder Szene mit handschriftlichem Namenszug Erard".
25 Brahms, Johannes: Zweites Quintett (G dur) für zwei Violinen, zwei Bratschen und Violoncell. Op. 111. Partitur. Bln., Simrock (VN 9508) 1891. Gr-8°, 54 S., OU. 23o,oo * Erste Ausgabe. - Hofmann, S. 235.
26 Burney, Charles: Dr. Karl Burney's Abhandlung über die Musik der Alten. Aus dem Englischen übersetzt und mit einigen Anmerkungen begleitet von J. J. Eschenburg. Lpz., Schwickert 1781. 2 Bll., 216 S., Pbd. d. Zt. m. R.-Sch. u. Rgp. Mehrer Tabellen, zahlr. Notenbsp. Titel mit gest. Vignette. - Bestoßen, Rücken seitlich etwas beschädigt (teils alt restauriert). Vord. fl. Vorsatz fehlt, Exl. auf Titelrückseite (Lautenschläger). Letzte Seite mit kl. Ausriß (restauriert). 7oo,oo * Erste deutsche Ausgabe. - Übersetzung des ersten, einleitenden Teils von Burneys General History of Music, die nur wenige Jahre zuvor (1776) in London erschienen war. Der Plan, das Gesamtwerk zu übersetzen, wurde nicht verwirklicht. - RISM B VI, 191; Eitner II, 246.
27 Burney, Charles: Tagebuch einer Musikalischen Reise durch Frankreich und Italien welche er unternommen hat um zu einer allgemeinen Geschichte der Musik Materialien zu sammeln. Aus dem Englischen übersetzt von C. D. Ebeling. Hamburg, 1772. Bey Bode. XVI, 311, (15) S., zeitgenöss. Hldr., Rgp. - Etwas bestoßen, Rücken stärker berieben. 65o,oo * RISM B VI,1, S. 193. - Erste deutsche Ausgabe des ersten Teils der großen Reisebeschreibung, ein Jahr nach der englischen Erstausgabe erschienen. Die Ergebnisse von Burneys Forschungs-Reisen" durch Europa sollten in seine Geschichte der Musik einfließen. | ||
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28 Campagnoli, Bartolomeo: Six Fugues pour Le Violon seul dédiées à Mr. Le Docteur Einert Conseiller de la Cour de S.A.S. Elect. de Saxe. Op. 10. Liv. [hs. 1 / 2]. Lpz., B&H (PN 87 / 163) [1802/03]. 2 Hefte, fol., 7 / 7 S. - Leicht fleckig. 25o,oo * RISM C 595. - Erste Ausgabe. - Widmungsträger ist der Leipziger Bürgermeister Christian Gottlob Einert (1747-1723), der 1802 zum Königlich-Sächsischen Hof- und Justizrat ernannt worden war. - Bartolomeo Campagnoli (1751-1827), Schüler u.a. von Pietro Nardini, wirkte zunächst in Italien, später vor allem in Deutschland. 1797 wurde ihm die Leitung des Gewandhausorchesters Leipzig übertragen. In dieser Zeit widmete sich Campagnoli vermehrt dem Schaffen von violinpädagogischen Werken. Er war berühmt für seine Spieltechnik (Doppelgriffe u.a.) und seinen geschmackvollen Vortrag, wie Spohr und Gerber anerkannten. Mit der von ihm eingeführten Haltung des Geigenbogens mit dem ersten Fingerglied beeinflusste Campagnoli das Violinspiel maßgeblich.
29 Campagnoli, Bartolomeo: L'art d'inventer à l'improviste des Fantaisies et Cadences Pour le Violon formant un Recueil de 246 Pièces amusantes et utiles en tous les tons majeurs et mineurs dédiées à Son Altesse Sérénissime Monseigneur George Guillaume Prince de Schaumbourg-Lippe. Lpz., B&H (PN 1691) [1812]. Fol., 60 S. Gestochen. - Etwas fleckig. 35o,oo * RISM C 604. - Erste Ausgabe. - Selten.
30 Campagnoli, Bartolomeo: Sept Divertissements Pour le Violon composé pour l'Exercise de Sept principales positions et dédiés à Monsieur Ferdinand Frege. Oeuvre 18. Lpz., B&H (PN 2010) [1814]. Fol., 29 S. Gestochen. - Gering fleckig. 3oo,oo * RISM C 605. - Erste Ausgabe. - Widmungsträger ist der Leipziger Bankier Christian Ferdinand Frege (1780-1821).
31 Chelard, André H.: Macbeth heroische Oper in drey Acten nach Shakespeare mit teutschem und französischem Texte, ... Seiner Majestät Ludwig König von Bayern in allertiefster Ehrfurcht zugeeignet. Vollständiger Clavier-Auszug von Th. Lachner. Mchn., Falter u. Sohn (VN 89) [1828]. Qu-fol., 3 Bll., 21 Lfg. mit getrennter Zählung [so vollständig]. verz. Hdr.Bd. d. Zt. Durchgängig lithographiert. - Vord. Ebd.-Deckel lose, bestoßen, Rücken beschädigt. 75o,oo * Erste Ausgabe. - André Hippolite Chelards (1789-1861) Oper Macbeth war 1827 in Paris ohne großen Erfolg uraufgeführt worden. Auf Veranlassung des Intendanten Johann Nep. von Poissl wurde die Oper nach eingreifen | ||
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der Umarbeitung am 25. August 1828 an der Münchner Hofoper aufgeführt. Der Erfolg dieser Aufführung brachte Chelard den Titel eines Hofkapellmeisters ohne Dienstverpflichtung ein. - Das Libretto stammt von dem, auf dem Titel nicht genannten, Dichter und Komponist der Marsellaise Claude-Joseph Rouget de Lisle. - Schön ausgestatteter Klavierauszug, mit einer blattgroßen Porträtlithographie Chelards (von Frd. Hahn), einem ebenfalls blattgroßen, aufwendig gestaltetem Titel und einer ganzseitigen Widmungsvorrede, dat. 4. Juli 1828. - Mit alten handschriftlichen Ergänzungen im Inhalts- und Personenverzeichnis, mit Nennung mehrer Sänger (Frl. Hetznecker, Sign. Pellegrini u.a.). - Ausführlich zur Aufführung, Libretto und Musik schreibt Zenger, Geschichte der Münchner Oper.
32 Chopin, Frederic: Deux Nocturnes Pour Piano. Op. 32. Paris, Schlesinger (PN MS 2500) [Jan. 1839]. Fol., 1 Bl., 9 S. Gestochen. - Ganz leicht fleckig. 2oo,oo * Erste frz. Ausgabe. - Kobylanska S. 85, Lesure, S. 389.
33 Chopin, Frederic: Scherzo pour le Pianoforte. Op. 54. Lpz., B&H (PN 7003) [1843]. Fol., 23 S. Lith. Titel, gest. Noten. 22o,oo * Deutsche Erstausgabe. - Kobylanska S. 117f.; Chominski, S. 197. | |||
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34 Chopin, Frederic: 16 Polnische Lieder für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte. In deutsche Bearbeitung von Ferd. Gumbert. Op. 74. Bln., Schlesinger (PN 4797-4812) [1859]. Fol., 1 Bl., 47 S., OU (fehlt hinten). Gestochen. 7oo,oo * Erste Ausgabe der von Fontana unter der Opus-Zahl 74 zusammen-gefassten Lieder, in der deutschen Fassung. Mit ausführlichem Vorwort Fontanas. - Kobylanska, S. 181; Chominski, 129-147. | ||||
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35 Clementi, Muzio: Préludes et Points d'Orgue dans Différens Tons Pour le Clavecin ou le Forte-Piano dans le Stile d'Haydn, Kozeluch, Mozart, Sterkel, et Wanhall. Opéra 19e. Paris, le Duc (VN 467 (PN 148) [ca. 1797]. Qu-fol., 1 Bl., 29 S. Geheftet. - Breitrandiges, unbeschnittenes Exemplar. Verlegerstempel auf Titel. 3oo,oo * RISM C[C] 2891a (1 Exemplar nachgewiesen). - Vermutlich Titelauflage der Ausgabe Boyers von 1787.
36 Corelli, Arcangelo: Sonate a Violino e Violono o Cimbalo Da Arcangelo Corelle (!) Da Fusignano. Opera Quinta Parte Prima [Parte seconda]. London, Preston & Son (o.PN) [ca. 1790]. Titel, SS. 1-37, Zwischentitel, SS. 39-69, fol. - Sehr schöner, sauberer Druck. Mit kleiner Porträtvignette. 3oo,oo | ||||
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* Corellis Opus 5 zählt zu seinen bekanntesten und verbreitetsten Werken, zuerst wurde es im Jahr 1700 in Rom gedruckt. Vorliegender Druck ist eine Titelauflage der Ausgabe von Cooke, die zuerst 1735 erschienen war. - Die zwölf Sonaten für Violine und Generalbaß teilen sich in sechs sonate da chiesa und fünf sonate di camera, das abschließende zwölfte Werk ist die berühmte Follia. - RISM C 3826.
37 Debussy, Claude: Prélude à l'après-midi d'un faune [Faksimile]. Washington, R.O. Lehmann Found. 1963. Fol., IV, 12 S., Opbd. m. goldgepr. Titelschild (Debussys Namenszug). - Ebd. mit leichtem Wasserrand, etwas bestoßen. Papierbedingt gering wellig. - BV. 5oo,oo * Sehr schönes Farb-Faksimile des autographen Particells. - Die Handschrift widmete Debussy seiner langjährigen Gefährtin Gabrielle Dupont (à mon chère et très bonne petite Gaby"), die sie später an Alfred Cortot weitergab, heute befindet sich das Autograph in der Pierpont Morgan Library, New York. - Vorwort in engl. Sprache von Roland-Manuel. - Das Particell diente als Vorlage zur Erstellung der Orchesterfassung, ein Vergleich ermöglicht interessante Einblicke in Debussys Technik der Orchestrierung. - Sehr selten. - Mit einer ausführlichen Widmung des britischen Dirigenten John Barbirolli an den Filmmusikkomponisten Bernard Herrmann, Manchester, 19. IV [19]64" verso Titel.
38 Dom Bedos de Celles: L'Art du Facteur d'Orgues. [Paris], Delatour, 1766-78. Fol., 4 Teile in 2 Bdn., zus. 4 Bll., XXXII, 676 [recte: 678] S. u. 137 gest. Tafeln., verz. Hldr.-Bde. m. Rü.-Schildern. Anfangs einige Seiten gering fleckig, sonst wohlerhalten. 12ooo,oo * RISM B VI, S. 130. Hirsch I, 54, Wolffheim I, 1124. - Eines der Hauptwerke des Schrifttums zum barocken Orgelbau, une somme monumentale sur l'orgue classique français du XVIIIe siècle", das erste und bis in das 19. Jahrhundert hinein einzige Werk, das den Org.-Bau vollständig theoretisch und praktisch nach dem Stande der damaligen Wissenschaft und des zeitgenössischen handwerklichen Könnens beschreibt" (MGG). Mit detaillierten Abbildungen der zum Orgelbau notwendigen Werkzeuge, Maße und Proportionen von Orgeln und Registern, Detailansichten und zahlreichen Prospekten (z.B. die berühmte Gabler-Orgel in Weingarten, Orgel der Kirche St. Croix in Bordeaux, Orgel der Jesuitenkirche in der Rue St. Antoine in Paris) sowie ausfaltbaren Tafeln mit Vorlagen in Originalgröße. Bis heute bildet Bedos de Celles´ Werk die Grundlage der meisten Schriften über den Orgelbau und ist noch heute für die historische Spiel- und Restaurierungspraxis ein unentbehrliches Standardwerk. - Der französische Benediktinermönch François Lamathe Dom Bédos de Celles (1709-1779) war einer der bekanntesten Orgelbauer, -Gutachter und -Theoretiker im 18. Jahrhundert. Als Mitglied der Pariser Akademie der Wissenschaften verfasste er in deren Auftrag seine Hauptschrift L'Art du facteur d'orgues, als Teil der (enzyklo | ||
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pädisch angelegten Reihe) Descriptions des arts et métiers faites ou approuvées. Zwischen 1766 und 1778 erschien das Werk in vier Teilen, besser: Lieferungen. So erschien das (römisch numerierte) Vorwort erst zusammen mit dem vierten Teil, wie damals üblich sollten die Teile nach der Fertigstellung des Gesamtwerks einheitlich und in der richtigen Reihenfolge gebunden werden, was aber meist unterblieb. Die modernen Faksimiles geben ebenfalls den Zustand der Veröffentlichung wieder, es stand aber auch die Anlage wie von Dom Bedos gewünscht zur Diskussion (vgl. die Ausführungen von Chr. v. Mahrenholtz im Vorwort der Faksimileausgabe Kassel, 1934) - | ||
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Vorliegendes Exemplar wurde von einem Vorbesitzer, einem fachkundigen Orgelliebhaber des 20. Jahrhunderts, wie ursprünglich geplant in zwei Teilen gebunden und stellt damit ein den Intentionen Bedos` folgendes (unbenutztes) Arbeitsexemplar dar. - Sehr schönes, breitrandiges und vollständiges Exemplar auf starkem Papier, von vorzüglicher Frische und Reinheit, die Tafeln von hervorragender Qualität.
39 Donizetti, Gaetano: Linda di Chamounix. Grosse Oper in drei Acten von G. Rossi. Vollständiger Clavierauszug und deutsche Uibersetzung von Heinr. Proch [Zwischentitel:] Grosse Oper in drei Aufzügen. Ihrer Majestät der Kaiserin von Österreich Maria Anna in tiefster Ehrfurcht gewidmet. Wien, Diabelli & Co. (PN 7534.7535-50) [Dez. 1842]. Fol., 2 Bll., 319 S., Hln. Gestochen. - Etwas bestoßen, mit wenigen Anstr. Schwächerer Abzug. 4oo,oo * Erste Ausgabe, mit deutschem und italienischem Text. - Donizetti feierte mit Linda, the ripest and most varied essay in the semiseria genre" (New Grove), seinen ersten großen Erfolg in Wien, der Erfolg der Uraufführung am 19. Mai 1842 brachte ihm die angestrebte Stelle des Kapellmeisters am Kärntertor-Theater ein. Noch im selben Jahr wurde die Oper leicht revidiert in Paris aufgeführt.
40 Donizetti, Gaetano: Lucia di Lammermoor. Dramma tragico. Riprodotta integralmente per mandato di G. T. degli Alfieri. Mailand, Bestetti 1941. Qu-fol., 17 S., 186 Bll., verz. Ohldr. m. Goldprg., Kopfgoldschnitt, mont. FS. - Gering bestoßen. Erste Seiten des Vorworts leicht knitterig. 15oo,oo * Schönes Faksimile der autographen Partitur. Hs. num. Ex. 237" von 300. - Vorwort von G. Zavadini.
41 Dörffel, Alfred: Festschrift zur hundertjährigen Jubelfeier der Einweihung des Concertsaales im Gewandhause zu Leipzig [und] Geschichte der Gewandhausconcerte zu Leipzig vom 25. November 1781 bis 25. November 1881. Im Auftrage der Concert-Direction verfasst. Lpz., 1881 / 1884. 2 Bde., fol., 4 Bll., 104 S. / 4 Bll., 270 S., Obr. Mit Notenbsp., 2 Tafeln (1 farbig) und 1 Programmfaksimile. - Bestoßen und leicht lose. Ebd. von Bd. 1 mit kl. Eckabriß, Bd. 2 mit einigen Eintr. in Blei. BV. 35o,oo * Seltenes, grundlegendes Werk in erster Ausgabe. - Enthält eine ausführliche Statistik der Concerte im Saale des Gewandhauses zu Leipzig", mit ergänzender Dokumentation, Register, Personen- und Personalverzeichnis aller Konzerte. - Die Chromo-Lithographie im Anhang zeigt einen Enwurf des 1831 zerstörten Deckengemäldes des Gewandhaussaales von Adam F. Oeser (1717-1799). - Mit handschr. Namenszug Dr. Alfred Dörffel". | ||
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42 Dreyer, Johann M.: VI. Symphoniae. A Violino primo, Violino secundo, Alto-Viola, et Basso obligato. Clarinetti, Flauti, Corni vel Clarini et Tympani ad libitum. Opus XXI. Augsburg, Lotter 1808. 9 Stimmhefte, fol. Typendruck. In altem Umschlag mit Aufschrift Dreyer's Symphonien". - Etwas bestoßen, teils leicht knitterig 12oo,oo * Erste Ausgabe von Dreyers Op. 21. - Selten, RISM weist nur 3 komplette Exemplare nach, davon 1 in Deutschland. - Dreyer (1747-1824) wirkte als Kapellmeister, Chorregent und Organist in Ellwangen. - RISM D[D] 3570. | ||||
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43 Dussek, Jan L.: [Craw 147-148] Deux Sonates Pour le Pianoforte avec Accompt. de Violon et Basse. Oeuv. 34. Lpz., B&H (PN 2643) [1817]. Qu-fol., 21 / 7 / 6 S. In Lithographie. - Bestoßen, alter Rückenstreifen. 2oo,oo * Klaviertrio-Ausgabe der ursprünglich für Harfe, Violine und Cello geschriebenen Sonaten, zuerst gedruckt 1797/98 in Paris.
44 Dussek, Jan L.: Grande Sonate A Quatre Mains Pour le Forté-Piano. Oeuvre 48. Paris, Pleyel (PN 694) [1807]. Fol., 1 Bl., 35 S. 25o,oo * Nicht in RISM D[D].
45 Dvorák, Antonin: Dimitrij. Velká opera o ctyrech jednánich. Slova Marie Riegrove-Cervinkove. Hudbu slozil. Op. 64. Úplný klavirini výtah s textem. Prag, Em. Starý [1886]. 2 Bll., 312 S., Hln. - Kapitale beschädigt, papierbedingt leicht gebräunt. 3oo,oo * Burghauser 127. - Erste Ausgabe der ersten Fassung. - In tschechischer Sprache. Titelseite in Chromolithographie. - Dvoraks Oper um den falschen Zaren" Dimitrij, dem Nachfolger Boris Godunovs, wurde in der ersten Fassung 1882 in Prag uraufgeführt. - Selten.
46 Egk, Werner: Irische Legende. Text zu einer Oper. Mit 5 Originallithographien von Oskar Kokoschka. Freiburg, Klemm [1955]. 4°, 47 S., Opbd., Orig.-Zellofanumschl. - Gering bestoßen. 35o,oo * Nicht numeriertes Exemplar einer Auflage von 500. Mit einer handschr. Widmung Egks für Rudolf Hartmann.
47 Farkas, Ferenc: Praesepe Keureshehiense. Ein Krippenspiel für Chor, Kammerensemble und Orgel. 1970 [Partitur]. Xerokopie des Manuskripts. 28 gez. S., fol., Spiralbindung. - Beil.: ders. Masch. Brief m. Unterschrift. Budapest, 21. Sept. 1974. 4°, 1 S. Mit zugeh. Briefumschlag. 44o,oo * In ungarischer Sprache mit nachträglich in Blei eingetragener dt. Übersetzung, die, laut beigefügtem Brief, von Farkas selbst stammt. Mit beil. ausführlichem Briefwechsel des ungarischen Büros für Autorenrechte Artisius zur Übersendung der Partitur an Felix de Nobel, Amsterdam. - Der ungarische Komponist Ferenc Farkas (1905-2000) war Schüler von Leo Weiner und Ottorino Respighi. Er arbeitete zunächst als Filmkomponist, ab 1949 lehrte er an der Musikakademie Budapest. Zu seinen Schülern dort zählten u.a. György Kurtág und György Ligeti. _ Felix de Nobel (1907-1981) war Gründer und langjähriger Dirigent des Niederländischen Kammerchors. | ||
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48 Fauré, Gabriel: Albumblatt mit eigenhänd. Unterschrift. [Paris] Dezember 1896. Fol., 1 Bl., mont. auf größerem Albumblatt. - Knickfalte. 4oo,oo | ||||
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* Die ersten fünf Takte seines Liedes En Prière auf selbst gezogenen Notenlinien, mit einer Widmung A Madame Blanche Marchesi en Souvenir de la plus touchante et poétique interpretation." - Das Lied ist Teil einer um 1890 veröffentlichten Sammlung (bien curieux volume collectif") betitelt Contes Mystiques, einer Art Weihnachtsgeschichte des Dichters Stephan Bordèse. Daran beteiligt waren zwölf französische Komponisten, darunter Dubois, Fauré, Lecocq, Saint-Saens, Widor und Massenet. - Blanche Marchesi (1863-1940), Tochter der Gesangspädagogin Mathilde Marchesi (1821-1913), hatte die Lieder in einem Pariser Konzert im Dezember 1896 gesungen. | ||||
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49 Flöte: Sammelband mit Duetten für 2 Flöten. Originalkompositionen und Bearbeitungen meist zeitgenössischer Opern. Wien / Mailand / Bln., versch. Verlage [zw. 1815-1825]. 2 Bde. mit je 17 Heften, fol., Hldr. d. Zeit m. Rü.-Goldprg. In Stich u. Lithographie. - Etwas bestoßen. Anfangs mit Gebrauchspuren. 14oo,oo * Inhalt: Boieldieu, F. A.: Ouverture et Dix Airs de l'Opera le petit Chaperon rouge; Carafa, M.: Duettino nell'Opera Gabriela di Vergi; Janusch, Mich.: Unterhaltungen aus verschiedenen Opern und Ballets ausgewählte Stücke enthaltend; Drouet, L.: Six Grands Duos brillans et faciles pour deux Flûtes dédiés à Mr. Florisone. Op. 74. I [und hs.] II Partie; Mercadante, Saverio: Pezzi Scelti dell'Opera Donna Caritea; Pot-Pourris ou Choix de Pieces favorites tirées des plus nouveaux Operas et Ballets. 1r [und 2.] Cahier; Rabboni, Guiseppe: Gran Duetto. Dedicato al Sigr. Dionigi Torre; Rabboni, G.: Gran Duetto. Dedicato All Illme. Sigr. Marchese Ordogno de Rosales; Rabboni, G.: Gran Duetto. Dedicato al Sigr. Francesco Sajler; Rossini, G.: Duetti per due Flauti dell'Opera Semiramide; Rossini, G.: L'Italiana in Algeri; Rossini, G.: Tankred. Eingerichtet von W. Klingenbrunner; Rossini, G.: | ||||
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Nell'Oratorio Mosé in Egitto Ah! Se puoi cosi Lasciarmi. Duetto; Rossini, G.: Ouverture aus der Oper Othello; Rossini, G.: Duetto e Terzetto Nell'Opera Ricciardo e Zoraide; Rossini, G.: Ouverture zur Oper: Le Siège de Corinth (Die Belagerung von Corinth); Weber, Carl M. v.: Oberon. Opera en III Actes. Arrangé par W. Gabrielsky. [Hs. I, II, III] Acte. Je 3 Hefte, zus. 40 / 46 S. - Erste Ausgabe, Jähns, S. 394. Eindrucksvolle Sammlung mit Flötenkompositionen der wichtigsten Flötisten zu Beginn des 19. Jahrhunderts: Louis Drouet (1792-1873) war einer der führenden Flötisten des 19. Jahrhunderts, er wirkte auch als Flötenbauer. Er studierte am Conservatoire de Paris bei Reicha und Méhul und war Hofflötist Napoleons und Ludwigs XVIII. - G. Rabboni (1800-1856) war Flötist an der Mailänder Scala. Seine Flötenwerke zählen mit zum anspruchsvollsten, was für Flöte geschrieben wurde. - J. W. Gabrielsky (1791-1846), vortrefflicher Flötist" (Mendel / Reissmann) wirkte in Berlin.
50 Franchetti, Alberto: Asrael, Legende in vier Aufzügen von F. Fontana, für die dt. Bühne bearbeitet von H. Wittmann. Clavierauszug (A. Buzzi-Peccia). Mailand, Ricordi (VN 53745) [1888]. 2 Bll., 328 S., Oln. - Etwas bestoßen, Ebd. angeschmutzt. 35o,oo * Erste Ausgabe. - Mit eigenh. Widmung u. Unterschrift Franchettis: Seinem lieben Freunde Hugo Röhr als freundliche Erinnerung. A. Franchetti. Genua 24/4/90". _ Alberto Franchetti (1860-1942), Sohn einer Turiner Bankiersfamile, studierte in München bei Rheinberger und in Dresden bei Draeseke. Seine erste (erhaltene) Oper Asrael wurde am 11. Februar 1888 in Reggio Emilia uraufgeführt. In den 1890er Jahren stand Franchetti auf der Höhe seines Ruhms, er galt als Nachfolger Verdis" (der Franchetti die ihm selbst angetragene Oper Cristof Colombo vermittelte) und einziger Konkurrent Puccinis. Nach 1900 komponierte er kaum noch, seine Opern wurden aber bis zum Aufführungsbot in Deutschland und Italien 1938 erfolgreich aufgeführt. - Mit dem Komponisten Hugo Röhr (1866-1937) war Franchetti seit seinen Münchner Studientagen befreundet.
51 Gerber, Ernst L.: Neues historisch-biographisches Lexikon der Tonkünstler, welches Nachrichten von den Leben und Werken musikalischer Schriftsteller, berühmter Komponisten, Sänger, Meister auf Instrumenten, kunstvoller Dilettanten, Musikverleger, auch Orgel- und Instrument Leipzig, bey A. Kühnel 1812-14. 4 Bde., XXXII S., 874 Sp. / VI S., 824 Sp. / VI S., 942 Sp. / (6) S., 844 Sp., Pbde. d. Zt. - Gering bestoßen. Vorsätze gering fleckig, mit Exlibris. 14oo,oo * Erheblich erweiterte Neuausgabe des 1790 zuerst erschienenen Musikerlexikons. - Band 2 mit einem großen Anhang mit einem Verzeichnis von Bildnissen, Büsten und Statuen berühmter ... Tonkünstler ... und ein Instrumenten-Register". | ||
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52 Gluck, Chr. W.: Armide. Drame héroique. Réprésénté pour la premiere Fois par l'Académie Royale de Musique le 23. Septembre 1777. Paris, Deslauriers [nach 1783]. 4°, 1 Bl., 279 S., zeitgenöss. Ppb. Gestochen. - Bestoßen, Rücken beschädigt. Titel etwas fleckig, letzte Seite mit kl. Abriß ohne Textverlust. Kräftiger Abzug. 7oo,oo * 3. Auflage der Partitur, Hopkinson 45 A(b); RISM G 2679. - Der Musiktext ist gegenüber den vorangegangen Auflagen unverändert, lediglich das Titelblatt wurde neu gestochen. - Glucks Armide markiert den Höhepunkt des berühmten Streits der Gluckisten und Piccinisten, der, wie so viele (Theater-) Fehden, mehr von Epigonen und Mitläufern ausgetragen wurde, als von den angeblichen Protagonisten. Wohl nicht zuletzt aufgrund der publicity" wurde die heiß umkämpfte Armide für die Académie Royale ein Kassenerfolg" (MGG).
53 Gluck, Chr. W.: Iphigenie en Tauride. Tragédie en quatre Actes par M. Guillard [Partitur]. Paris, Deslauriers (PN 4) [1792]. Fol., 2 Bll., 211 S., Hln. m. Titelschild. - Gering bestoßen. Innen sehr gut. 65o,oo * RISM G 2816; Hopkinson, 46 A(c), S. 60. - Zweite Ausgabe der Oper, jetzt mit Plattennummer. Im neugestochenen Titelblatt entfällt die Widmung an die Königin, aus der Academie Royale" wurde die Academie Nationale". Das Widmungsblatt wurde durch einen zweispaltigen Verlagskatalog ersetzt. Der Katalog spiegelt noch immer die musikalische Situation der 1780er Jahre: Die Opern von Gluck und Piccini werden separat gelistet und nehmen den meisten Platz ein, es folgen Salieri, Desormers, Martini u.a. - Mit einem großen Exlibris des Münchner Musikforschers Adolf Sandberger.
54 Gluck, Chr. W.: Iphigenie en Aulide. Opéra en 3 Actes arrangé pour le Pianoforte [frz. / dt.]. Bonn, Simrock (PN 602) [1808]. Qu-fol., 149 S., Ln. - Kräftiger Abzug. 3oo,oo * Wq 40; RISM G2753; Hopkinson 40 F. - Erste Ausgabe des vollständigen Klavierauszuges.
55 Goetz, Hermann: Nenie. Gedicht von Fr. Schiller für Chor und Orchester in Musik gesetzt und seinem lieben Freunde Friedrich Hegar zugeeignet. Op. 10. Lpz., Kistner (PN 4576) [1875]. Fol., 42 S., Hln. Lith. Titel, gest. Noten. - BV. 15o,oo * Erste Ausgabe der Partitur. - Nenie [!] stellt einen Höhepunkt im Gesamtwerk des Frühverstorbenen", H. Goetz (1840-1876) dar (MGG2). Noch in Brahms' späterer (1880) Vertonung desselben Textes lassen sich Spuren dieses Werkes, das er nach eigener Aussage gut kannte, finden. | ||
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56 Grädener, Carl C. P.: Zwiegesang der Elfen von Robert Reinick. Ein Nachtstück für 6-stimmigen Chor, Solostimmen und kleines Orchester. Op. 36. Hbg., Schuberth (PN 463) [1860]. Fol., 44 S., Pbd. m. Titelsch. - Ränder gering fleckig, Titel mit unauffälliger Randausbesserung (alt). 2oo,oo * Mit einem sehr schönen, blattgroßen getönten Titel von Fr. Krätzschmer.
57 Gurlitt, Manfred: Eigenhändiges Notenmanuskript. Ohne Titel, nur mit Autorangabe Schubart". O.O., o.D. [um 1945]. 1 einseitig beschriebenes Bl., 4°. 22o,oo * Vollständige Komposition für Klavier und Singstimme mit dem Text: ein neuer Kinderreim (?) gegen ein altes Testament". - Mit eigenhänd. Unterschrift und Beischrift wollen Sie auch `Hanschen'?", wohl für Eta Harich-Schneider. - Der Komponist Manfed Gurlitt (1890-1972) ist vor allem durch seine sozialkritischen Opern (Wozzeck, 1926, Soldaten, 1930) hervorgetreten. 1939 war er wegen des Boykotts seiner Werke nach Japan ausgewandert, wo auch die Cembalistin Eta Harich-Schneider nach dem Verlust ihrer Professur an der Berliner Hochschule, von 1941 bis 1949 lebte. | ||||
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58 Hahn, Reynaldo: La Fête chez Thérèse. Ballet-Pantomime en deux actes de C. Mendès. Partition Piano Seul. Paris, Heugel (VN 24131) © 1909/1910. Gr-8°, 5 Bll., 169 S., Hldr., Rü.-Goldprg. - Etw. bestoßen. Jahreszahl der Widmung leicht beschnitten. 45o,oo * Erste Ausgabe. - Mit eigenhändiger Widmung a M. Raymond ... souvenir cordial Reynaldo Hahn 1910". | ||||
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59 Halevy, Fromental: La Reine de Chypre. Opéra en 5 actes, Paroles de Mr. de St. Georges. Partition avec Acct. de Piano arrangée par R. Wagner. Paris, Schlesinger (PN 3590.3556-3557) [1842]. Fol., 2 Bll., 325 S., Hldr. m. Rü.-Goldprg. - Bestoßen, Rücken beschädigt. Innen von einzelnen kleinen Flecken abgesehen gutes Exemplar, ohne Eintragungen. 48o,oo * Erste Ausgabe. - Die Uraufführung von Halevys Reine de Chypre fand am 22. Dezember 1841 in Paris statt und wurde rasch sein größter Erfolg seit La Juive von 1835. Das Libretto liegt auch der ebenso erfolgreichen Oper Catharina Cornaro von Franz Lachner zugrunde, die wenige Wochen zuvor aufgeführt worden war. - R. Wagner verfasste in seiner Pariser Zeit zu Beginn der 1840er Jahre mehrere Arrangements aktueller Opern. Seine autobiographische Darstellung, dazu vom Pariser Verleger Maurice Schlesinger gedrängt worden" zu sein, entspricht nicht ganz den Tatsachen. Vielmehr scheint Wagner sich um die Aufträge aktiv bemüht zu haben. - WWV 62E, S. 216f.; Klein, S. 114f.; Piper Enzyklopädie, II, 646ff. | ||||
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60 Halévy, Ludovic: Rose et Rosette. Drame-Vaudeville en trois actes. Musique par M. Oray. Paris, Lévy Frères (1858). 4°, 2 Bll., 16 S., Hldr., Goldprg. - Bestoßen, Rücken beschädigt. Exlibris. 28o,oo * Schöne Ausgabe des Textes in der Reihe Théatre contemporain illustrée". Mit einer Holzstich-Vignette von Belin. - Vorsatz mit eigenhändiger Widmung und Unterschrift Halévys, à mon ami Dom Hàve[?]", Bl. 2 mit einem längeren eigenhänd. Brief Halévys, datiert 25. juli 1858., in dem er zu seiner mechant vaudeville" Stellung nimmt. - Mit einem schönen Exlibris des frz. Kunsthistorikers Eugène Richtenberger. - Der Dramatiker und Librettist Ludovic Halévy (1834 -1908) war ein Neffe des Komponisten Jacques Fromental Halévy. Zusammen mit H. Meilhac verfasste er mehrere Libretti für J. Offenbach.
61 Händel, Georg F.: The Beauties of Handel (in two volumes.) Consisting of upwards of one hundred of his most favorite Songs, Duetts & Trios ... arranged with a separate Accompaniment for the Piano Forte, and figured from the MS. scores of the author by J. Corfe. Ldn., for the Author by Preston [1803-04]. 2 Bde., qu-fol., 3 Bll., 134 S. / 3 Bll., 127 S., Hldr. d. Zt. mit goldgepr. Titelschild. Bd. 1 mit FS. - Etwas bestoßen und berieben. Erste Seiten gering fleckig, Titel mit Knickfalte. Bd. 2 vord. Ebd.-Deckel locker. 45o,oo * Umfangreiche Sammlung von Liedern, Arien, Duetten u.a. aus Opern und Oratorien, mit Klavierbegleitung und Generalbass. - Der Herausgeber Joseph Corfe (1740-1820) war Organist in Salisbury. - Mit dem großen Porträt Händels von W. Chapman nach Th. Hudson. - RISM H 1089.
62 Händel, Georg F.: [HWV 75] Das Alexanderfest. Partiturabschrift der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. [Berlin?[ [um 1770]. Fol., 4 Bll., 107 S., Pbd. d. Zt. - Etwas bestoßen, Rücken oben leicht beschädigt. 22oo,oo * Vollständige Partitur der berühmten Kantate auf den Tag der heiligen Cäcilia" in einer Abschrift der Krause'schen Fassung. Die Berliner Aufführung im Jahr 1766 war die erste Aufführung eines Händel'schen Werkes nach seinem Tod außerhalb Englands, sie markiert den Beginn der deutschen Händelpflege. Die Bearbeitung und damit vorliegende Abschrift der Partitur ist musikgeschichtlich von außerordentlicher Bedeutung, sie stellt eines frühesten und wichtigsten Dokumente der beginnenden Händelrezeption auf dem Kontinent dar. Christian Gottfried Krause (719-1770) war eine der zentralen Gestalten im Berliner Musikleben Mitte des 18. Jahrhunderts, wie J.A. Hiller in seinen Wöchentlichen Nachrichten" schreibt. Der im öffentlichen Dienste stehende Jurist war nicht nur ausübender Musikliebhaber [Pauker], sondern auch Protagonist einer neuen Musikästhetik", der mit mehreren musik | ||
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theoretischen Werken hervorgetreten ist, in denen ihn vor allem das Verhältnis von Sprache und Musik in oratorischen Werken und der Oper beschäftigte. Von besonderer Bedeutung waren die von ihm veranstalteten Privatkonzerte, bei denen vor allem Werke aufgeführt wurden, die seiner musikästhetischen Anschauung entsprachen. Ausgehend von der durch ihn eingeleiteten Berliner Renaissance des geselligen deutschen Liedes wandte er sich groß besetzten Chorwerken zu, aufgeführt wurden u.a. Grauns Kantate Tod Jesu und Telemanns Kantate Ino. Krause hatte sich bereits in den 1740er Jahren mit Drydens Dichtung The Power of Musick beschäftigt, die die Grundlage für Händels Alexanderfest bildet. Seinen Freund Karl W. Ramler (1725-1798) konnte er für die Übersetzung des Textbuches gewinnen (Für eine spätere Bearbeitung des Alexanderfests durch Kirnberger verfasste Ramler ebenfalls eine _ abweichende - Übersetzung. Diese mehr der originalen Musik angepasste Nachdichtung liegt auch Mozarts Bearbeitung der Kantate zugrunde). In der von Krause veranlassten Fassung wurden von dem noch unbekannten Bearbeiter aufgrund der sehr freien und durchaus nicht genau der Musik Händels angepassten Übersetzung die meisten Rezitative neu komponiert; an einigen Stellen die (musikalische) Substanz verändert, erweitert, gekürzt; Ariosi, Arien und Chöre notfalls neu komponiert; die Partie der 1. Vl. virtuoser gestaltet und der zeitgenössischen Aufführungspraxis angepasst und der Bläserpart erweitert. Insgesamt läßt sich sagen, daß hier eine Form von ,schöpferischem Historismus' waltet, der Respekt von der Händel'schen Musik mit durchaus zeitgenössischen Vorstellung von der Form eines deutschsprachigen Oratoriums ... verbindet." (G. Busch, Händel-Rezeption 1748-1771). | |||||
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63 HÄNDEL [u. FASCH] - Burney, Carl: Nachricht von Georg Friedrich Händels Lebensumständen und der ihm zu London im Mai und Jun. 1784 angestellten Gedächtnißfeyer. Aus dem Englischen übersetzt von J. J. Eschenburg. Berlin und Stettin, bei Fr. Nicolai, 1785. 14 Bll., LII, 102 S., Pbd. d. Zt. Gest. Frontispiz, 1 doppelt gefalt. Kupfertafel. - Bestoßen und berieben, innen sehr gut. 135o,oo * RISM B VI/1, S. 191f; Eitner IV, 448; Hirsch I, 15; Wolffheim II, 508. - Erste deutsche Ausgabe, erschienen im Jahr der engl. Originalausgabe. Enthält neben der Lebensbeschreibung u.a. ein chronologisches Werkverzeichnis sowie Abbildungen der auf Händel's Gedächtnißfeier geprägten Denkmünze" und einen gestochenen Orchesterplan nebst dem Verzeichnis der mitwirkenden Musiker u. Sänger. Gegenüber der Originalausgabe durch Zusätze des Übersetzers vermehrt. - Beigebunden: Karl. F. Zelter: Karl Friedrich Christian Fasch. Berlin, Unger 1801. 62 S., mit gest. Frontispiz. - Erste Ausgabe, recht selten. - Zelter war Kompositionsschüler und Freund Faschs. Nach dem Tode Faschs im Jahr 1800 übernahm Zelter die Leitung der Berliner Singakademie, die 1791 von Fasch ins Leben gerufen worden war und der auch Zelter seit der Gründung angehörte. Seine Biographie ist zusammen mit den früheren autobiographischen Lebensberichten die zentrale Quelle und Grundlage der Beschäftigung mit Fasch. | ||||
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64 Harich-Schneider, Eta: Eigenhänd. Notenmanuskript, betitelt Tempo di Tango Sentimental". Am Kopf signiert E. H-S" Dat. [Tokyo] 1948. Fol., 3 Bll. 15o,oo * Vollständige Komposition für Klavier (?), mit Widmung for Tokyo Army College". - Das Stück ist ohne richtigen Schluss notiert, Faulenzer deuten eine Wiederholung ad infinitum" an. - Die Cembalistin Eta Harich-Schneider lebte, nach dem Verlust ihrer Professur an der Berliner Hochschule, von 1941 bis 1949 in Japan. Dort entstand ihre History of Japanese Music, bis heute ein Standardwerk. | |||||
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65 Hassler, Hans L.: Psalmen und Christliche Gesänge mit vier Stimmen, auf die Melodien fugenweis componirt. Auf Befehl einer hohen Standesperson aufs neue ausgefertiget [von Joh. Ph. Kirnberger]. Lpz., J. G. I. Breitkopf 1777. Fol., 2 Bll., 150, (2) S., Hldr. d. Zt., Typendruck. - Etwas berieben, innen gut. 4ooo,oo * RISM H 2331. - Erste Partitur-Ausgabe der 1607 in Nürnberg in Stimmbüchern erschienenen Psalmen. Kirnbergers Ausgabe ist musikgeschichtlich hochbedeutsam, stellt sie doch einen der frühesten Belege für die Wideraufnahme älterer Musik in Berlin dar.
66 Hauptmann, Moritz: Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. L[eipzig], 1. Okt. 1866. 2 Bll., 1 S. beschrieben. - Knickfalte. Rückseitig kleine Montagespuren. 4oo,oo * An einen Bekannten, den Dresdner Hofkapellmeister Julius Dietz. Bitte um Beurteilung und Zusendung einer vom jungen Borgers Ihnen zurück gelassenen Komposition (8händiges Klavierstück) ... ich möchte Sie aber doch darum bitten, zugleich mit beigefügtem Gutachten. Er will es zur Erlangung eines Musikstipendiums in Kiel einreichen". - Hauptmann (1792-1868) wirkte als Thomaskantor und Musiktheoretiker in Leipzig. Über einen Komponisten namens Borgers ist nichts bekannt.
67 Haydn, Joseph: [Hob. III. 37-42] Six Quatuors Pour deux Violons, alto et Basse. Oeuvre XXXIII. Wien, Magazin de Musique (Kozeluh) [1793]. 4 Stimmhefte, fol., gestochen. - Mit leichten Wasserrand. 9oo,oo * Originalausgabe der sog. Russischen Quartette. Etwas spätere Abzüge, schon mit dem Vermerk Cum Priv. S.C.M" auf dem Titel. Die Vl.1-Stimme liegt in zwei Hefte geteilt mit neuem Titelblatt Trois Quatuors..." vor, gedruckt von den Platten der Originalausgabe. - RISM H 3477; Hob. S. 395f.
68 Haydn, Joseph: [Hob. III. 44-49] Six Quatuors pour deux Violons, Alto et Basse ... Dediés A Sa Majesté Frederic Guillaume II Roi de Prusse. Oeuvre 50me. Wien, Artaria (PN 109) [1787]. 4 Stimmhefte, fol., gestochen. Vl. 1 mit großartiger Titelumrahmung. - Nahezu unbenutzte Exemplare, unbeschnitten. 28oo,oo * Erste Ausgabe der Preussischen Quartette. - RISM H 3494; Hob. S. 405. - Sehr schön gestochener, blattgroßer Titel mit dem Wappen der Hohenzollern. - Wie die etwas späteren gleichnamigen Quartette Mozarts (KV 575, 589, 590) für denselben Widmungsempfänger, zeichnen sich Haydns Quatuors durch die besondere Ausgestaltung des Cello-Parts aus, da der preussische König ein begeisterter Spieler dieses Instruments war. Anders als Mozart verband Haydn jedoch mit der Widmung keine Hoffnungen auf eine Stelle am preussischen Hofe. | ||
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69 Haydn, Joseph: [Hob. III. 57-59] Trois Quatuors pour Deux Violons, Alto et Violoncelle. Oeuvre 32. Edition revue corrigée et dediée à Mr. Nicolas Zmeskall de Domanovetz. [Wien, Artaria] (PN 93) [1789]. 4 Stimmhefte, fol., gestochen. Lith. Titel (später?). Vl.-Stimme kart., dient als Umschlag. - Titel mit kl Ausriß, geringer Textverlust alt restauriert. 9oo,oo * Frühe Wiener Ausgabe, im selben Jahr wie die Erstausgabe erschienen. - RISM H 3516; Hob., S. 412. | ||||
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70 Haydn, Joseph: [Hob. III. 66-68] Trois Quatuors pour Deux Violons, Alto et Violoncelle. Oeuvre 65. Liv. II. Wien, Magazin de Musique (Kozeluh) [1793]. 4 Stimmhefte, fol., gestochen. - Mit leichten Wasserrand. 5oo,oo * Wiederauflage der sog. Tost-Quartette beim Original-Verleger von den alten Platten, jetzt in zwei Teilen. Mit neu gestochenem Titel, ohne die Widmung. - RISM H 3531. | ||||||
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71 Haydn, Joseph: Oeuvres Complettes de Joseph Haydn. Cahier I - Cahier XII. Au Magasin de Musique de Breitkopf & Härtel à Leipsic [1800-1806]. Zus. 14 Bde., qu-fol., / fol. Zeitgenöss. Hldr.-Bde. mit aufgez. ziegelroten OU (fehlt bei Bd. 12). Die beil. Streicher-Stimmen sind in zwei Bänden zusammengebunden. Noten im Typendruck. - Teils etwas bestoßen. 26oo,oo * RISM H 2462; Hob., Coll. Div. 1; Sammlung Hoboken Haydn 1293-1304. _ In allen Belangen komplette Folge der von Haydn selbst initierten Gesamtausgabe seiner Pianofortewerke (mit Kammermusik mit Klavier und Liedern), erstaunlicherweise trotz der relativ großen Verbreitung so gut wie nie in dieser Vollständigkeit anzutreffen. - Im Eröffnungsband auf S. 5 Haydns Vorwort zu der Ausgabe, datiert Wien, 20. Dezember 1799: Den Wunsch mehrerer Musikfreunde, eine vollständige Ausgabe meiner Klavierkompositionen zu besitzen, erkenne ich mit Vergnügen als ein schmeichelhaftes Zeugnis ihres Beyfalles, und ich werde gern dafür sorgen, daß in diese Sammlung nichts aufgenommen werde, was bisher unrechtmäßig meinen Namen geführt hat, oder was, als frühe | ||||||
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re Jugendarbeit, nicht verdienen möchte, darin aufbewahrt zu werden. / Erlauben es mein fortgeschrittenes Alter und meine Geschäfte, so werde ich den Wunsch der Herausgeber, diese Sammlung den Besitzern durch einige neuere Arbeiten noch angenehmer zu machen, gerne erfüllen." Gleich den zur selben Zeit erschienenen Mozart'schen Oeuvres Complettes (s.u. Nr. 120) ist jeder Band mit einer eigenen, extra angefertigten gestochenen Titelvignette versehen. Abweichend zu den allegorischen Darstellung der Folgebände findet sich in Band 1 ein Porträt-Medaillon Haydns (Kininger delt. ad viv.) in Punktier-Manier, gestochen von C. Pfeiffer. Enthalten sind: Cahier I: VIII Sonates pour le Pianoforte; Cahier II: XI Pièces pour le Pianoforte; Cahier III: VI Sonates pour le Pianoforte avec l'accompagnement d'un Violon et Violoncelle; Cahier IV: VIII Pièces pour le Pianoforte avec l'accompagnement d'une Flute et Violoncelle; Cahier V: V Sonates pour le Pianoforte avec l'accompagnement de Violon et Violoncelle; Cahier VI: V Sonates pour le Pianoforte avec l'accompagnement de Violon et Violoncelle; Cahier VII: VI Sonates pour le Pianoforte avec l'accompagnement de Violon et Voloncelle; Cahier VIII: XV Airs et Chansons et Arianne à Naxos Scène avec accompagnement du Pianoforte; Cahier IX: XXXIII Airs et Chansons avec accompagnement du Pianoforte; Cahier X: V Sonates pour le Pianoforte avec accompagnement de Violon et Violoncelle; Cahier XII: IX Pièces pour le Pianoforte avec l'accompagnement d'une Violon et Violoncelle.
72 Hiller, Ferdinand: Eigenhänd. Brief m. Unterschrift. Dat. [Köln] 11 [13.?].11. [18]61. 8°, 2 Bll. - Knickfalte. [23708] 36o,oo * An seinen Freund Reiß anläßlich eines Briefchen[s] welches ich v. Ihrem Musikdirektor Hempel erhielt", welcher offenbar nach einer Stellung für seine Gattin gefragt hatte: Sagen Sie gefälligst Hempel daß ich leider die Erfüllung seiner Wünsche hinsichtlich seiner Gattin nicht für wahrscheinlich halte ...daß ich aber bei der Direktion die Sache ... zur Sprache bringen werde ... Sachen für Frauenstimmen wie C. J. Hempel wünscht .... sind Op 45 ... oder Op 62 (Heloise) ... Op 94 u 123 ... 24 Vocalisen für 3 Stimmen Op 82, bei Haertel. Machen Sie doch einmal wieder eine Reise zu mir, lieber Reis - ... z.B zum 4t u 3t [sic!] December, an welchen ich mein Ver Sacrum [op. 75] aufführe." - Der Dirigent und Musikschriftsteller F. Hiller (1811-1885), befreundet mit und gefördert von Cherubini, Meyerbeer, Liszt, Chopin und Berlioz, lebte und wirkte in Paris, Frankfurt, Leipzig (Gewandhauskapellmeister) und ab 1849 als städtischer Musikdirektor in Köln.
73 Hiller, Johann A.: Anweisung zum musikalisch-richtigem Gesange, mit hinlänglichen Exempeln erläutert. Zweyte, verbesserte Auflage. Leipzig, bey J. G. Feind 1798. 6 Bll., 220, (4) S., Pbd. d. Zt. Mit zahl. Noten im Typendruck. - Bestoßen, 1 Zwischentitel stärker fleckig. Gelöschter BV (Stempel). 85o,oo | ||
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* RISM B vi, S. 413; Eitner V, 148; Wolffheim I, 706. - Nahezu unveränderte Wiederauflage der Ausgabe von 1771 - offenbar war Hillers eröffnende Feststellung nach wie vor berechtigt: Jedermann singt, und der größte Theil singt - falsch".
74 Hindemith, Paul: Masch. Brief m. eigenhänd. Unterschrift. Ff./M., 23.3.24. 8°, 1 Bl. - Knickfalte. 33o,oo * An Max Krell (1887-1962), Autor und Lektor beim Ullstein Verlag. - Absage einer Zusammenarbeit (Ihre Pantomimen haben mir ausserordentlich gefallen, sie eignen sich durchaus zur Komposition. Ich schicke sie Ihnen aber doch einstweilen zurück"), da er in der nächsten Zeit anfange, eine Oper zu schreiben". - Krell hatte für Hindemith das Szenario für die 1922 uraufgeführte Tanzpantomine Der Damön (Die Dämon-Partitur ist seit einigen Wochen herausgekommen. Haben Sie sie schon gesehen?") verfasst, zu einer weiteren Zusammenarbeit kam es nicht mehr. - Die angesprochene Oper ist Cardillac (nach F. Lion), die 1926 in Dresden uraufgeführt wurde.
75 HINDEMITH - Bayerische Akademie der Schönen Künste (Hg.): Die Harmonie der Welt. Kepler - Hindemith. Mchn. (1957). 46 S., farb. ill. O-Kart., FS. Mehrere Notenbsp., Tafelabb. 2oo,oo * Zur Uraufführung der Oper am 11. Aug. 1957 in München. - Mit einer ausführlichen Widmung Hindemiths: Der Komponist kann kaum was für dieses Heft, der Regisseur noch weniger - aber warum soll der Komponist dem Regisseur nicht dieses Heft zur Erinnerung an die Hauptprobe widmen? (Er tut's). Paul Hindemith 9. Aug 57".
76 Höller, Karl: Manuskript: Präludium, Choral und Basso ostinato über Da Jesus an dem Kreuze stund" für Orgel. Würzburg, 1927. Qu-fol., 23 S., kart. - BV (M. Hellmuth). 44o,oo * Saubere Reinschrift, am Ende datiert Juli 1927". Mit Eintragungen, Vortragsanweisungen u.a. in Blei. - Unveröffentlichte Jugendkomposition Höllers. Die Uraufführung fand lt. Eintrag am 1. Juli 1927 in einer `Geistlichen Abendmusik' des bayer. Staatskonservatoriums der Musik, Würzburg in der Universitätskirche" statt. - Karl Höller (1907-1987) studierte ab 1926 am Staatskonservatorium Würzburg bei Hermann Zilcher Komposition, doch schon 1927 wechselte er nach München, zu Joseph Haas und Siegmund v. Hausegger. Zu Beginn der 1930er Jahre, als Meisterschüler Haas', erklärte er seine bis dahin entstandenen Werke für ungültig und begann mit der Choralpartita O wie selig eine neue Opuszählung. | ||
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77 - Schneider, Siegmund (Hg.): Die Internationale Ausstellung für Musik- und Theaterwesen Wien 1892. Herausg. unter dem Protectorate ihrer Durchlaucht der Frau Fürstin Pauline von Metternich-Winneburg. Wien, Pertes 1894. Imp.-fol., 4 Bll., 339, (6) S., verz. Oln., Goldprg., Goldschnitt, FS. Mit zahlreichen Heliogravüren, photograph. Abb. u. Faksimilewiedergaben auf Tafeln. - Minimal bestoßen, Bindung leicht gelockert. 1ooo,oo * Monumentale Dokumentation der großen Weltausstellung der Musik" von 1892, einer der größten Leistungsschauen" des Musikwesens des ausgehenden 19. Jahrhunderts. - Neben der Geschichte und genauen Dokumentation der Ausstellung selbst (mit Abbildungen sämtlicher Personen und Gremien, Förderern ...) sind sämtliche Ausstellungselemente in eigenen Artikeln beschrieben und mit Abbildungen versehen. Ziel war, die Geschichte der Tonkunst und des Theaters aller Nationen und Zeiten durch Musikinstrumente, Handschriften, Drucke, Abbildungen und Porträts" anschaulich zu machen. Neben den zahlreichen Abbildungen und Beschreibungen historischer und neuer Musikinstrumente aus Sammlungen und Werkstätten ganz Europas sind vor allem die über 100 Seiten mit Faksimilewiedergaben von Musikerhandschriften vom Mittelalter bis Richard Wagner hervorzuheben. Anlass für diese Ausstellung war der 100. Todestag Mozarts gewesen. Unterstützt von Aristokratie, Herrscherhaus und Regierung wurde eine groß angelegte internationale Ausstellung realisiert, an der sich neben Deutschland, das im Verbund mit Österreich-Ungarn ausstellte, Italien, Spanien, Frankreich, Großbritannien und Irland, die Niederlande, Schweden, Russland, Polen und die USA mit eigenen Fachausstellungen beteiligten. [...] Inhaltlich gliederte sich die Ausstellung in eine Fachausstellung, »welche die historische, künstlerische und technische Entwicklung der Musik | |||
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und des Theaterwesens zur Anschauung bringen« sollte, und in eine gewerbliche Special-Ausstellung, »welche alle der Musikpflege und dem Theaterwesen dienenden Erzeugnisse der modernen Industrie umfassen« sollte. Den Schwerpunkt des musikhistorischen Teils der Fachausstellung bildete dabei die deutsche bzw. österreichisch-ungarische Abteilung, als deren Höhepunkte ... die »Interieurs mit den Reliquien der Tonheroen«, die dem Andenken an Mozart, Beethoven, Weber, Meyerbeer, Schumann, Mendelssohn-Bartholdy und Liszt gewidmet waren, galten. Richard Wagner wurde mit der sogenannten Gibichungenhalle, die das Bild eines deutschen Fürstenhauses aus dem frühen Mittelalter nachstellte und die mythologische Gedankenwelt Wagners vermitteln sollte, sogar ein eigenes Gebäude gewidmet. Ergänzt wurde die Ausstellung durch ein umfangreiches Rahmenprogramm im Ausstellungspark" (M. Nußbaumer, Der Topos »Musikstadt Wien« um 1900). Von bleibendem historischem Interesse sind auch Bilddokumente der kulissenhaften Rekonstruktion eines Stückes Alt-Wien", das in Anlehnung an das Aussehen des Hohen Marktes im 16._18. Jahrhundert anlässlich der Ausstellung im Wiener Prater errichtet wurde und Auslöser für eine Renaissance des Alt-Wiener Theaters war. Langfristig bahnte die Ausstellung dem touristischen Image Wiens als Musik- und Theaterstadt den Weg. Beilagen: [1] Leporello. Wien, Herzig 1892. Qu-8°, 15 farblith. Taf., 1 gefalt. farb. Plan der Austellung. Ill. Oln. [2] Fach-Katalog der Musikhistorischen Abtheilung von Deutschland und Oesterreich-Ungarn nebst Anhange: Musikvereine, Concertwesen und Unterricht. Wien 1892. XIV, 591, (5) S., Hln., Rgp., FS. - Ehem. Bibl.-Ex., kl. BV. [3] Fach-Katalog der Abtheilung für Deutsches Drama und Theater. Wien 1892. XIV, 550, (5) S., Hldr. m. aufgez. vord. OU, FS. - Ehem. Bibl.-Ex., kl. BV. Sehr seltene, prachtvoll ausgestattete Publikation.
78 - Stabilimento Tito di Gio. Ricordi e Francesco Lucca. G. Ricordi & Co. Mailand. [Aussentitel:] G. Ricordi & Co. Drucker und Verleger. Mailand [und] Album der Noten-Facsimili. (Mailand 1892). 4°, 168 S., 2 Bll., Ohln. m. aufgez. Aussentitel. Mit zahlr. Abb., und Faksimiles. Aufwendige Vorsätze. Faksimileband: Ohln.-Mappe in gleicher Ausstattung mit 2 Bll. Verzeichnis u. 32 meist gefalt. Faksimiletafeln. - Etwas bestoßen. 23o,oo * Umfangreiche, reich illustrierte Firmenschrift, erstellt zur Teilnahme des Verlages an der großen Internationalen Musik- und Theater-Ausstellung in Wien 1892. - Mit einer kurzen Darstellung der drei Generationen umfassenden Firmen- und Familiengeschichte, einem Verzeichnis der (damals) im Besitz der Firma befindlichen Noten-Autographen sowie der ausgestellten Handschriften. Dabei auch ein Werkkatalog v. J. Burgmein, Pseudonym für den komponierenden Verleger Giulio Ricordi. - Von größten Interesse sind die als Faksimile wiedergegebenen Briefe an Ricordi (u.a. von Verdi, Rossini, Cherubini, G.S. Mayr, Asioli,Paer, Clementi, Bellini, Glinka, Nicolai, Hiller, Mendelssohn, Rubini, Meyerbeer, Czerny, Liszt, Berlioz, Gounod, C. Schumann, Joh. Strauss). Das Album mit zahlreichen Noten-Faksimile mit Aus | ||
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schnitten aus Werken von Bellini, Mercadante, Rossini, Donizetti, Verdi, Puccini, Boito, Ponchielli, Massenet u.a. war auch selbständig erschienen. - Vollständig sehr selten.
79 KNAPPERTSBUSCH - Kralik, Heinrich v.: Die Wiener Philharmoniker. Monographie eines Orchesters. Wien u.a., Frick 1938. 4°, 114 S., Oln., Goldprg. Zahlr. Abb. und Faksimiles. Äußerst umfangreicher Bildanhang. - Ebd. gering fleckig. 25o,oo * Große Dokumentation mit einer Fülle von Dokumenten. Im Anhang faksimilierte Widmungsblätter von Dirigenten und zahlr. Probenaufnahmen. - Mit einem Autogramm von Hans Knappertsbusch im Bildteil.
80 Knecht, Justin H.: Kleine theoretische Klavierschule für die ersten Anfänger worin Die Anfangsgründe sowohl der Musik überhaupt, als des Klavierspielens ins besondere auf eine fassliche Weise gelehret werden. Ite [und] IIte Abtheilung. München in der Falterischen Musikhandlung [1800 / 1802]. 2 Bde. in 1, gr-8°, 1 Bl., VIII, 83, (2) S.; 1 Bl., 146, (2) S., Broschur der Zeit m. Rü.-Schild. - Etwas bestoßen, Ecken stärker, Rücken und Kapitale gering beschädigt. Spuren eines ehem. Deckelschildes. Exlibris (Musikalische Sammlung von A. André). 8oo,oo * Erste Ausgabe des wichtigen Gegenstück[s] zu meiner kleinen, praktischen Klavierschule" (1792-98). - Die seiner Zeit sehr moderne Konzeption beschreibt Knecht folgendermaßen: Ich ... habe ich es mir äußerst angelegen sein lassen, den Lehrvortrag ... nach den Bedürfnissen eines heutigen Klavierspielers gründlich auszuführen und dabei zugleich auf junge, noch unerfahrene Lehrer zur Erleichterung ihres Unterrichts Rücksicht zu nehmen. Zu dem Ende habe ich unter den Text eines jeden Paragraphen Fragen gelegt, die der Lehrer zu Wiederholung des Gelernten und zur Prüfung seiner Zöglinge ... stellen möge ... Kurz, Theorie muß mit der Praxi [!] verbunden sein, und umgekehrt". - RISM B VI/1, S. 457; Schneider, Falter I, S. 107f.; Hirsch I, 281.
81 Koch, Heinrich Chr.: Handbuch bey dem Studium der Harmonie. Lpz., Hartknoch 1811. Qu-4°, X S., 484 Sp., zeitgenöss. Pbd. m. Goldprg. und Marmorpapier-Appl. - Bestoßen, rechte untere Ecke leicht gestaucht. 8oo,oo * Erste Ausgabe. Selten - Kochs Handbuch stellt eine Umarbeitung des ersten Buches seiner berühmten Anleitung zur Komposition dar. Laut Vorwort war eine Neufassung nötig geworden, da erstens die Chladnyschen Forschungen das alte Harmoniesystem, das Koch seinen Ausführungen zugrunde gelegt hatte, überwunden hätten und nächst diesem ... sich 2) seit der Erscheinung jenes Werkes die dissonirenden Verbindungsarten | ||
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der Töne im Satze dergestalt vemehrt, daß auch bei diesem Gegenstande ein anderer Weg eingeschlagen werden mußte." - Vord. fliegender Vorsatz mit einer zweizeiligen Widmung des Verlegers Johann Friedrich Hartknoch (1769 - 1819) an Christian Ehregott Weinlig (1743 - 1813): Meinem verehrungswürdigen Freunde, Herrn Cantor und Musik-Direktor Weinlig, als einen geringen Beweis seiner Hochachtung der Verleger".
82 Korngold, Erich W.: Don Quixote. Sechs Charakterstücke. (Wien 1909) (VN EWK 3) Als Manuskript gedruckt. 4°, 17 S., O-Kart. 4oo,oo * Erste Ausgabe. - Mit der Vorbemerkung Diese Klavierstücke werden mit der Bestimmung, nicht in die Öffentlichkeit zu gelangen, sondern nur privat in numerierten Exemplaren an Musiker und Musikkenner mitgeteilt zu werden, ausschließlich zum Zwecke einer Feststellung in Druck gelegt: Sie sind von einem zwöfjährigen Knaben komponiert ... Wien, Dezember 1909." - Hs. num. Ex. N 15 Herrn Prof. Henri Marteau". - Selten, nur wenige Exemplare wurden gedruckt.
83 Krauss, Clemens: Porträtfotographie mit eigenh. Widmung u. Unterschrift auf der Bildseite. O.O. [Düsseldorf], Oktober 1950. Gr-8° (ca. 17x22,5 cm), s/w-Brustbild. Aufnahme B. Caldarella, Callao. - Mit unwesentlichen, kleinen Knickspuren. 24o,oo * Schöne Aufnahme aus den 1920er Jahren, während einer Südamerika-Tournee. - Mit längerer Widmung für den Düsseldorfer Konzertmeister Alfred Kunze in dankbarer Erinnerung an seine excellenten Soli in Zarathustra und Domestica." - Krauss (1893-1954) nahm nach 1945 keine feste Stellung mehr an, sondern war als Gastdirigent in Europa und Südamerika tätig.
84 Krommer, Franz: Trois Quatuors pour deux Violons, Alto et Violoncelle. Oeuvre 3me. Offenbach, André (PN 932) [1796]. 4 Stimmhefte, Pbde. d. Zt. m. Titelsch. Durchwegs gestochen. - Gering bestoßen, Rücken stärker. 33o,oo * Erste Ausgabe. - RISM K[K] 2606.
85 Krommer, Franz: Trois Quatuors concertans Pour deux Violons, Alto & Violoncelle dédiés à Mr. le Comte de Vilehorsky. Oeuvre 7e. Offenbach, André (PN 1015) [1797]. 4 Stimmhefte, Pbde. d. Zt. m. Titelsch. Durchwegs gestochen. - Gering bestoßen, Rücken stärker. 25o,oo * Originalausgabe, möglich auch Nachdruck der Ausgabe Gombarts. - RISM K[K] 2620. | ||
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86 Lachner, Franz: Sinfonia passionata (in C-moll) für das Piano-Forte zu 4 Händen. 52tes Werk [Vortitel:] Preis-Sinfonie für das Concert spirituel in Wien. Wien, Haslinger (PN 6998) [1836]. Fol., 5 Bll., 107 S. Hldr. d. Zt. m. Titelschild. Kräftiger Druck auf festem Papier. - Außen etwas bestoßen, innen von hervorragender Erhaltung. 48o,oo | ||||
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* Sehr schön ausgestatteter Druck der Preis-Sinfonie. Mit zweifarbig blau-schwarz gestochenem Vortitel (Engel mit Kranz), fein gestochenem Titel mit Vignette (Lyra mit Strahlenhintergrund) und gestochenem Widmungsblatt. Folgend zwei Bll. Geschichtliche Einleitung" über die Entstehungsumstände der Sinfonie. - Franz Lachner (1803-1809), der zweitälteste Bruder der Familie Lachner studierte nach einem kurzen Aufenthalt in München ab 1823 in Wien bei S. Sechter und M. Stadler. 1827 wurde er Kapellmeister am Kärtnerthor-Theater, ab 1834 wirkte er als Hofkapellmeister in Mannheim. 1835 ging er als Sieger aus einem von den Wiener concerts spirituels veranstalteten Preisausschreiben hervor. In der Folge wurde Lachner Hofkapellmeister in München, später auch Generalmusikdirektor, mit dem Erscheinen Wagners in München im Jahr 1855 zog er sich von seinen Ämtern zurück. _ Für das Preisausschreiben für eine neue große | ||||
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Symphonie", das im Januar 1835 von den concerts spirituels in Wien ausgerufen wurde, wurden bis 1. November 1835 aus Deutschland, Italien, Frankreich, England, Schweden, Polen und Holland 57 Sinfonien" eingereicht (Vorwort). Zum Preisrichter-Komitee gehörten J. Eybler, J. Weigl, J. Gänsbacher, Gyrowtz, v. Seyfried, C. Kreutzer und M. Umlauf. Mit 5:2 Stimmen gewann Lachners Sinfonia passionata den ersten Preis, die weiteren Preisträger waren F. Dobrzinsky aus Warschau und J. Strauß aus Karlsruhe. Die Sinfonien wurden im ersten Concert spirituel am 18. Februar, als auch im sechsten als 24. März 1836 mit grossem, ehrenden Beifalle ... aufgeführt."
87 Lachner, Ignaz: Eigenhänd. Liedmanuskript. O.O., o.D. [nach 1850]. Qu-fol., 2 S. - Knickfalte. Gering gebräunt. 75o,oo * Eigenhändige Niederschrift der Lieder Auf der Alm is a Leb'n und Der Fremdling in der Ferne, ersteres aus dem Singspiel s letzi Fensterl'n. Der Text stammt von J. G. Seidl und W. v. Kobell, die Münchner Uraufführung fand 1844 statt, zwei Jahre später folgte die Fortsetzung Drei Jahrl'n nach'm letzten Fensterl'n, 1848 erschienen die 2 Alpenscenen im Klavierauszug.
88 Lachner, Vincenz: Eigenhänd. Brief m. Unterschrift. Mannheim, 4. Apr. [18]73. 2 Bll., 3 S. beschrieben. 28o,oo * Leicht resignierter Brief an einen Freund, dem er im Jahre seines Ruhestands einen Rückblick über seine Jahre als Hofkapellmeister in Mannheim gibt. So hätte ich denn das lange erstrebte Ziel erreicht; ich bin seit dem 1ten Apr. mein eigner Herr, bin losgelöst von den Banden, die mich an ein semimusikalisches Gebiet fesselten, dem ich nie meine volle Sympathie widmen konnte, weil es so selten eine reine, ungetrübte Kunstfreude gewährt... Nach 37 Jahren [seit 1834] einer immer auf die gleichen Ziele hingerichteter Thätigkeit muß ich vor mir selber das Geständniß ablegen, daß ich innerhalb dieser Zeit keine zehn Vorstellungen oder Werke zu Stande brachte, die mich völlig hätten befriedigen können...". - Vinzenz Lachner (1811-1893) war der jüngste der komponierenden Brüder. In Nachfolge seines Bruders Ignaz hatte er 1828 dessen Stellen an der reformierten Kirche und am Kärntnertortheater in Wien übernommen, 1836 ging er, nun als Nachfolger seines Bruders Franz, als Kapellmeister ans Nationaltheater nach Mannheim und blieb dort mit kurzen Unterbrechungen bis zur seiner Pensionierung im Jahre 1873. Nach seinem Rückzug aus Mannheim übersiedelte Lachner nach Karlsruhe. Hier wirkte er zunächst als Privatlehrer, ab 1884 als Musikpädagoge am Großherzoglich Badischen Konservatorium. Zu seinen Schülern in Mannheim zählten der Dirigent Hermann Levi, in Karlsruhe der Pianist Max von Pauer. - Theodor Lachner siehe Nr. 31.
89 Laska, Gustav: Symphonie N. 1. Op. 29. Autographe Reinschrift [vermutl. Schwerin] Fol., 1 Bl., 154 gez. S., Hldr. - Geringe Gebrauchspuren. 4oo,oo | ||
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* Autographe Reinschrift der 1. Symphonie in d-moll. - Mit wenigen Korrekturen und Streichungen. Mit aufführungspraktischen Eintragungen. - Der Komponist Gustav Laska (1847-1928) trat zu seiner Zeit vor allem als Kontrabaßvirtuose hevor, seine Kontrabaßschule wird noch heute verwendet. Er studierte am Prager Konservatorium bei Hrabé und Kittl. Nach einer Tournee durch Böhmen und Sachsen 1867/68, erhielt er Engagements am Hoftheater Kassel (1868), in Sondershausen (1872), als Operndirigent in Göttingen, Halberstadt und Eisleben (1875/76) und in Berlin (1877/78) und spielte auch bei den Bayreuther Festspielen. 1878 kam er als Kammervirtuose nach Schwerin, von dort aus unternahm er Konzertreisen, die ihn bis Amerika führten. Laska ist auch als Kunstmaler hervorgetreten.
90 Le Moine [Le Moyne, J.B.?]: Ouverture [und Polacca] d'Olivia. Arrangée pour Le Clavecin ou Piano Forte par N. Carbonel [Innentitel:] arrangée pour le Forte-Piano avec Accompt. de Violon par N. Carbonel. Paris, Leduc [ca. 1794]. Fol., 2 Bll., (8) S. Gestochen. Mit Verlegerstempel Leduc". Verlagsangabe überklebt mit; Paris, Louis [ca. 1803]. - Etwas bestoßen. 35o,oo * Mit interessantem Reihentitel, offenbar für eine Ouvertüren-Sammlung: Gedruckt sind die Angaben Ouverture" und arrangée pour le clavecin", Titel und Arrangeur (nicht Komponist!) werden handschr. ergänzt. - Innen mit Numerierung 13me Année No. 10, No. 22, wohl des Journal de clavecin (1782-1798). - Eine Oper mit dem Titel Olivia ist nicht nachzuweisen. Fétis erwähnt zwei zu dieser Zeit in Paris tätige Musiker mit dem Namen Carbonel, sehr wahrscheinlich handelt es sich um J. F. N. Carbonel (1773-1855), von dem mehrere Werke für Klavier und Violine überliefert sind. - Nicht in RISM.
91 Lipowsky, Felix Jos.: Baierisches Musik-Lexikon. Mchn., Giel 1811. 1 Bl., 338 [recte: 438] S., br. FS. - Unbeschnitten, nahezu unbenutztes Exemplar. 12oo,oo * Erste Ausgabe des wichtigen bayerischen Musik(er)-Lexikons. - Felix Joseph Lipowski (1764-1844) bekleidete als Jurist und Diplomat seit den 1790er Jahren wechselnde Stellungen am bayerischen Hof. Im Zuge der Neuordnung der Ministerien durch Montgelas verlor er jedoch seine Stellung, von 1819 bis 1837 verwaltete er dann das landständische Archiv. Daneben entfaltete er eine reiche publizistische Tätigkeit vor allem als Verfasser von über 40 Werken aus allen Bereichen der bayerischen Geschichte (NDB).
92 Liszt, Franz: [R 151 / 152] Reminiscences de Lucia de Lammermoor. Fantaisie Dramatique pour le Piano. Oeuv. 13. Lpz., Hofmeister (PN 2441) [1840]. Fol., 10 S. Titel mit grün lith. Umrandung, gest. Noten. [UND:] Lucie de Lammermoor. Marche et Cavatine pour le Piano. Mainz, Schott (VN 6316) [1841]. Fol., 13 S. In Lithographie. Hln. 17o,oo | ||
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* Beide Teile in erster Ausgabe. - In einer späteren Auflage werden die Reminiscences als premier partie" der Lucia-Fantasie bezeichnet. Liszt beklagte sich später zwar über die Zweiteilung seiner Fantasie (in zwei Theile zerschnitten ... von den Verlegern Hoffmeister und Schott"), scheint aber daran nicht ganz unschuldig gewesen zu sein, da er zwei Verlagshäuser damit bediente.
93 Liszt, Franz: Zur Schiller-Feier 1859. Künstler-Festzug. Partitur. Weimar, Kühn (PN 85) [1860]. 8°, 58 S., OU. Gestochen. - Unbeschnitten, Ränder etwas bestoßen. Umschlagrücken geklebt. 28o,oo * Erste Ausgabe. - Raabe 432; Searle 114; E/M G20. - Das große Schillerfest fand anlässlich von Schillers 100. Geburtstag Ende 1859 statt. Die im ganzen deutschprachigen Raum stattfindenden Schillerfeiern markierten das Ende der Reaktionsära nach der Revolution von 1848/49. Die Teilnehmer des Festlichkeiten glaubten der Einheit und Freiheit Deutschlands ein Stück näher gekommen zu sein. Weimar als Wohnort Schillers nahm dabei eine besondere Stellung ein. Der Hofkapellmeister in außerordentlichen Diensten" Liszt sah sich hier als Erbe der klassischen Tradition Schillers und Goethes, die er auf musikalischem Gebiet erneuern wollte. Knotenpunkte seines Weimarer Wirkens waren die großen Feste von überregionaler Bedeutung, die in Weimar gefeiert wurden: das Goethefest 1849, das Herder- und Goethefest 1850 (Einweihung des Herder-Denkmals), die Einweihung des Goethe-Schiller-Denkmals 1857 und schließlich das Schillerfest 1859. | ||||
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94 Liszt, Franz: Die heilige Cäcilia. Legende gedichtet von Mad. Emile de Girardin. Für eine Mezzo-Stimme mit Chor (ad libitum) und Orchester oder Pianoforte (Harmonium oder Harfe) Begleitung. Sainte Cécile. Légende. Klavier-Auszug [dt. / frz. / it.]. Lpz., Kahnt (PN 1900.1901) [1876]. 2 Bll., 48, VI S., Ohln. Farb. lith. Titel. 3oo,oo * Erste Ausgabe des Klavierauszugs. - Das wohl 1874 (mit Rückgriff auf frühere Arbeiten?) entstandene Werk zu Ehren der Schutzpatronin der Musik, der heiligen Cäcilia, wurde 1875 in Weimar uraufgeführt. - Für seine geistlichen Chor-Werke hatte sich Liszt eingehend mit den Gesängen der katholischen Kirche befasst. So bildet hier der gregorianische Gesang "Cantantibus organis Caecilia" eines der musikalischen Hauptmotive, von List am Fuß der ersten Partiturseite wiedergegeben. - Dem Notenteil vorangestellt sind ein großes Widmungsblatt an den Erzbischog von Kalvesa, Ludwig Haynald und der komplette Text der Dichtung. Der große farbig lithographierte Titel zeigt die Cäcilien-Statue (1599) von Stefano Maderna in der Kirche Santa Cecilia in Trastevere in Rom. - Raabe 480; Searle 5; E/M I1. Vgl. MGG2, 11, 299.
95 Lortzing, Albert: [LoWV 38] Czaar und Zimmermann oder die beiden Peter [Kl.A.]. Lpz., B&H (PN 5817) [1838]. Fol., 2 Bll., 178 S., zeitg. Pbd. m. Titelschild. - Kanten bestoßen, Rückenbezug fehlt. 37o,oo * Erste Ausgabe. - Die Uraufführung fand am 22. Dezember 1837 in Leipzig statt, Lortzing selbst sang die Rolle des Iwanow. Der endgültige Siegeszug der noch heute bekanntesten Oper Lortzings begann mit der Berliner Erstaufführung im Januar 1839. - Piper Enzyklopädie III, S. 562; Capelle, S. 145.
96 MAHLER - Roller, Alfred: Die Bildnisse von Gustav Mahler. Lpz. / Wien, Tal & Co. 1922. 85, (1) S., (O)Hldr., Rü.-Goldprg. - Kanten bestoßen, Kapitale etwas stärker. BV auf Vorsatz. 35o,oo * Handschriftlich numeriertes Exemplar 549" von 1000. - Immer noch eine der umfassendsten Sammlungen. Die von Mahlers Freund Roller ausgewählten und kommentierten 96 Abbildungen zeigen eine große Anzahl Fotographien, mehrere Gemälde, Büsten und Masken. - Selten.
97 Maier, Johann A.: Sammlung von Liedern, Menuetten, Tänzen, Märschen & für Freunde und Freundinnen des Klavier herausgegeben. Erlangen, Kunstmann 1794. Qu-8°, 56 S., Pbd. d. Zt. Typendruck. - Bestoßen. Mit kl.Wurmgängen (min. Textverlust). 7oo,oo | ||
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* Selten. - J. A. Maier war Organist in Erlangen. - Die Lieder und die meisten Stücke sind meine eigenen Compositionen, und der Text zu den Liedern ist aus Koenig, Schubart und verschiedenen andern Dichtern genommen" (Vorwort). - Nicht in RISM.
98 Marpurg, Friedrich W.: Anleitung zum Clavierspielen, der schönern Ausübung der heutigen Zeit gemäß entworfen. Nebst XVIII. Kupfertafeln. Berlin, bey A. Haude und J. C. Spener, 1755. 6 Bll., 78, (6) S., Pbd. Mit 18 gest. Tafeln mit Notenbsp. - Etwas bestoßen. Innen gut. BV (Exl.). 14oo,oo * Erste Ausgabe. - Marpurgs Anleitung handelt vor allem von den Verzierungen (Von den Setzmanieren" und Von den Spielmanieren") und im zweiten Hauptstück, welches die practischen Grundsätze des Clavierspielens oder die Lehre von der Fingersetzung enthält" vom Gebrauch der Finger" und von der nähern Anwendung der Regeln der Applicatur". Es ist fortschrittlicher und vor allem mehr der Praxis zugewandt als sein erstes Werk zum Thema Die Kunst das Klavier zu spielen von 1750. Fingersetzung und Verzierung werden ausführlich in den Notenbeispielen erläutert. - Aus der Sammlung Alfred Cortots mit dessen schönem Exlibris. - RISM B VI,2, S. 541; Gregory / Sonneck, S. 167; Hirsch I, 353. | ||||
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99 Märsche der Kay. - Königl. Armée für das Clavier oder Fortepiano. Heilbronn bei Amon (PN T / U) [um 1795]. 2 Hefte, qu-4°, je 2 S. Gestochen. - Bestoßen. 4oo,oo * Enthält: Grenadiermarsch und Marsch von dem K.K. Infant. Regim[ent] Reisky. - Der schöne Titel mit Rahmen und Vignette bezeichnet H. Rahl fecit et sculpsit". - RISM AN 1628 (nur Heft 1)
100 Marschner, Heinrich: Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Hannover, 20. Febr. 1834. Gr-8°, 1 Bl. - Knickfalte, kl. Siegelausriss (ohne Textberührung) alt restauriert. Mit Eingangsvermerk des Empfängers. 85o,oo * An die Verleger Breitkopf und Haertel in Leipzig. - Über die Aufführung und Drucklegung seiner Opern Der Kyffhäuser und Des Falkners Braut in Leipzig: .. daß ich am Klavierauszug der Oper Der Kyffhäuser Berg arbeite ... und ihn alsbald schicken werde. An Ringelhardt will ich dann sogleich die Parttiur schicken. Wegen Falkners Braut correspondire ich seit Michaelis 1833, allein Ringelh. lauert auf den Verkauf der königl. Hoftheaterbibliothek ... Nach Aufführung des Ludovico, Gustav u.s.w. will er aber wegen Falkners Braut in weitere Unterhandlungen treten". Weiter noch über die Bellmann'schen Episteln" und seine Sinfonie (Darüber zu schreiben haben Sie in Ihrem letzten Briefe ganz vergessen"). - Der Klavierauszug der Oper Der Kyffhäuser Berg erschien 1834 bei Breitkopf, Des Falkners Braut bereits 1832. Friedrich Sebald Ringelhardt (siehe Nr. 107) war 1832-1845 Intendant des Leipziger Theaters.
101 Marschner, Heinrich: Il Templario e l'Ebrea. Der Templer und die Jüdin. Grosse romantische Oper in drei Aufzügen von W. A. Wohlbrück. Vollständiger Klavierauszug. Neue Ausgabe nach | ||||
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der zweiten Bearbeitung mit deutschen und italienischen Texte. 60s. Werk. Lpz., Hofmeister (PN 1468) [um 1847]. Fol., 1 Bl., 230 S., Pbd. Mit Titelvignette. 2oo,oo * Erste Ausgabe der zweiten Fassung von 1830. - Trotz der freundlichen Aufnahme der Oper bei der Uraufführung 1829 arbeitete Marschner die Partitur im folgenen Jahr um. Vor allem die Sprechtexte wurden auf ein erträgliches Maß" gekürzt (Piper Enzyklopädie) und meist zu begleiteten Rezitativen umgearbeitet. In der Praxis konnte sich diese Fassung aber nicht durchsetzen, die, durch die durchaus notwendigen Kürzungen in der ersten Fassung unübersichtliche Quellenlage hat in der Folge die Rezeption dieser musikalisch reichsten Oper Marschners" (Piper Enzyklopäde) mehr und mehr behindert.
102 Marteau, Henri: Eigenhänd. Notenmanuskript Cadence pour le Concerto de Violon de Brahms". O.O., dat. le 9. Septembre 1888". Fol., 1 Bl. - Etwas bestoßen, Ränder verfärbt. 3oo,oo * Eigenhänd. Niederschrift in ausdrucksvoller, sicherer Schrift des damals 14-jährigen Marteau (1874-1934). Brahms` Violinkonzert gehörte spätestens seit dem Beginn seiner Bekanntschaft mit dem Komponisten (1887 in Wien) zu seinen beliebtesten Konzertstücken. | |||
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103 Marteau, Henri: Meister Schwalbe. Musikalische Komödie in einem Aufzug nach Th. Körner von R. Batka. Op. 26. Kl.A. (dt.-schwed.). Lpz., W. Hartung (VN 108) © 1922. Fol., 3 Bll., 97 S., Ln. m. aufgez. späterem OU. - Etwas bestoßen. 25o,oo * Erste Ausgabe. - Mit doppelt eingebundenem Titel und Widmungsblatt, vom Komponisten eigenhändig signiert und numeriert, Nr. 221".
104 Massenet, Jules: Eigenhändiger Brief m. Unterschrift. Paris, 16. Okt. 1887. Kl-8°, 2 Bll., davon 2 S. beschrieben. Mit zugehör. eigenhänd. Umschlag. - Knickfalte. 27o,oo * Begeisterter Dankes- und Glückwunschbrief an die Sängerin und Gesangspädagogin Mathilde Marchesi: Veuillez recevoir mes plus vives félicitations pour le trés grand succes de Mlle. Melba - c'est encore un nouveau triomphe pour votre enseigenemt! - Die australische Sängerin Nellie Melba (1861-1931) hatte am 13. Oktober 1887 in Brüssel ihr fulminantes Europadebüt als Gilda in Verdis Oper Rigoletto gegeben. Zuvor hatte sie in Paris bei Mathilde Marchesi sich stimmlich den letzten Schliff geholt". Marchesis Unterricht wurde von Kennern wie Massenet offenbar als ausschlaggebend aufgefasst, wie der Brief durchklingen lässt. | |||
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105 Massenet, Jules: Albumblatt mit eigenhändiger Unterschrift. Paris, Weihnachten 1896. Fol., 1 Bl. mont. auf größerem Albumblatt. 33o,oo * Schöne Widmung unter einer eigenhänd. Zeichnung eines (Lorbeer?-) Zweiges: en souvenir du triomphe des `Contes Mystiques' ... à la divine artiste ... Mme. Blanche Marchesi". - Die Contes Mystiques, eine Art Weihnachtsgeschichte, des Dichters Stephan Bordèse wurden um 1890 von zwölf französischen Komponisten vertont (ein bien curieux volume collectif"), darunter Dubois, Fauré, Lecocq, Saint-Saëns, Widor und Massenet. Blanche Marchesi, Tochter der Gesangspädagogin Mathilde Marchesi, hatte die Lieder in einem Pariser Konzert im Dezember gesungen. | |||
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106 Massenet, Jules: Eigenhänd. Brief m. Unterschrift. Paris, 14. Nov. 1899. 8°, 2 Bll., davon 3 S. beschrieben. Mit zugehör. eigenh. Umschlag. -Knickfalte. 22o,oo * An die Sängerin und Gesangspädagogin Mathilde Marchesi. - Wegen des Termins einer Veranstaltung (la date de cette fète unique"). Offenbar handelte es sich um einen Auftritt ihrerTochter Blanche Marchesi, den er gerne besuchen wollte (pour entendre votre admirable fille dans Charlotte") - Blanche Marchesi (1863-1940) hatte ihre Karriere in Paris zunächst in Privatkonzerten begonnen und war erst ab 1895 öffentlich aufgetreten. Massenets Oper Werther, in der sie die Rolle der Charlotte sang, war 1893 an der Pariser Opéra zuerst aufgeführt worden.
107 Mendelssohn-Bartholdy, Felix: Eigenhändiger Brief m. Unterschrift. Leipzig, 14. July 1843. 1 S., qu-8°. - Knickfalte. 25oo,oo * Schreiben im Zusammenhang mit der Drucklegung der Schauspielmusik zu Antigone: Herrn Director Ringelhardt ersuche ich die Partitur u. Stimmen der Musik zur Antigone dem Herrn Kistner behufs des Stichs verabfolgen zu lassen." - Mendelssohn hatte die Schauspielmusik zu Sophokles' Antigone 1842/43 komponiert, ein erster Klavierauszug wurde 1843 gedruckt, die Partitur bei Kistner erschien erst 1851. - Friedrich Sebald Ringelhardt | ||||
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war 1832-1845 Direktor des Leipziger Stadttheaters. - Im April des Jahres 1843 war unter Mendelssohn Federführung die Gründung und Eröffnung des Leipziger Konservatoriums erfolgt, Mendelssohn war zu dieser Zeit königl. Kapellmeister in Berlin, er kehrte erst 1845 wieder nach Leipzig zurück.
108 Mendelssohn-Bartholdy, Felix: Antigone des Sophokles (Op. 55). Nach Donners Übersetzung. Klavierauszug. Lpz., Kistner (PN 1360) [1843]. Fol., 85 S., Hldr., Goldprg. Text vor Notenbeginn eingebunden. - Bestoßen, Rücken beschädigt. Innen gut. 22o,oo * Erste Ausgabe dieser Bearbeitung. - Slg. Hoboken 118. - Schöne, blattgroße Titellithographie (sign. HH[übner] 1842). - Ohne das Widmungsblatt. | ||||
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109 Monnon, Marguerite: Irma La Douce von A. Breffort. Partitur. Deutsche Bearbeitung I. Kohorte. H. Bernhardt. Musikal. Neufassung und Arrangement: W. Meissner. Bad Reichenhall, Strassegg [1961]. Fol., 1 Bl., 90 S., O-Kart. - Etwas bestoßen. 23o,oo * Erste deutsche Ausgabe. - Irma La Douce wurde im November 1956 im Théatre Gramont in Paris uraufgeführt. Es war das erste französische Musical, das am Broadway aufgeführt wurde (September 1960). Die deutschsprachige Erstaufführung fand 1961 in Baden-Baden statt. Auch Billy Wilders Film von 1963 greift auf Monnons Musik zurück. - Marguerite Monnon (1903-1961) wandte sich nach dem Kompositionsstudium am Pariser Konservatorium bei Nadia Boulanger dem Chanson zu. Sie arbeitete 25 Jahre lang mit Édith Piaf zusammen, für die sie große Erfolge wie Milord und Hymne à l'amour komponierte. - Selten, bibliographisch kein Exemplar nachweisbar. | ||||
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110 Monsigny, Pierre-Alexandre: Le Roy et le fermier. Comedie En Trois Actes [Partitur]. Representée pour la premiere fois par les Comédiens Italiens ordinaires du Roy le lundi 22 Novbre. 1762. Paris, Herissant (o. PN) [1762]. Fol., 1 Bl., 187 S., Ldr.Bd. d. Zt., Goldprg., Supralibros, Goldschnitt. - Etwas bestoßen, stärker berieben. Erste Seiten etwas flau, sonst kräftiger, schöner Druck. Ohne weitere Gebrauchspuren. 12oo,oo * RISM M 3289. - Erste Ausgabe der Partitur. - Die Oper nach einem Text J. M. Sedaines, mit dem Monsigny mehrfach zusammenarbeitete, wurde 1762 an der comédie italienne uraufgeführt. Die Oper erregte wegen ihres Sujets und der neuartigen musikalischen Naturschilderungen starkes Aufsehen, der große Erfolg setzte sich an zahlreichen europäischen Bühnen fort. - P.-A. Monsigny (1729-1817) zählt mit Gretry und Philodor zu den Begründern der neuen opéra comique.
111 Mozart, W. A.: [KV 196] Die Gaertnerin aus Liebe. Oper in drei Aufzügen. In vollständigem Klavierauszug mit deutschem Texte, und zugleich für das Pianoforte allein. Mannheim, Heckel (o. PN) [1829]. Fol., 204 S., Hldr. m. Rü.-Goldprg. In Lithographie. - Etwas bestoßen, Bezug gering beschädigt. Papierbedingt minimal fleckig, sonst innen gut. BV (F. Bernoulli). 3oo,oo * Wohlfeile Ausgabe v. W. A. Mozart's sämmtlichen Opern. 6.te Lieferung. - Nette lith. Titelvignette (Abb. bei Bory). - RISM M 4182; KV6, S. 223. - Erste vollständige Ausgabe, die vorausgehenden Auszüge enthielten nur unterschiedliche Auswahlen. | ||||
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112 Mozart, W. A.: [KV 287 (281H)] Grand Quintetto pour deux Violons, deux Violes et Violoncelle. Oeuvre 33me. Offenbach, André (PN 593) [1793]. 5 Stimmhefte, fol., Pbde. d. Zt. mit hs. Titelschild. Durchwegs gestochen, alle Hefte mit gest. Titelvignette. - Titel bei Vl. 1 auf dem Kopf stehend. 1ooo,oo * Erste Ausgabe, hier in der Bearbeitung als Streichquintett. In der originalen Besetzung und Satzzahl erschien das zu den Lodronschen Nachtmusiken gehörende Sextett erst 1799 bei Götz. - RISM M 5932; KV6, S. 282; Haberkamp S. 122. |
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Nr. 111 | ||||
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113 Mozart, W. A.: Idomeneo. Re di Creta [KV 366]. Opera seria in tre atti. Idomeneus König von Kreta, eine ernsthafte Oper in drey Aufzügen [Klavierauszug, dt. / ital.]. Bonn, N. Simrock (PN 51) [1798]. 1 Bl. (personaggi), 183 gest. S., qu-fol. - Schöner kräftiger Druck, gut erhalten und sehr sauber. 75o,oo * Sehr frühe und recht seltene Ausgabe des Klavierauszugs der in München uraufgeführten Oper. Der ungenannte Herausgeber ist G. C. Grosheim. Mit hübscher Titelbordüre. - RISM M 4192; KV6, S. 372; Hirsch, IV 39; BUC 702.
114 Mozart, W. A.: [KV 384] L'Enlèvement du Serail. (Die Entfuehrung aus dem Serail). Opera en trois actes. Imité de l'allemand par le Cen. Moline, redigé par I. Pleyel. Arrangé pour le Clavecin par C. G. Neefe. Bonn, Simrock (PN 76) [1799]. Qu-fol., 151 gest. S. Pbd. des frühen 19. Jh. mit goldgepr. Titelschild. - Kanten minimal bestoßen, innen schönes Exemplar. Kleiner BV (alt) auf Titel. 75o,oo * Sehr frühe Ausgabe, mit deutschem und französischem Text. - Fein gestochener Ziertitel mit ovaler Umrahmung. - Einige Seiten mit der verkehrt gestochenen PN 67. - KV6, S. 411, RISM M 4252. | ||||
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115 Mozart, W. A.: [KV 588] Così fan tutte. Weibertreue. Eine comische Oper in Zwey Aufzügen. Clavier-Auszug [dt. / ital.]. Hamburg, J. A. Böhme (o. PN) [um 1800]. Titel, 1 Bl. (personaggi), 216 gest. S., qu-fol, Hldr. - Gering bestoßen, Vorsatzecken etwas leimschattig. 24o,oo * Frühe und sehr interessante Ausgabe. - Ohne Rezitative, alle Singstimmen sind im Violinschlüssel notiert. - Mit einer schönen Titelvignette, sign. L. Wolf. - KV6, S. 670; Hirsch IV,165; RISM M 4701.
116 Mozart, W. A.: [KV 620 u.a.] Les Mistères d'Isis. Opéra en Quatre Actes [Partitur]. Paroles de E. Morel. arrangé et Mis en Scène par Lachnith. Dédié A Son A. S. Monseigneur Maximilan Josephe Électeur Palatin de Bavière. Paris, Sieber (PN 1666) [1803]. Fol., 2 Bll., 365 S., Pbd. m. Goldprg., goldgepr. Rückenschild u. Supralibros, Dreikantgoldschnitt. - Etwas bestoßen, Rücken leicht beschädigt. Titel mit eigenhänd. Signatur des Verlegers Sieber père". 73oo,oo * RISM M[M] 4773; Haberkamp S. 378. - Erstausgabe der Partitur der Zauberflöte, in der französischen Fassung als Les mysteres d'Isis. Die deutsche Partiturerstausgabe erschien erst 1814 bei Simrock. - Mozarts Zauberflöte war 1791 in Wien uraufgeführt worden, mit zunehmendem Erfolg folgte weitere Aufführungen in ganz Europa. In Paris wurde Lachnits 1801 uraufgeführte Bearbeitung zu einem ungeahnten Erfolg, sie konnte sich bis zur Aufführung der originalen Fassung 1865 im Repertoire halten (Piper Enzyklopädie). Les mysteres d'Isis ist ein Pasticcio in der Operntradition des 18. Jahrhunderts, L. W. Lachnit (1746-1828) benutzte Mozarts Zauberflöte als Grundlage, änderte Handlung und Personen, Musiknummern wurden umgestellt, gestrichen und ergänzt - u.a. mit Nummern aus La Clemeza di Tito und Don Giovanni, aber auch einer Haydn-Sinfonie. O. Jahn beschreibt Lachnits Bearbeitung folgendermaßen: Das tollste Kapitel in ihrer Geschichte bildet die Pariser Aufführung von 1801 durch Lachnith unter dem Titel ,Les mystères d'Isis'. Dieser geborene Böhme hatte die Geschmacklosigkeit, alles Wunderbare und Komische auszumerzen und z.B. Papageno in einen weisen Schäfer namens Bochoris zu verwandeln. Pietätloser ist wohl noch nie mit einem Kunstwerk verfahren worden. Ganze Nummern ... blieben weg, dafür wurden Stücke aus andern Mozartschen Opern eingelegt, wie z.B. die Champagnerarie aus Don Giovanni und eine Arie aus Titus (beide zu Duetten verarbeitet!). Auch die Musikstücke selbst wurden durch Umstellung und Abänderung mißhandelt. ... Aber trotz allen Einsprüchen hatte dieser den französischen Geschmack nach einer anderen Seite hin ausgezeichnet getroffen. Denn allgemein lobte man die glänzenden Ballette und Dekorationen, überhaupt die ganze äußere Ausstattung und die treffliche Aufführung durch Orchester und Chor, und so erlebte dieses Zerrbild bis 1827 volle 130 Aufführungen" (Mozart, 1923, S. 838f.). Les mysteres d'Isis war trotzdem oder gerade deshalb an enormous success, receiving regular performances in Paris for more than 25 years" (Grove Opera). - Seltenes Dokument der französischen Mozart-Rezeption. | ||
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117 Mozart, W. A.: [KV 620 ] Die Zauberflöte im Clavierauszug, eine Operette in zwey Aufzügen. bey J. M. Götz in Mannheim (PN 443) [1794]. Qu-gr-4°, 1 Bl., 139 S., Pbd. des 19. Jh. - Bestoßen. Titel fleckig, einige Seiten mit (alten) Hinterlegungen. 6oo,oo * RISM M 4784. - Frühe Ausgabe. - Schöner, großer Titel, mit Kartusche mit Freimaurersymbolen.
118 Mozart, W. A.: [KV 621] La clemenza di Tito. Opera seria. Aggiustata per il Piano Forte del Sign: C. G. Nefee [!]. Bonn, Simrock (PN 121) [1800]. Qu-fol., 1 Bl., 113 S., Pbd. d. Zt. - Etwas bestoßen. Ebd. fleckig. 7oo,oo * Sehr früher und seltener Klavierauszug. - Mit einer sehr schönen, fein gestochenen Titelbordüre. - RISM M 5103; KV6, S. 720.
119 Mozart, W. A.: [KV 621] La Clemenza di Tito. Opera seria. Titus. Ernsthafte Oper in Zwey Akten. Klavierauszug [ital. / dt.] von A. E. Müller. Lpz., B&H (VN 2269) [1815]. Qu-fol., 1 Bl., VI, 88 S., Pbd. d. Zt. m. aufgez. vord. OU. In Typendruck. - Bestoßen. Titel leicht fleckig, sonst innen sehr gut. 4oo,oo * Mit vorgebundenem deutschen Libretto. - RISM M 5109; Hirsch IV, 1226. | ||||
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120 Mozart, W. A.: [KV 626] Missa pro defunctis. Requiem. W. A. Mozarts Seelenmesse mit untergelegtem deutschem Texte [Partitur]. Lpz., B&H [1800]. Qu-fol., 178, (2) S., grüne Obr. - Bestoßen, Rücken etwas beschädigt. Gering fingerfleckig, sonst innen sauberes, unbenutztes Exemplar. 17oo,oo * Erste Ausgabe, vierter Abzug. - RISM M 4050/51; Haberkamp S. 387. - Anhang mit der dt. Textfassung von C. A. H. Clodius und der Parodie des Requiems von J. Hiller. - Mit der schönen gestochenen Vignette (Kininger / Böhm). - Selten.
121 Mozart, W. A.: Oeuvres complettes de Wolfgang Amadeus Mozart [Umschlagtitel:] Oeuvres de Mozart Cahier I [-XVII]. Au Magasin de Musique de Breitkopf & Härtel à Leipsic [1798-1806]. 17 Bde., qu-fol., verz. Obr. / Pbde. d. Zt., Typendruck. - Teils mit leichten Gebrauchspuren, einige Titel leicht fleckig. Stimmen fehlen bei Bd. XVII, zu Bd. IX in Kopie ergänzt. Vignette fehlt bei Bd. 13. 28oo,oo * RISM M 7301; Haberkamp, S. 119f. / 185f. / 189f. / 191f. / 315f. / 337f. / 409-417; KV 6, S. 915f. - Vollständige Reihe der Oeuvres complettes im Verlag Breitkopf & Härtels. Fast durchwegs in allererster Auflage, nur die Bände I und V in zweiter Auflage, bis auf zwei fehlende Stimmen komplett. _ Enthält zahlreiche Erstausgaben: KV 55; 56; 57; 58; 59; 60; 226; 228; 229; 230; 231; 232; 233; 234; 279; 280; 281; 282; 283; 394; 399; 401; 402; 410; 507; 508; 547a; 553; 554; 555; 556; 558; 559; 560; 561; 562; 594; Anh. 135. - Mit den schönen Titel-Vignetten von Schnorr v. Karolsfeld, Kininger, Schubert u.a. (vgl. von zur Westen, S. 66). | ||||
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Inhalt: Cah. I: VII Sonates pour le Pianoforte [1798]; Cah. II: 12 Thèmes variés pour le Pianoforte [1798]; Cah. III: VII Sonates pour le Pianoforte [1799]; Cah. IV: VI Sonates pour le Pianoforte avec l'accompagnement d'un Violon [1799]; Cah. V: XXX Gesänge mit Begleitung des Pianoforte. (Mit Vorbericht) [nach 1799]; Cah. VI: XIV Différentes Pièces pour le Pianoforte [1799]; Cah. VII: IV Sonates pour le Pianoforte à quatre mains [1800]; Cah. VIII - VI Pièces pour le Pianoforte à deux et à quatre mains [1800]; Cah. IX: V Sonates pour le Pianoforte avec l'accompagnement d'un Violon [1801]; Cah. X: IV Sonates pour le Pianoforte avec l'accompagnement d'un Violon et Violoncelle [1801]; Cah. XI: V Sonates et II Airs variés pour le Pianoforte avec l'accompagnement d'un Violon [1802]; Cah. XII: III Trios et I Quintetto pour le Pianoforte [1802]; Cah. XIII: II Quatuors et I Sonate pour le Pianoforte [1802]; Cah. XIV: Une Sonate pour deux Pianofortes _ Un Quintetto pour le Pianoforte avec l'accopagnement de Hautbois, Clarinette, Cor et Basson [Partitur]. _ Le même arrangé en Quartetto pour le Pianoforte avec l'accompagnement de Violon, alto et Violoncelle [Stimmen] [1803]; Cah. XV: XII Sonatines pour le Pianoforte avec accompagnement de Violon et VI Canons [1804]; Cah. XVI: VI Sonatines pour le Pianoforte avec accompagnement de Violon et XVI Canons [1804]; Cah. XVII: XVII. 1 Sonate 2 Fantaisies 3 airs variés 1 Menuetto et 1 Allegretto varié pour le Pianoforte seul et 4 Sonates pour le Pianoforte avec accompagnemt d'un Violon [1806]. In dieser Vollständgkeit sehr selten. Schon Köchel merkt in der ersten Auflage seines Verzeichnisses an, niemals die gesamte Folge zusammen gesehen zu haben. Auch nur wenige Bibliotheken können die vollständige Reihe vorweisen (in D nur einmal).
122 Mozart, W. A.: Totenmaske Mozarts (?). Gips-Abguß. Zw. 1960-1980. 2ooo,oo * Qualitätvoller Gipsabguß der in Privatbesitz befindlichen Bronzemaske. - Ebenso von Mythen und Geheimnissen umgeben wie der berühmte (angebliche?) Schädel Wolfgang Amadeus Mozarts ist die Totenmaske des Komponisten. Sicher ist, dass gleich nach dem Tod Mozarts ein Gipsabdruck abgenommen wurde. Mozarts Witwe Constanze schrieb am 17. Februar 1802 an Breitkopf in Leipzig, dass der hiesige k.k. Kämmerer Graf v. Deym, der sich vor Jahren Müller nannte und eine Kunstgalerie aus eigener Arbeit eingerichtet hat, den Kopf Mozarts gleich nach seinem Tod in Gips abgeformt hat". Die Maske scheint nach der _ durch mehrere Berichte gesicherten _ Abnahme verschwunden zu sein, es wird auch von der Zerstörung der Maske durch Constanze berichtet. Erwähnt wird die Maske zuerst wieder 1875. Der Anatom Josef Hyrtl, der damals auch den (angeblichen) Schädel Mozarts besaß, stellte fest, dass der Schädel (den er 1901 der Stadt Salzburg vermachte) vollständig zu der Totenmaske passe. Nach dem Zweiten Weltkrieg kaufte der Bildhauer Willy Kauer bei einem Trödler in Wien eine Buntmetallmaske, die er kurze Zeit später als die lang gesuchte, verschollene Totenmaske Mozarts der Öffentlichkeit vorstellte. Es folgte ein Echtheitsstreit um Mozarts Totenmaske, der Politik, Justiz und Wis | ||
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senschaft jahrzehntelang beschäftigen sollte. Expertenkommissionen erstellten ablehnende Gutachten, andere Experten sprachen sich für die Echtheit des Objekts aus, Gutachten und Gegengutachten wechselten in der Folge einander ab. 1991 wurde in der Wiener Mozart-Ausstellung ein Abguß gezeigt - vorsichtig betitelt Totenmaske Mozarts (?)" -, begleitet von einem längeren Essay von Eva Badura-Skoda, die sich hier von der Echtheit der Maske überzeugt gab. Da auch die Echtheit des zum Vergleich herangezogenen angeblichen Totenschädels Mozarts in Zweifel gezogen wird - ein DNS-Vergleich mit den Überresten der im Mozart'schen Familiengrab bestatteten Gebeine warf mehr Fragen auf als Antworten - und andere Vergleichsmöglichkeiten fehlen, ist der Streit bis heute nicht endgültig entschieden, neuere Untersuchungen tendieren allerdings wieder dazu, die Maske für ein authentisches Abbild zu halten. - Vgl. auch Nr. 182.
123 Müller, P.: Anleitung zum Gesangunterrichte für Lehrer an Volksschulen, nebst einer Sammlung von zwei-, drei- und vierstimmigen Liedern und Chorälen für Kirche und Schule, und einem Anhange von Gesängen für drei und vier Männerstimmen in Noten- und Zifferschrift. Darmstadt, Pabst 1836. 4 Bde., qu-8° / 8°, Pbde. d. Zt. - Gering bestoßen, ein wenig stockfleckig. BV. 34o,oo | ||||
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* Interessante Anleitung zum Singen nach Noten und Zahlen. - Erste Abtheilung: Anleitung zum Gesangsunterrichte; Zweite Abtheilung: Zwei, drei- und vierstimmige Lieder; Dritte Abtheilung: Drei- und vierstimmige Choräle; Lieder und Choräle zur Gesangslehre. 1te und 2te Stimme. - Selten komplett.
124 Onslow, George: Eigenhänd. musikalisches Albumblatt mit Unterschrift. Paris le 19 April 1846. Qu-4°, 1 S. - Linker Rand unregelmäßig beschnitten, Knickfalte. 4oo,oo * Schluß (22 Takte) einer Komposition in Es-Dur, mit genauen Phrasierungsangaben und dynamischen und agogischen Bezeichnungen. Die vermutlich auf zwei gegenüberliegenden Seiten eines Musik-Albums niedergeschriebene Kompositon ist im Klaviersystem notiert, die vierstimmige Anlage lässt aber auch eine Komposition für Streichquartett möglich erscheinen. Für den Album-Charakter spricht die gedrängte Harmonik, die an einigen Stellen mit ihrere Ballung von Trugschlüssen, übermäßigen Quintsextakkorden und neapolitanischen Wendungen an Harmonielehreübungen erinnert, sowie die schöne, fast kalligraphische Notierung. - G. Onslow (1784-1853) war ein ausgezeichneter Pianist und Improvisator, doch galt seine Vorliebe mehr der Kammermusik, vor allem dem Streichquintett.
125 Paer, F.: Sargino, ossia L'Allievo dell'Amore. Dramma eroicomico in due Atti. Ridotto per il Pianoforte. Sargin. Heroisch-komische Oper. Klavierauszug [ital. / dt.]. Lpz., B&H (VN 2255) [1803]. Qu-fol., 1 Bl., VIII, 178 S., Opbd. In Typendruck. - Etwas bestoßen, Rücken verstärkt. 5oo,oo * Erste Ausgabe. - Das komplette deutsche Libretto ist nach dem Titel eingebunden. - 1801 trat Paer (1771-1839) die Kapellmeisterstelle in Dresden an, dort entstanden in den folgenden Jahren seine wichtigsten Werke, darunter Sargino, uraufgeführt am 26. Mai 1803 im Dresdner Hoftheater.
126 Perfall, Karl: Deutsche Märchen. Dornröschen. Dichtung von F. Bonn für Soli, Chor und Orchester Ihrer Majestät der Königin Marie von Baiern allerehrfurchtsvoll gewidmet. Op. 8. Klavierauszug. Lpz., B&H (PN 10048) [1860]. Fol., 2 Bll., 83 S., Pbd. Mit eingeb. Text. - Ehem. Bibl.-Ex. 16o,oo * Karl August Franz Sales Freiherr von Perfall (1824-1907) studierte zunächst Jura, später Musik bei Moritz Hauptmann in Leipzig. 1851 gründete er den Münchener Oratorienverein, als dessen Leiter er mehrere Märchen-Oratorien komponierte, darunter Undine, Rübezahl und Dornröschen. 1864 wurde er zum Hofmusikintendant, später auch zum Hoftheaterintendanten berufen; gemeinsam mit H.v. Bülow war er maßgeblich an der Gründung der Akademie für Tonkunst (heute Musikhochschule beteiligt. | ||
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127 Petri, Christoph: Rinaldo und Armide, eine dramatische Cantate vom Herrn Hase. Leipzig, beym Verfasser und in Commission bey C. G. Hilschern, 1782. Qu-fol., 2 Bll., 34 S., zeitgen. Ppbd. m. goldgepr. Titelschild. In Typendruck. - Ebd. etwas bestoßen und leicht fleckig, innen von sehr guter Erhaltung. 7oo,oo * Seltene erste Ausgabe. - RISM P 1591 (weist 5 Exemplare nach). - Chr. Petri (1758-?) war der jüngste Sproß der Musikerfamilie Petri aus Sorau. Er hatte 1779-1782 in Leipzig Jura studiert, danach wirkte er in Sorau als Kantor. Er machte sich bekannt durch eine Kantate ,Rinaldo und Armida'" (Mendel / Reissmann).
128 Pfitzner, Hans: Eigenhänd. Brief m. Unterschrift. Straßburg, 28. Sept. 1917. 4°, 1 S. - Knickfalte. 35o,oo * Mit Briefkopf des Straßburger Konservatoriums. - Offenbar in Verlagsangelegenheiten an einen Herrn Hofrat" mit Dank für die Übersendung einiger Schriftstücke, die ich unterschrieben an Sie zurückschicke ... ihren weiteren Nachrichten, besonders bezügl. Fürstner entgegensehend."
129 Pfitzner, Hans: Palestrina. Musikalische Legende. Klavier-Auszug mit Text von F. Wolfes. Bln.-Paris, Fürstner (A. 7403 F.) © 1916. Fol., 369 S., Ln., Goldprg. - Gering bestoßen. BV. 55o,oo * Erste Ausgabe. - Mit mont. Albumblatt mit Widmung und Unterschrift Pfitzners 31. Dec. [19]28". | ||||
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130 Pfitzner, Hans: Klage. Lied für Baritonstimme, Männerchor (ad lib.) und Orchester [Partitur, Klavierauszug und Stimmen]. Lpz., Brockhaus (MB 625b./625t.) © 1915. Fol., 15 / 7 S., kplt. Orchesterstimmen in Mappe (Streicher Duplikatstimmen teils hs.). - Bestoßen, Partitur lose. 48o,oo * Sehr seltene erste Ausgabe des auf einen Text von Eichendorff komponierten Orchesterliedes. Etwas später unter dem Titel Zwei deutsche Gesänge als op. 25 Nr. 2 erschienen. - Partitur nicht in BSB.
131 Pfitzner, Hans: Das Herz. Drama für Musik in drei Akten. Opus 39. Klavierauszug [Wolfes]. [Bln., Fürstner (A. 8203 F.) © 1931]. 3 Bde., zus. 267 S., Hln. mit Titelschild. Durchschossenes Regieexemplar. - BV. 45o,oo * Erste Ausgabe, als Manuskript gedruckt" mit gestempelter Materialnummer 2". - Ohne Titelblatt und Personenverzeichnis, abweichende Paginierung zur späteren Handelsausgabe. - Aktweise gebundenes Regieexemplar. - Mit eingeklebter Besetzungsliste, (Aufführung München, 30. Januar 1939, unter Clemens Krauss, Inszenierung: Hans Pfitzner), mit dem Vermerk Bühnenbild und Kostüme: wie gehabt". - Die Uraufführung von Pfitzners letzter Oper hatte 1931 in München und Berlin gleichzeitig stattgefunden.
132 Pfitzner, Hans: Fünf Klavierstücke. Op. 47 [und] Sechs Studien für das Pianoforte. Op. 51. Bln., Fürster (Inh. Oertel) / Oertel (VN A. 8215-8220 F. / J.O. 8318-8324) © 1941 / 1943. 2 Hefte in 1, 22 / 25 S., kart. - Geringe Gebrauchspuren. 27o,oo * Beide Hefte in erster Ausgabe, op. 47 noch vor dem rechtlichen Übergang des Verlags an Oertel. - Aus dem Besitz des Pfitzner-Schülers Gerhard Frommel, mit zahlreichen Eintragungen. Mit Vermerk: vom Komponisten 25.V.41" und Pfitzner hat mir dieses Exemplar bei Gelegenheit der ,Uraufführung` (=erstmaliges Vorspielen) in unserer Wohnung in Bad Homburg geschenkt. Er spielte selber."
133 Pleyel, Ignaz: Air Varie Pour Clavecin ou Piano Forte avec une Violon oblige. Mannheim et Munich chez le Sr. Götz (PN 149) [wohl 1786]. Qu-4°, 6 S., Pbd. d. Zt. mit Titelschild. - Etwas bestoßen, Ebd. fleckig. Nur die Klavierstimme. 19o,oo * Seltener, bibliographisch nicht nachzuweisender Druck. - Weder bei Benton, RISM noch Schneider, Götz. - Unter der Plattennummer 149" gibt Schneider (S. 161) eine Komposition Joseph Schusters an, allerdings mit dem Vermerk Ein Exemplar dieses ... Druckes ist nicht nachzuweisen". Den beiden anderen dort gelisteten Airs varies (PN 220 / 221) liegen andere Musikstücke zugrunde. | ||
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134 Raff, Joachim: Im Sommer. Symphonie (No. 9 in E moll) für grosses Orchester. Op. 208. Partitur. Lpz., Siegel (VN 6152) [Feb. 1880]. Gr-8°, 1 Bl., 176 S., Hln., Rü.-Goldprg. 2oo,oo * Erste Ausgabe. - J. Raff (1822-1882) wirkte zunächst in Stuttgart und Weimar (um 1850 als Assistent von F. Liszt) später als Lehrer in Wiesbaden. 1878 übernahm er die Direktion des Hoch'schen Konservatoriums in Frankfurt, das er zusammen mit Clara Schumann und Julius Stockhausen zu internationalem Ruf führte. Der auch schriftstellerisch tätige Raff war mit über 200 Werken, davon 9 Symphonien, ein ungemein fruchtbarer Komponist, Zeitgenossen sahen ihn gleichbedeutend mit Johannes Brahms. - Die letzten vier Symphonien Raffs sind zwar eigenständige Werke, bilden aber auch einen nach den Jahreszeiten benannten Zyklus.
135 Reger, Max: Opus 135a. Dreissig kleine Choralvorspiele (zu den gebräuchlichsten Chorälen) für Orgel [und] Opus 135b. Fantasie und Fuge (d moll) für Orgel. Bln., Simrock (VN 13666 / 13732) © 1915/16. 2 Hefte in 1 Bd., qu-fol., 27, 18, (2) S., Hln. - BV (Exlibris). 25o,oo * Beide Hefte in Erstausgabe. - Stein, S. 329-334.
136 Reger, Max: Sechs Gesänge für eine mittlere Singstimme mit Begleitung des Pianoforte. Opus 68. Lpz., Lauterbach und Kuhn (VN 13-19) © 1902. 6 Hefte. Farb. ill. Titel. 15o,oo * Erste Ausgabe der Regers Frau Elsa zu Weihnachten 1902 gewidmeten Lieder. - Sehr schöner farbiger Titel von E. R. Weiss.
137 Reger, Max: Eigenhändige Postkarte, beidseitig beschrieben. Meiningen, 23.6.1914 [Poststempel]. Qu-8°, 2 S. Gelaufen. 5oo,oo * An seinen Freund Herrn Prof Dr Fritz Stein in Jena". - Antwort auf Termin- und Reisevorschläge: Bamberg u. Erlangen mußt du eben verlegen; am 14. Jan. Nürnberg; Nürnberg 1400 M (dann 200 M ans Orchester!) ... Wohnung in Bayreuh nicht vergessen? Am 13. Aug. ist frei, da fahren wir alle von Bayreuth aus nach meinem Geburtsort, in der Nähe von Bayreuth." - Im Februar 1914 hatten anstrengende Konzertourneen mit täglichen Konzerten, zunehmender Alkoholismus, und ... Ärger über Reibereien mit der Meininger Hofverwaltung ... zu einem Zusammenbruch Regers" geführt (Cadenbach). Beim folgenden Sanatoriumsaufenthalt im April ersuchte er bei Herzog Georg um seine Entlassung als Hofkapellmeister, die ihm zum 1. Juli bewilligt wurde. Seine Konzertplanungen liefen, wie die Karte an Stein belegt, offenbar dennoch weiter. Doch nur zwei Tage später, am 25. Juni 1914, starb Herzog Georg und sein Sohn löste - sehr zu Regers Ärger - die Meininger Hofkappelle kurz danach auf. | ||
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138 Reichardt, Alexander: Sammelband mit Liedkompositionen mit französischem, englischem und deutschem Text. Meist Ldn. und Paris [zw. 1850-1880]. Fol., 33 Hefte in 1 Bd., Hldr., Rü.-Goldprg. Meist mit großen, illustrierten Titeln. Teils mit persönl. Widmung, eigenhänd. Namenzug oder Paraphe. 1ooo,oo * Wohl vollständige, systematisch angelegte Sammlung der Liedkompositionen Reichardts. Mit eingebundenem Lebenslauf (in franz. Sprache, bis ca. 1878). - Der ungarisch-österreichische Tenor Alexander Reichardt (1825-1885) war einer erfolgreichsten Sänger der Mitte des 19. Jahrhunderts, sowohl als Lied- wie als Opernsänger. 1842 debütierte er als Rodrigo in Rossinis Otello, nahm später aber noch Gesangsunterricht bei Angelica Catalani in Wien. Von 1843 bis 1851 gehörte er der Wiener Hofoper an, in den folgenden Jahren unternahm er Tourneen durch ganz Europa. Vor allem in Paris und London feierte er große Erfolge, immer auch mit eigenen Liedern. Zu Beginn der 1860 Jahre machte sich ein Verlust seiner Stimme bemerkbar und er zog sich vom Konzertleben zurück und widmete sich stärker dem Komponieren (Kutsch-Riemens). | ||||
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139 Reichardt, Joh. Fr.: Goethe's Lieder, Oden, Balladen und Romanzen mit Musik. Erste [II., III.] Abtheilung. Leipzig bey Breitkopf & Härtel (VN 1411-13) [1809]. Qu-fol., 3 Teile in 1 Bd., 3 Bll., 50 S.; 2 Bll., 62 S.; 2 Bll., 29 S. Späterer Ln.-Bd. m. Rü.-Goldprg., ziegelroter ill. OU mit eingebunden. - Leicht bestoßen, Rücken beschädigt. Teils etwas fleckig, sonst innen sehr gut. 12oo,oo * Vollständige Ausgabe der bedeutenden Sammlung, der Königin Luise von Preußen gewidmet. Mit zahlreichen Erstdrucken. - Wolffheim II, 2372; RISM R 856; Eitner VIII, 167. Die drei Bände wurden im Intelligenz-Blatt zur Allgemeinen Musikalischen Zeitung vom Febr. 1809 zur Subskription angezeigt. Ein vierter Band erschien noch 1811. - Enthalten sind 114 Vertonungen von Goethe-Gedichten, darunter Heidenröslein, Bundeslied, Wonne der Wehmuth, Wandrers Nachtlied, Das Veilchen, Erlkönig u. v. a. - J. F. Reichardt (1752-1814) war seit 1775 in Nachfolge J. G. Agricolas (letzter) Kapellmeister am Hofe Friedrichs II. in Berlin. Nach seiner Entlassung 1794 (wegen seiner zu offenen Symphathie für die Französische Revolution) zog er sich nach Giebichenstein zurück. Durch seine vielfältigen Kontakte wurde sein Landsitz zu einem Dichterparadies" (NDB), häufige Gäste waren A. v. Arnim, Cl. Brentano, die Gebrüder Grimm, J. Paul, Fichte, Goethe u.a. - Reichardt, mit über 1000 Liedkompositionen in zahlreichen Sammlungen der produktivste Vertreter der Berliner Liederschule", schuf mit dieser Liedersammlung ein Werk mit Goethe-Vertonungen, das durchaus in einem Atemzug mit Franz Schubert genannt zu werden verdient. | |||
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140 Reichardt, Joh. Fr.: Wiegenlieder für gute deutsche Mütter [Singst. mit Klavier]. Leipzig, bei Gerhard Fleischer D. Jüngern o.J. [1798]. VIII, 40 S., XX teils gefaltete Notentafeln, Obr. Titelkupfer von Schnorr von Karolsfeld (bez.: Schnorr v. K.). - Gering bestoßen, Rücken stärker. Innen vollkommen frisch. 7oo,oo * Erste Ausgabe. - Interessante Sammlung von Vertonungen zu Gedichten von Claudius, Stolberg, Jacobi, Friederike Brun, Campe, Schiller, Herder u.a. in Originalausgabe. Alle diese Lieder aber können auch sehr wohl beim ersten Clavier- und Singunterricht benutzt werden, zu dem mir für Kinder überall nichts zweckmäßiger scheinet, als leichte faßliche Lieder, deren Weisen dem Charakter und Bau der Verse ganz angemessen sind" (Vorrede). - Eitner VIII, 168; RISM VII, R 880; Hirsch III, 1039; Wolffheim II, 2380. - Recht selten. | ||||
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141 Rohrwerder, C. F.: XXIV Schottische und Englische-Taentze fürs Clavier oder Fortepiano. Ihro Hochgebohrnen der Frauen Baronesse von Leyser gebohrnen Graefin von Boetting unterthänigst gewidmet. Dresden, F.G. Hayn (PN 6) [um 1795]. Qu-gr-8°, Titel, 18 S. Titelblatt mit Bordüre. 4oo,oo * Titelrückseite mit Verzeichnis der resp. Praenumeranten." - Selten - RISM R[R] 1951a (weist 1 Exemplar nach).
142 Rossini, Gioacchino: Die Belagerung von Korinth. (Le Siège de Corinthe.) Oper in drei Aufzügen. Clavierauszug des Componisten mit deutschem und französischem Text. Lpz., Probst (PN 305) [1827]. Qu-fol., 1 Bl., 161 S., Obr. Lith. Titel, gest. Noten. - Nicht beschnitten, daher bestoßen. OU fehlt hinten. 45o,oo | ||||
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* Sehr frühe (erste?) deutsche Ausgabe. Mit großartiger Titelumrahmung. - Rossinis phänomenaler Erfolg Le Siège de Corinth war im Oktober 1826 in Paris uraufgeführt worden. Schon zu Beginn des Jahres 1827 fand eine Aufführung in Frankfurt statt, eine italienische Fassung wurde erst Ende 1827 in Rom aufgeführt.
143 Sacchini, Antonio: Dardanus. Tragédie Lyrique, quatre Actes [Partitur]. Paris, Le Duc (PN 85 A) [ca. 1785]. Fol., 2 Bll., 269 S., Hldr., Rgp. - Gering bestoßen, papierbedingt leicht gebräunt. Mit überklebter Verlagsangabe (Paris, Imbault). Exlibris. 9oo,oo * Dritte Ausgabe der großen Partitur. - RISM S 117. _ A. Sacchini (1730-1786) war 1781 nach Paris gekommen und wurde bald mit der Komposition von drei Opern beauftragt. So entstanden Renaud, Dardanus und Oedip à Colone; doch Sacchinis Opern für den Pariser Hof standen unter keinem guten Stern. Die Entstehungs- und Aufführungsumstände waren ungünstig, da Sachini sich, spätestens bei der Aufführung seiner Oper Renaud, in den damals schwelenden Streit der Gluckisten und Piccinisten hineinziehen ließ. Intrigen und Neid der Theaterleute führten zu schlechten Aufführungen und Inszenierungen seiner Opern, die so kaum ihre Wirkung entfalten konnten. Einzig sein Oedip erlangte (nach seinem Tod) eine gewissen Berühmtheit. - Dardanus war die erste Pariser Oper Sacchinis mit komplett neuer Musik. Hier und in den noch folgenden zwei Opern versuchte er sich dem Ideal des französischen Musikdramas anzunähern. Die Uraufführung im September 1784 war ein Mißerfolg, erst die Aufführung der (auf Veranlassung Marie Antoinettes) revidierten Fassung konnte einen Erfolg ver | ||||
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buchen. Die Entäuschung schließlich über die verhinderte Uraufführung seines Oedipe en Colonne soll zu seinem Tod wenige Wochen später (Oktober 1786) geführt haben [New Grove 2].
144 Sacchini, Antonio: Oedipe à Colone, Opera en trois Actes de N. F. Guillard. 2e. Edition [Partitur]. Paris, Janet et Cotelle (PN 100) [ca. 1820] Fol., 1 Bl., 235 S., Hln., Rgp. 37o,oo RISM S 201. - Titelauflage der Ausgabe Imbaults.
145 Sacchini, Antonio: Evelina. Opera en trois actes. Paroles de Mr. Guillard. Paris, Imbault (PN 175) (1789). Fol., 1 Bl., 329 S., Hldr. - Etwas bestoßen. 8oo,oo * RISM S 89. - Dritte Ausgabe der Partitur der letzten Oper Sacchinis. - Von den Mißerfolgen der vorangegangenen Opern enttäuscht, versuchte Sacchini mit dem Librettisten N.-F. Guillard, der auch für Glucks Iphigenie auf Tauris den Text verfasst hatte, einen Neuanfang. Sacchini starb aber kurz nach der Fertigstellung der Partitur, die Oper wurde postum 1788 in Paris uraufgeführt.
146 Saint-Saëns, Camille: Samson et Dalila. Opéra en 3 Actes de F. Lemaire. Partition Chant e Piano red. de l'Auteur [frz.]. Paris, Durand (VN 5583) [1899]. 8 Bll., 285 S., FS. Hldr. m. Rü.-Goldprg. - Kanten und Rücken stärker berieben. Bindung gelockert. Erste Seiten mit geringem Wasserrand 16o,oo * Erste Ausgabe der vollständigen zweiten Fassung. - Mit einem ausführlichen Verzeichnis der ersten Aufführungen der Oper (1877 Weimar, 1890 Rouen und Paris, 1892 Paris) sowie der Mitwirkenden. Mit einer Photogravüre (Porträt Saint-Saëns') und einer auf speziellem Papier gedruckten Chromolithographie (von G. Claizin), die die Schlüsselszene der Oper zeigt: Delila mit Samsons Haaren. - Piper Enzyklopädie, Bd. 5, S. 513.
147 Salieri, Antonio: Armida. Eine tragische Oper von C. Coltellini. Herausgegeben von C. F. Cramer [Kl.A., ital. / dt.]. Leipzig, Breitkopf, 1783. Qu-fol., VIII, 162 S., Hldr. m. Rü.-Goldprg. - Oben etwas knapp beschnitten, Seitenzahlen teils leicht betroffen. Zwei kleine Risse alt hinterlegt. Sonst sehr schönes Exemplar. 9oo,oo * Erste Ausgabe. - RISM S 408. - Mit ausführlichem Vorwort und einem Subskribenten-Verzeichnis. _ Tassos Geschichte um die Zauberin Armida (aus seinem Epos La Gerusalemme liberata von 1581) ist einer der meist vertonten Opernstoffe (Händel, Jomelli, Cimarosa, Gluck, Haydn, später noch Rossini und Dvorak). Salieris Dramma per musica nach einem Text von M. Coltellini wurde 2. Juni 1771 im Wiener Burgtheater uraufgeführt, als eines | ||
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seiner ersten größeren Werke. In der dramatisch-musikalischen Anlage steht die Oper den Neuerungen Glucks nahe, bemerkenswert sind die zahlreichen Chorsätze und ein stark in die Handlung integriertes Ballett. Eine musikhistorische Neuerung stellt die vorangestellte Sinfonia in Pantomima dar, in der Salieri die Vorgeschichte der Opernhandlung tonmalerisch zu gestalten versucht und die dadurch eine untrennbare Einheit mit der Oper bildet. Das Werk verbreitete sich nach der erfolgreichen Premiere sehr rasch in ganz Europa und wurde schon früh von Carl Friedrich Cramer (der auch das Vorwort verfasste) als Klavierauszug veröffentlicht.
148 Sammelband mit Liedern und Klavierstücken. Deutsche Handschrift, dat. 1838. Qu-4°, 36 gez. S., Ppbd. d. Zt. - Etwas bestoßen. 45o,oo * Sorgfältige Handschrift mit nahezu 30 Musikstücken. Neben einigen deutschen Liedern und kurzen Arien (auf zwei und drei Systemen notiert), finden sich in der Hauptsache Tänze (Minetto, Allemande, Marche, Walzer, Anglaise), daneben Stücke mit Überschriften wie Largetto, Allegro, Rondo All., Andantino u.a. Die obere Klavierstimme ist meist im C-Schlüssel notiert. Einige Stücke sind mit Titeln versehen: Marche Der Leib-Garde in Dresden, Die Verläumdung, Der Himmlische, Das Schweizer Mädchen, Die Nacht (Schilling), ohne Titel ist u.a. die Arie O wie herrlich o wie labend, aus Doktor und Apotheker von Dittersdorf. - Eingeleitet wird die wohl für Unterrichtszwecke angelegte Sammlung mit einer kleinen Elementarlehre, die ausführlich auf die Verwendung der Akzidentien eingeht, im folgenden auf Vortragsanweisungen und Verzierungen. Einige Stücke sind ausführlich mit Fingersätzen versehen. | ||||
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149 Sammlung neuer Klavierstükke mit Gesang für das deutsche Frauenzimmer. 1783. Cassel, in der Waisenhaus-Buchdrukkerei. Qu-gr-8°, 2 Bll., 28 S., zeitgenöss. Ppbd. mit Goldprg. Vorsatz mit mont. Schattenriss. - Etwas bestoßen und berieben. Innen sehr gutes, wohl unbenutztes Exemplar. 95o,oo | ||||
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* Sehr seltene Sammlung von Liedern nach Texten von Stollberg, Klopstock, v. Gerstenberg, Overbeck, Jakobi, Döring, Gleim u.a. - Der Herausgeber ... nennt seinen Namen nicht ... auch die Componisten der 24 Lieder [sind] nur mit den Initialen" A., G., Z., E. bezeichnet. Durch Vergleichung habe ich feststellen können, daß sich unter dem Beuchstaben Z. der Stuttgarter Johann Rudolph Zumsteeg verbirgt, der in der vorliegenden Sammlung zwei seiner schönsten Jugendcompositionen veröffentlicht hat [...] Eigentümlich ist es, daß die in Cassel ... wohnenden Herausgeber resp. Verleger oder Drucker ... Compositionen vorzugsweise von Stuttgarter Musikern veröffentlicht haben. [Anm.: In Cramer's Magazin, 1873, S. 918, tadelt der schwächliche Dilettant von Eschstruth die Sammlung in schärfsten Worten, ohne Zumsteegs zu gedenken. Cramer selbst kommt S. 1348 nochmal auf da Werk zurück und bespricht es maßvoll und gerecht.]" (Friedlaender, S. 294f.). - Der nicht genannte Herausgeber (Franz F. S. A. Böcklin von Böcklinsau? lt. Katalog der BSB ), beschreibt im Vorwort seine Sammlung so: Meinen Eifer wider die unnatürlichen Empfindeleyen, welche, nach dem allgemeinen Ton, fast immer Gegenstand des Gesanges | ||||
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sind, legten Einige so aus, als wenn ich nun lauter Lehrgedichte und geistliche Lieder in Musik gesetzt Ihnen vorlegen wollte. Ich zweifle zwar, ob Mehrere mich so mißverstanden haben; und berufe mich auf gegenwärtige Sammlung. - Es wird hin und wieder darin empfindelt und getändelt; denn ohne das laufts doch nie ab: es wird sogar - das man, meiner Anzeige nach nicht vermuthen sollte - im Mondenscheine geschwärmt: - aber Stollberg ist's der die Schwärmereien sang! - Jede Empfindung, wenn sie wahr ist, ist das Gesanges und der Tonkunst wohl werth, und veredelt das Herz. Nur unächte, übertriebende Gefühle, gichtrische Entzückungen, abgeschmacktes Winseln verliebter Gekken, und was der Art ist; sollten aus der Mode kommen." - RISM B 2, S. 347; Friedlaender 335. | ||||
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150 Zweite Sammlung neuer Klavierstükke mit Gesang für das deutsche Frauenzimmer. 1784. Deßau und Leipzig, auf eigene Kosten des Herausgebers. [Am Ende:] Gedrukt in der Waisenhaus-Buchdrukkerei zu Kassel. Qu-4°, 40 S., zeitgenöss. Ppbd. - Etwas bestoßen und berieben. Innen sehr gutes, unbenutztes Exemplar. 11oo,oo * Seltene Sammlung von Liedern nach Texten von Schubart, Stollberg, Klopstock, v. Gerstenberg, v. Hagedorn, Bürger u.a. Als Komponisten zeichnen Zumsteeg, Eidenbenz, Freiersleben, Schubart, Abeille und ein Anonymus (G"). Mit der Erstausgabe von Zumsteegs Vertonung der Frühlingsfeier von Klopstock. - RISM B 2, S. 347; Friedlaender 366. | ||||
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151 Schlegel, Leander: Musikmanuskript. Streichquartett (G dur.) Op. 17 [Stimmen]. O.O. [vor 1904]. Fol., 4 Stimmhefte, Obr. - Mit Eintragungen. 27o,oo * Reinschrift der Stimmen mit überaus zahlreichen Eintragungen, Streichungen, Ergänzungen, Überklebungen u.a., wohl im Zusammenhang mit der ersten Aufführung und späteren Drucklegung. Das zwischen 1897 und 1904 komponierte Quartett wurde 1904 in Genf vom Marteau-Quartett uraufgeführt, der Druck 1905 (Siegel) trägt eine Widmung an das Quartett. Aus dem Besitz des Geigers H. Marteau. - Der niederländische Komponist Leander Schlegel (1844-1913) studierte in den 1860er Jahren in Leipzig, er wirkte als Pianist und Lehrer in Haarlem.
152 Schönberg, Arnold: Von heute auf morgen. Oper in einem Akt von Max Blonda [Op. 32]. Partitur. Bln., Im Selbstverlag des Komponisten. Auslieferung und Bühnenvertrieb Ed. B. Balan © 1930. Gr-fol., 164 S., Obr. - Etwas bestoßen, Rücken leicht beschädigt. Ebd. mit Wasserflecken. Einige Seiten gering wellig (von Bindung?), Exemplar frei von Eintragungen. 23oo,oo * Originaldruck der Partitur, Faksimiledruck nach einer Transparentreinschrift, die zum Teil vom Komponisten selbst, zum Teil vom Kopisten geschrieben wurde. - Max Blonda ist das Pseudonym für Schönbergs Frau Gertrud. - Unter dem Eindruck des Erfolgs der sogenannten Zeitoper der ausgehenden ZwanzigerJahre, allen voran Krenek und Weill, plante Schönberg mit der Oper Von heute auf morgen zu zeigen, daß auch die Zwölftontechnik zur Darstellung einer populären, modernen Oper fähig sei. Die nach seinen eigenen Worten heitere und leichte Oper", die auch Schlager- und Jazz-Elemente integriert, sollte jedoch Schönbergs einziger Beitrag in diesem Genre bleiben. Der Uraufführung in Frankfurt war der Erfolg völlig versagt In dem etwa zwei Monate später verfassten Essay Mein Publikum macht Schönberg die Sachverständigen" (Dirigenten, Ausführende und einflußreiche Personen des Musiklebens) für den Mangel am Verständnis seiner Musik verantwortlich. - Selten.
153 Schubert, Franz: [D 369, 161, 544] An Schwager Kronos. An Mignon. Ganymed. Gedichte von Goethe. In Musik gesetzt für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte und dem Dichter Verehrungsvoll gewidmet. 19tes Werk. Wien, Diabelli & Comp. (PN 1800) [1825]. Qu-fol., 19 S., Rückenstreifen. - Gering unfrisch, BV. 12oo,oo * Erste Ausgabe der Goethe-Vertonungen. - Mit handschr. Namenszug Schoberlechner". - Das Liederheft op. 19 erschien mit etwa zwei Jahren Verspätung, was zum einen der unterbrochenen Geschäftbeziehung Schubert Diabellis geschuldet war, zum anderen, wie Deutsch anmerkt, dem | ||
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Versuch für die Widmung an Goethe dessen Zustimmung zu erhalten. Goethe hat jedoch weder auf dieses Gesuch, noch auf die Zusendung des fertigen Notendrucks geantwortet (wie auch auf alle anderen Versuche Schuberts und seiner Freunde, mit ihm in Kontakt zu treten). - Johann Karl Schoberlechner (1800-1876) gehörte mit seinem Bruder ab etwa 1822 zum Kreis um Schubert. Immer wieder wird von seinem Vortrag Schubertscher Lieder berichtet, so wirkte er auch der ersten Aufführung von An Schwager Kronos 1827 mit. In 1830er Jahren wirkte an der Wiener Hofoper als Bassist, ab den 1850er Jahren auch als Regisseur.
154 Schubert, Franz: Ouverturen und Entreactes für das Orchester. Partiturausgabe. Nr. 1 [und] 2, 6. Wien, Spina (PN 19404 /18577 / 19102) [1866 / 1867]. 3 Bde. in 1, gr-8°, 53 / 71 / 91 S., zeitgen. Hln., Rgp. Gest. Noten, lith. Titel. - Außen etwas bestoßen, innen sehr gut. 48o,oo * Enthält in Erstausgabe die komplette Instrumental-Musik zum Schauspiel Rosamunde in der Reihenfolge: No. 6. Ballet-Musik No, 1 u. 2; No. 2. Zwei Entr'actes aus Rosamunde; No. 1. Rosamunde, op. 26. Ouverture. | |||
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155 Schulz, Johann A. P.: Maria und Johannes, ein Paßions-Oratorium [Partitur]. Zeitgenöss. Abschrift, signiert und datiert J. Chr. Büchner 1795". Fol., 74 S., zeitgenöss. Pbd. - Von hervorragender Erhaltung. 12oo,oo * Vollständige Partitur, sehr frühe Abschrift, nord- oder mitteldeutscher Provenienz, vemutlich aus dem direkten Umfeld Schulz'. - Der Text stammt von dem dänischen Dichters Johannes Ewald (1743-1781). - J. A. P. Schulz (1747-1800) war 1787 als königlicher Kapellmeister nach Kopenhagen berufen worden. Nach 1790 komponierte er jährlich anstelle eine Oper ein neues kirchenmusikalisches Werk". Anfang 1795 reichte Schulz krankheitshalber seinen Abschied ein. - Der Klavierauszug des Oratoriums hg. von Schulz' Freund J. F. Cramer war 1789 bei Sönnichen in Kopenhagen erschienen, 1791 erschien eine Partitur in Chiffern. [in Tabulatur] Mit einem erklärenden Vorbericht". - Seltene Quelle des vollständigen Notentextes.
156 Schumann, Robert: Das Paradies und die Peri. Dichtung aus Lalla Rookh von Th. Moore. Klavierauszug. Op. 50. Lpz., B&H (PN 7069) [1844]. Fol., 4, 133 S., Hln. m. Titelsch. - Gering bestoßen. Innen sehr gut. 35o,oo * Erste Ausgabe, noch vor der Partitur erschienen. - McCorkle, S. 223; Hofmann, S. 115.
157 Schumann, Robert: [WoO 8] Sechs Sonaten für die Violine von Johann Sebastian Bach mit hinzugefügter Begleitung des Pianoforte. Lpz., B&H (PN 8736-8741) [1853]. Fol., 2 Bde. zu je 6 Heften, Hln., farb. OU mit eingebunden. 22o,oo * Erste Ausgabe der Bearbeitungen. - McCorkle, S. 646; Hofmann, S. 330f.
158 SPOHR - Hauptmann, Moritz: Die Natur der Harmonik und der Metrik. Zur Theorie der Musik. Lpz., B&H 1853. XII, 394, (1) S., Hln., Rgp. Mit Notenbsp. u. Abb. - Kanten gering bestoßen. Wenige Anstreichungen und Marginalien von alter Hand, BV. 75o,oo * Seltene Erstausgabe des theoretischen Hauptwerks Hauptmanns. - Aus dem Besitz von Louis Spohr mit dessen eigenhändigem Besitzvermerk. - Moritz Hauptmann (1792-1868) hatte nach seinem Entschluß, die Musikerlaufbahn einzuschlagen 1811 bei Louis Spohr Unterricht im Violin-Spiel und Komposition. Von 1820 bis zu seiner Berufung als Thomaskantor 1842 wirkte Hauptmann als Geiger in der Kasseler Hofkapelle unter Spohr und als Kompositionslehrer in Kassel. Seit dieser Zeit waren beide befreundet, Hauptmann hat Spohr zeitlebens als Menschen verehrt und als Komponist geachtet" (MGG). | ||
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159 Spontini, Gasparo: Eigenhänd. Brief m. Unterschrift. Bln., 15. Feb. 1839. 8°, 2 Bll., 1 S. beschrieben. Mit rücks. eigenhänd. Adresse. - Knickfalte. 55o,oo * An Monsieur l'inspecteur Lehmann", Aufseher der der königl. Bühnen zu Berlin. - Mit der Bitte de parler avec Mr. l'Intendant ... ou avec M. le Conseiller Teichmann au sujet des freybillets, qu'il voulait me rémettre ... à la 1re réprésentation de la Vestale" für die er nicht zu zahlen bereit sei. - Wie alle Schriftstücke Spontinis in einer äußert akkuraten, nahezu kalligraphischen Handschrift. - G. Spontini (1774-1851) erzielte Anfang des 19. Jahrhunderts in Paris seine größten Erfolge, 1820 folgte er einem Angebot von König Friedrich Wilhelm II. nach Berlin. 1841 kehrte er nach Paris zurück.
160 Steibelt, Daniel: Ouverture et Marche de Romeo et Juliette pour le Forte-Piano avec Accompagnement de Violon et Basse [und] Recueil d'Ariettes, Duo, Trio de Romeo et Juliette avec Accompagnement de Piano Forte Composés et Arrangés par D. Steibelt. Paris, Boyer (o. PN) [1794]. Fol., 2 Hefte in 1 Bd., 1 Bl., 13 S.; 1 Bl., 59 S., (neuer) Hldr., Rü.-Goldprg. Mit hs. Signatur des Verlegers auf Titel. - Leicht fleckig. 5oo,oo * RISM S 4788 u. 4789. - Erste Ausgabe dieser Bearbeitungen. - Steibelts erste (und erfolgreichste) Oper Romeo et Juliette wurde am 10.9.1793 in Paris uraufgeführt. - Ouvertüre und Marsch erschienen als No. 122 du Journal de Pieces de Clavecin. Beide Hefte mit einem Avis de L'Editeur" mit Auszügen aus dem damals neuen Urheberrechtsgesetz vom Juli 1793. - D. Steibelt (1765-1823) war 1790 nach Paris gekommen, wo er in dem Verleger Boyer einen eifrigen Förderer fand, und wurde nach und nach zu einem der erfolgreichsten Pianisten. Er war aber nicht nur ein berühmter Pianist und Componist für sein Instrument, auch auf dem Gebiete der dramatischen Musik hat er sich hervorgethan, ja man kann behaupten, daß er hier bedeutenderes leistete, wie als Claviercomponist. Er schrieb die vom Baron de Ségur für ihn gedichtete 3actige Oper Romeo et Juliette die, nachdem sie von der großen Oper zurückgewiesen worden, im Theater Feydeau in Paris 1793 mit durchschlagendem, ja sensationellem Erfolge ... zur Aufführung kam. St. erklärte dies Werk selbst für sein bestes ... und widmete deren Partitur noch auf seinem Sterbebette dem König Friedrich Wilhelm III. von Preußen, zum Dank für die von dessen Vorgänger empfangenen Wohlthaten" - Friedrich II. hatte Steibelts Unterricht bei Kirnberger ermöglicht (ADB).
161 Steibelt, Daniel: Trois Quatuors concertans pour deux Violons, Alto et Violoncelle. Oeuvre 17me. Offenbach, André (PN 970) [1796]. 4 Stimmhefte, Pbde. d. Zt. m. Titelsch. Durchwegs gestochen. - Gering bestoßen, Rücken stärker. 2oo,oo * Nachdruck der Ausgabe Nadermanns. - RISM S 4857. - Selten, nur vier Exemplare nachgewiesen, keines davon in D. | ||
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162 Steibelt, Daniel: Grande Sonate pour le Piano Forte dédiée à Madame Bonaparte. Oeuvre [59]. Paris, Erard (PN 29) [1801]. Fol., 1 Bl., 35 S. Gestochen. - Impressum überklebt (Sieber), mit Verlegerstempel (Erard). 35o,oo * Erste Ausgabe. - Mit einem großen, ganzseitigem Titelstich. - RISM S[S] 5093. - Selten.
163 Strauss, Johann (Sohn): Porträt-Fotographie mit eigenhänd. Notenzitat und Unterschrift auf der Bildseite. O.O. [Wien, um 1870]. 12°, s/w-Aufnahme. 15oo,oo * Aufnahme des Ateliers Schrank & Massak Wien, um 1870. - Das Notenzitat gibt den Anfang des Walzers An der schönen blauen Donau wieder (komponiert 1867). | ||||
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164 Strauss, Richard: Guntram in drei Aufzügen. Op. 25. Neue Bearbeitung [Textbuch]. Ldn. / Bln., Fürstner (A.7735 F.) [1940]. 1 Bl., 51, (3) S., ill. Obr. 35o,oo * Erste Ausgabe der Neufassung. - Mit Namenszug von Richard Strauss, datiert Weimar 29.10.1940", dem Tag der Premiere der Neufassung.
165 Strauss, Richard: Als Manuscript gedruckt. Elektra. Op. 58. Klavier-Auszug von Otto Singer. Bln., Fürstner (A.5654.F) © 1908. Fol., SS. 6-250, Ln. - Leichte Gebrauchspuren, etwas wasserwellig. 35o,oo * Erste Ausgabe, frühester Abzug. - Gestempeltes Exemplar Nr 7", mit mehrfach wiederholter Stempelung Als Manuscript gedruckt" in rot. - Ohne Titelblatt und Personenverzeichnis. Die Vignette zu Beginn des Notentext ist durch einen Interimstitel ersetzt. Im Text zeigen sich kleine Abweichungen zur späteren Handels-Erstausgabe, so fehlen bei den wiederholten Studierziffern teilweise die ergänzten Buchstaben a". - Ehem. Regieexemplar mit einigen Eintragungen. Offenbar wurden für die ersten Aufführungen (Dresden, München, Frankfurt, Berlin) gezählte Vorabexemplare zu den Proben abgegeben. | ||||
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166 Sulzer, Johann G.: Allgemeine Theorie der Schönen Künste in einzeln, nach alphabetischer Ordnung der Kunstwörter auf einander folgenden, Artikeln abgehandelt. Zweyte verbesserte Auflage. Leipzig, bey M. G. Weidmanns Erben und Reich. 1778 / 1779. 4 Teile in 2 Bdn., zeitgenöss. H.-Pgt. Mit zus. 7 teils mehrfach gefalt. Tafeln mit Abb u. Notenbsp. - Wenig bestoßen, Besitzvermerke gelöscht (in Bd. 2, Vorrede mit ganz geringem Textverlust). Bd. 1 Vorsatz mit Eintragungen von alter Hand. 22oo,oo * RISM B VI,2, S, 812. - Wichtigste, erweiterte Ausgabe von Sulzers Hauptwerk. Die musikalischen Artikel stammen von J. A. P. Schulz und J. P. Kirnberger. - Das allegorische Frontispiz ist von D. Chodowiecki gestochen. Mit schönen Titelvignetten und Kopfleisten.
167 Tschaikowsky, Peter I.: Eigenhänd. Brief m. Unterschrift. Klin, per Moscou 28. Fevrier 1893. 8°, 2 Bll., 1 S. beschrieben. - Knickfalte. 38oo,oo * Dankesbrief an die Sängerin Maria Slawina für die Übersendung eines Geschenks: Chère et bonne Mademoiselle! Je ne sais comment Vous remercier pour ce magnifique cadeau que Vous avez eu la bonté de me faire. Il éternisera pour moi le souvenir de Votre magistrale éxécution du role de la Comtesse dans la Dame de Pique". Je baise Vos mains et suis Votre dévoué et reconaissant serviteur." - Die in St. Petersburg geborene Sängerin Maria Slawina (1858-1951!) hatte in der Uraufführung von Pique Dame in St. Petersburg im Dez. 1890 die Gräfin gesungen, nach Kutsch / Riemens der Höhepunkt [ihrer] Karriere".
168 Türk, Daniel G.: Klavierschule, oder Anweisung zum Klavierspielen für Lehrer und Lernende, mit kritischen Anmerkungen. Leipzig u. Halle, Auf Kosten des Verfassers; in Kommission bey Schwickert in Leipzig, und bei Hemmerde und Schwetschke in Halle. 1789. 4 Bll., 408, (12), 15 S., Ppbd. d. Zt. m. Rückenschild. Mit zahlr. Notenbeisp. im Text, großer Anhang und ausführl. Register. - Kanten bestoßen, Kapitale leicht beschädigt, insgesamt stärker berieben. Innen recht gut. 16oo,oo * RISM B VI, S. 846; Eitner IX, 470. - Erste Ausgabe der wichtigen und erfolgreichen Schrift, das bedeutendste musikpädagogische Werk des in Halle wirkenden Organisten D. G. Türk (1750-1813). - In Türks Klavierschule erreicht die ältere Methodik das Vollkommenste und am meisten Geordnete ... Es schließt mit ihr die erste Epoche der Schriften über Klaviermethodik ab" (Kullak-Niemann, S. 68). - Aus dem Besitz des Klavierpädagogen Robert Teichmüller (1863-1939). | ||
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169 Ulmauft, Paul: Evanthia [Stimmen]. Lpz., Oberdörffer (VN 1240) [1893]. Nahezu komplettes Stimmenmaterial (ohne Kb, Clar. II, Hrn I-III). Fol.- Etwas bestoßen, Gebrauchspuren. 23o,oo * Seltenes Stimmenmaterial zu Umlaufts 1893 für einen Kompositionswettbewerb des Herzogs Ernst II. von Sachsen-Coburg-Gotha geschriebener Oper. Die Uraufführung fand im selben Jahr in Gotha statt. - Mit Eintragungen und einigen handschriftlichen Ergänzungen und Korrekturen. - Umlauft (1853-1934) wirkte in Leipzig und Dresden als Komponist und Musikkritiker.
170 Verdi, G.: Eigenhändiger Brief m. Unterschrift. Busseto, 13. Giugno 1894. 2 Bll., 1 Seite beschrieben. Mit eigenhändig beschriftetem zugeh. Kuvert. - Knickfalte. Kuvert auf das letzte leere Bl. montiert, dieses mit 2 Löchern. 2ooo,oo * Im Ton zumindest erstaunt zu nennender Brief an die Firma Fratelli Conti Negozianti di vino olio etc" in Florenz wegen einer offenbar nicht bestellten Weinlieferung: Sono sorpreso sentire ora ch'Ella ha spedito, senza mia richiesta, 55 bottiglie di Romino! E sono ancora più sorpreso del prezzo di L. 1.85 la bottiglia! [...]".
171 Verdi, G.: Ernani. Dramma lirico in quattro parti. Riduzione per Pianoforte del maestro L. Truzzi. Mailand, Giov. Ricordi (PN 16156-69) [1844]. Qu-fol., 125 S., Hldr. Titel mit roter Umrahmung. - Etwas bestoßen, Ecken stärker. Rückenbezug hinten mit Fehlstelle. Titel gering fleckig. Schönes, breitrandiges Exemplar. 7oo,oo * Erste Ausgabe des Klavierauszugs zu zwei Händen, noch vor der vollständigen Ausgabe erschienen! _ Mit Ernani, seiner fünften Oper, gelang Verdi der Durchbruch als Bühnenkomponist. Die Oper wurde am 9. März 1844 im Teatro La Fenice in Venedig uraufgeführt.
172 VIOLINE und VIOLA: Sammelband mit Duetten für Violine und Viola, teils auch für zwei Violen oder für Violine und Violoncello. Originalkompositionen. 2 Bde. mit je 11 Heften, fol., Hldr. d. Zeit m. Rü.-Goldprg. Versch. Verlage [zw. 1799-1822]. 19oo,oo [1] Bruni, (Antonio) B(artolomeo): Trois Sonates Pour l'Alto Avec Accompagnement d'Alto ou Basse Dédiées à Mons. Dalinges. Oeuvre 27. Paris, Sieber (PN 377) [1806]. * Mit Alto-Stimme. - RISM B 4768; [2] Bruni, (A.) B.: Six Duo concertans pour Violon et Alto dédiés à Monsieur Guerin de Bruslart. 4e Livre de Duo de Violon et Alto. Livraison [hs. 1 / 2]. Bln., Schlesinger (PN 13/14) [1811]. * Sehr frühes Verlagswerk Schlesingers, erster Nachdruck der Ausgabe Imbaults (ebenfalls 1811). - RISM B 4804; [3] Campagnoli, Bartolomeo: L' illusion de la viole d'Amour. Sonate notturne pour violon | ||
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avec accompagnement de Viola dédié à Monsieur et Madame Löhr. Oeuv. 16. Lpz., B&H (PN 1659) [1811]. * RISM C 603. - Erste Ausgabe. - Selten. - Titel mit Angabe der Skordatur; [4] Durand, A(uguste) F(rederic): Trois Thèmes Variés pour Le Violon et Violoncelle dédiés a S.A.S. Le Prince de Subow. Op. 4. Lpz., B&H (PN 32) [1799]. * RISM D 3950.- A. F. Durand, eigentlich Duranowski (um 1770-1834), genialer und berühmter polnischer Violinvirtuose" (Mendel / Reissmann), war Schüler von Viotti. Paganini zählte ihn zu seinen Vorbildern; [5] Haensel, P(eter): Trois Thèmes variés pour le Violon avec accompagnement d'Alto. Oeuv. 4. Offenbach, André (VN 2364) [1807]. * Nachdruck der Ausgabe Artarias (1800). - Frühe Lithographie. - Matthäus, S. 374; [6] Lacroix, (Antoine): Air Varié pour Violon avec l'accompagnement d'un Violoncell. Braunschweig, Magazin de Musique à la Höhe / Hbg., Günther & Böhme (PN 61). * RISM L 175. - Der Geiger Antone Lacroix (1756-1806) wirkte nach der französischen Revolution hauptsächlich in Deutschland, 1896 ließ er sich in Lübeck nieder; [7] Mozart, W. A.: Deux Duos pour Violon et Viola. Oeuvre 28me. Offenbach, André (PN 3044) [1811]. * RISM M 6269. - Wiederauflage der zuerst 1793 mit der PN 550 erschienenen Duos; [8] Rolla, Alexandre: Tre Duetti Per Violino e Viola. Opera X. In Zurigo Presso G.G. Negheli & Comp. (PN 14) [1803?]. * RISM R 2008. - Alessandro Rolla (1757-1841) galt seinen Zeitgenossen als der beste Bratschist Europas (MGG2), er war Lehrer und Förderer Paganinis, ab 1808 unterrichtete am Mailänder Konservatorium Geige und Bratsche; [9] Rolla, A.: Trois Duos Concertants pour Violon et Alto dédiès A Sa Mayesté Charles IV. Roi d'Espagne. Oeuvre 6. Vienne, chez Artaria et Compagnie (PN 1956) [1808]. * RISM R 1996. - Erste Ausgabe; [10] Romberg, Andreas: Trois Duos pour Le Violon et Violoncelle. Oeuvre 2. A Vienne chez T. Mollo (PN M.1255) [1809?]. * RISM RR 2276a. - Nicht bei Weinmann, Mollo; [11] Westenholtz, F(riedrich): Deux Duos pour Violon et Alto Concertans. Op. 12 Bln., Schlesinger (PN 590) [1821/22]. * Erste Ausgabe. - RISM W 948 (fälschlich Carl A. F. Westenholtz zugewiesen).
173 Wagner, Richard: Der Ring des Nibelungen. Ein Bühnenfestspiel für drei Tage und einen Vorabend. I. Das Rheingold & Die Walküre [und] II. Siegfried & Götterdämmerung. [Kompl. Textbuch] Mit Bildern von Arthur Rackham. Ff./M., Rütten & Loening 1910 / 1911. 2 Bde., gr-8°, 172 / 196 S., Ohpgt. m. Rü.-Goldprg., Kopfgoldschnitt. Mit insg. 64 mont. Farb-Tafeln. - Etwas bestoßen, BV (Exlibris H. Sild). Bd. 2 Vorsatz mit minimalem Wasserrand. 8oo,oo * Erste Ausgabe. In dieser Form vollständigste Ausgabe, mit allen Bildern in Farbe. - Arthur Rackham (1867-1939) ist vor allem als Illustrator von Märchen und (in heutiger Terminologie) Fantasy-Romanen hervorgetreten, allen voran zu den Sammlungen der Gebrüder Grimm und Egdar A. Poe. Seine berühmtesten Zeichnungen sind die Bilder zu Alice in Wonderland, Peter Pan, Shakespeares Sommernachtstraum und Wagners Ring. | ||
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174 Wagner, Richard: [WWV 86 B] Die Walküre. Vollständiger Klavierauszug von Karl Klindworth. Mainz, Schott (VN 17995) [Juli 1865]. Fol., 3 Bll., 274 S., zeitgenöss. Hldr. m. Goldprg. Titel in Lithographie, Noten gestochen. - Ecken gering bestoßen. Titel und erste Seiten gering fleckig, sonst innen gut. 8oo,oo * Erste Ausgabe des Klavierauszugs. - Bl. 2 mit dem Widmungsgedicht an Ludwig II. - WWV, S. 371; Klein, S. 42f.
175 Wagner, Richard: [WWV 91A] 5 Gedichte für eine Frauenstimme mit Pianoforte-Begleitung. 2te Folge No. 930 à 934. Mainz, Schott (PN 17049.1-5) [1862]. 5 Hefte, fol. - Spuren ehem. Bindung, Rückenstreifen. St.a.T. 4oo,oo * Erste Ausgabe der Wesendonck-Lieder. - WWV, S. 453.
176 Wagner, Richard: [WWV 96] Die Meistersinger von Nürnberg. Vollständige Orchester-Partitur. Mainz, Schott (VN 27500) [1904]. 3 Bde., (8), 432 / (8), 359 / (6), 620 S., Oln., GP. 2oo,oo * Erste Ausgabe der Taschenpartitur, noch mit dem Widmungsblatt an König Ludwig II. - Text in dt./engl./frz. - WWV 96, XVII/a, S. 482.
177 Wagner, Richard: Die Meistersinger von Nürnberg [Faksimile der autographen Partitur]. Mchn., Drei Masken Verlag 1922. Fol., 1 Bl., 462 S., 1 Bl., Ohldr., Rgp., Kopf-GS. - Kanten etwas bestoßen. 26oo,oo * Seltenes Faksimile der Originalhandschrift. Bis heute die einzige komplette Wiedergabe. Gest. Nr. 133" der arab. num Auflage von 410 Exemplaren, die Gesamtauflage betrug 530 Stück.
178 Wagner, Richard: Gesammelte Schriften und Dichtungen. Lpz., Fritzsch 1871 - 1883. 10 Bde., Hln. m. Rü.-Goldprg., Bd. 10 abweichend verz. Oln. - Ganz leicht bestoßen. 95o,oo * Erste Gesamtausgabe der Schriften Wagners, mit vielen Erstveröffentlichungen. Der 10. Band erschien postum erst 1883. - Komplett sehr selten.
179 Wagner, Richard: Totenmaske Wagners. Gips-Abguß, ca. 25 x 16 x 13 cm. Gering bestoßen. 27o,oo * Schöner Abguß der nach Wagners Tod von dem Bildhauer Benvenuto Augusta abgenommenen Maske. | ||
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180 Winter, Peter von: Die Brüder als Nebenbuhler (I Fratelli Rivali) eine Oper in 2. Aufzügen mit italienischem und deutschem Text, in Klavierauszug übertragen von Cannabich. Bonn, Simrock (PN 80) [1798]. Qu-fol., 1 Bl., 191, (1) S., Hldr. d. Zt. Letzte Seite mit Verlagsanzeigen Simrocks. - Gering bestoßen, Rücken am oberen Kapital mit kleinem Erinriß, innen sehr gutes Exemplar. Mit einer schönen Titelbordüre. BV (gelöscht). 9oo,oo * Erste Ausgabe. - RISM W 1318. - P. v. Winters Oper nach einem Text von M. Botturini kam erstmals 1793 in Venedig zur Aufführung. Die deutschsprachige Erstaufführung fand am 10. Dezember 1795 am Wiener Kärntnertor-Theater statt. Die Erstellung des Klavierauszugs der Oper seines Freundes Winter, mit dem er 1778 gemeinsam von Mannheim nach München gekommen war, war die letzte musikalische Arbeit Cannabichs. Er starb 1798 auf einer Konzertreise - im selben Jahr wurde Winter (1754-1825) Hofkapellmeister in München.
181 Wolf, Hugo: Manuel Venegas. Opernfragment. Text nach einem Romane des Alarcon von M. Hoernes. Clavierauszug vom Componisten. Hg. vom Hugo-Wolf-Vereine in Wien. Mannheim, Heckel (VN 3023) (1902) Gr-8°, 2 Bll., 51, 25 S., O-Kart., ill. OU. - Mit kl. eingeklebten Blatt (Zeitungsauriß) auf Bl. 2. 28o,oo * Erste Ausgabe der unvollendeten Oper Wolfs. - Umschlaggestaltung E. Unger. _ Mit dem kompletten Libretto, Vorwort von M. Hoernes. | |||
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182 Wolf, Hugo: Quartett in Dmoll Entbehren sollst du, sollst entbehren. Lpz., Lauterbach & Kuhn (VN 131) [1903]. Fol., 4 Stimmen in grünem OU. - Oberes Kapital minimal gestaucht, Umschlag mit Randläsuren. 3oo,oo * Erste Ausgabe von Wolfs einzigem Streichquartett.
183 Wolf-Ferrari, Ermanno: Konvolut eigenhändiger Briefe und Postkarten. Planegg / Venedig / München u.a., 1939-1943. 15 Briefe, meist 4° und 2 Postkarten. - Knickfalten. 33oo,oo * Umfangreiche Sammlung von Briefen Wolf-Ferraris an den Musikwissenschaftler Erich Valentin, der, seit kurzem selbst Lehrer am Salzburger Mozarteum, auch Wolf-Ferrari für eine Stelle gewinnen möchte. Die Briefe spiegeln Wolf-Ferraris Bedenken, Zusage, Probleme und Schwierigkeiten bis zur Aufgabe der Anstellung (August 1942); der Briefwechsel geht aber noch darüber hinaus und wird zunehmend persönlicher. Es kommen zahlreiche weitere wichtige Angelegenheiten zur Sprache, neben Kompositionsplänen, ernste Beschwerden über eine Biographie (die Rieseneitelkeit der Grisson" [A. Grisson, E. Wolf-Ferrari, Rgb. 1941]), der Umzug von Planegg nach München und die erzwungene Ausquartierung nach Alt-Aussee u.a. Von besonderem Interesse ist der letzte Brief in dem Wolf-Ferrari, offenbar in Erwiderung eines vorangegangenen Briefes oder Gesprächs auf die Todesmaske Mozart" zu sprechen kommt: Die Todesmaske Mozarts läßt mir keine Ruhe, seitdem ich weiss, dass sie möglicherweise noch existiert. Es ist keine Zeit zu verlieren, jetzt mit den Bombenangriffen." Offenbar hatte Valentin konkrete Hinweise auf die Existenz einer Totenmaske Mozarts. Erst nach dem Krieg aber kam unter kuriosen Umständen eine Maske Mozarts zum Vorschein, deren Auffindung eine bis heute nicht abgeschlossene Kontroverse hervorrief (s.o. Nr. 121).
184 Zani, Andrea: Sonate da Camera (a violino solo e basso). Opera prima. Mantua, Botegone (1727). Qu-fol., 2 Bll., 56 S. Pbd. d. Zt., durchwegs gestochen. - Titel mit zeitgenössischem Besitzvermerk und Notizen, gegen Ende wasserrandig; etw. fleckig und gebräunt. 26oo,oo * Sehr seltene erste Ausgabe. - RISM Z 48. - Der Geiger und Komponist Andrea Zani (1696-1757) zählt zu den wichtigsten Zeitgenossen Vivaldis. Er wirkte zunächst in seiner Heimatstadt Casalmaggiore, durch die Vermittlung des in Mantua wirkenden A. Caldara gelangte Zani nach Wien in die Dienste der Habsburger. Seine Sinfonien und Solokonzerte werden als richtungsweisend angesehen, die Violinsonaten gehören zu den besten ihrer Gattung" (MGG2). - Die Sonaten Op. 1 erschienen nochmals in einem Nachdruck als Op. 3 in Paris. - Die Titelvignette zeigt eine musizierende Gesellschaft im Freien. Mit großem Widmungsblatt und vorausgehenden ganzseitigen gestochenen Wappen der Widmungsträgerin, der Landgräfin Theodora von Hessen-Darmstadt. | ||
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Nr. 184 | |||
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185 Zumsteeg, Johann R.: Des Pfarrers Tochter von Taubenhain, eine Ballade von G. A. Bürger. Lpz., B&H (o. PN) [1792]. 26 S., qu-fol., Pbd. d. Zt., Typendruck. - Ebd. bestoßen, innen gut, vereinzelt leicht stockfleckig. BV auf Titel. 4oo,oo * Erste Ausgabe. - Zumsteegs Liedschaffen nimmt eine Mittelstellung ein zwischen der Berliner Liederschule und Franz Schubert, der von einigen Balladen Zumsteegs zu eigenen Werken angeregt wurde. Für Zumsteegs Zeitgenossen war in seinen Balladen der Höhepunkt der Wortausdeutung erreicht. - RISM Z 572.
186 Zumsteeg, Johann R.: Lenore von G. A. Buerger. Lpz., B&H (o. PN) [1798]. Qu-fol., 1 Bl., 46 S., Obr. In Typendruck, gestochener Titel mit Vignette. - Gering bestoßen, innen wenig fleckig. 4oo,oo Erste Ausgabe der berühmten Ballade. _ RISM Z 544. | |||