Alpenklänge
Berge in der Musik

Eine kleine Auswahl von Noten - oft mit illustrierten Titeln - und einigen Büchern
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Alpenklänge
Berge in der Musik

Die Berge und die damit verbundene Gedankenwelt spielten in der Musik des 19. Jahrhunderts eine nicht zu unterschätzende Rolle. Beinahe ideal konnten hier verschiedene Elemente vereinigt werden: Romantische Topoi wie Abschied, Einsamkeit und Heimkehr (kurz:„Heimat“), die Erhabenheit der Gebirgslandschaft und die Idylle der Hirtenromantik, später auch die Sehnsucht nach einer „heilen“, unberührten Welt. Daß die Alpenregion zudem eine zwar weitgestreute aber doch eigenständige Musik - Volkslieder und Volkstänze - aufwies, beförderte ebenfalls die musikalische Hinwendung. Und nicht zuletzt ist das Interesse für die „Volksmusik“ auf das erstarkende Nationalitäten-Bewußtsein zurückzuführen, vor allem im deutschen Sprachraum der sogenannten Biedermeierzeit. So beginnt hier auch die mehr oder weniger wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Volkslied, die sich alsbald in mehreren Sammlungen niederschlägt.
Wichtiger Ausgangspunkt ist Josef Weigls „lyrische Oper“ Die Schweizerfamilie, uraufgeführt 1809 im Wiener Kärntnertor-Theater nach einem Text I. Castellis. Hier sind bereits alle wichtigen Elemente versammelt (es spielen sogar alle drei deutschsprachigen Nationen eine Rolle!). Musikalisch ist der Einfluß der Schweizerfamilie nicht zu unterschätzen, weitere Opern und Singspiele (wie Der Alpenkönig und der Menschenfeind, s'letzi Fensterln) folgten. Wie üblich wurden die „Highlights“ zu zahlreichen (-losen) Variationen verwendet (Gelinek), doch auch nach dem Nachlasen der Variationenmode lassen sich deutliche Spuren finden, etwa bei Schubert (man denke an den Hirt auf dem Felsen) und auch bei Richard Wagner, der noch 1837 eine Einlage zu dieser Oper schrieb. Die „Variationen über ...“ geraten im Lauf der Zeit gegenüber anderen musikalischen Umsetzungen der „Berg-Thematik“ in den Hintergrund. Diese treten entweder direkt als Volkstänze auf (Tyrolienne, Styrienne) oder versuchen mit einem musikalischen als ob indirekt die "Alpen-Atmosphäre" zu evozieren, Titel wie „Ekloge“, „Idylle“ verweisen zudem oft zusätzlich auf die Sphäre der Hirtenromantik. Der Schweizer Teil von Liszts Années de Pélerinage kann hier als Höhepunkt gesehen werden, Liszt schuf hier das Klangideal, dem die folgenden Salonstücke mehr oder weniger nacheifern. Einen musikalischen Abschluß und eine Zusammenfassung bildet Richard Strauss’ Alpensinfonie.

Ideal ergänzt wird die musikalische Darstellung der Alpenwelt durch die szenische Titelgestaltung. Nicht zuletzt aus Werbegründen wurden die Musikdrucke ab der Jahrhundertmitte immer häufiger mit illustrierten Titeln ausgestattet (auch ermöglicht durch die Verbesserungen der Drucktechnik). Eigentlich von Anfang wird da Bildrepertoire durch die gleichen Versatzstücke bestimmt: eine mehr oder weniger „wilde“ Bergkulisse mit Wanderen oder Jägern (mit Hund), Hirten (weiblich und männlich), Sennerinnen (nur weiblich), meist eine Kapelle, ein Bergsee (oft mit Boot), ein Wasserfall. Konkrete Darstellungen (z.B. Egger Hochalpe) sind sehr selten, sie sind meist einem bestimmten Anlaß geschuldet (vgl. Zwieselalm, Brienzer See) oder dienen als Staffage für eine andere „idyllische“ Darstellung (Wörther See).


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